Yonatan Razel
Yonatan Razel (hebräisch יונתן רזאל; * 25. Mai 1973 in New York City) ist ein US-amerikanisch-israelischer Sänger, Songwriter, Komponist, Arrangeur und Dirigent. Er gehört zu den bekanntesten Vertretern der zeitgenössischen jüdischen religiösen Musik und tritt regelmäßig in Israel und international auf.
Leben
Yonatan Razel wurde in New York geboren und zog im jungen Alter mit seiner Familie nach Israel.
Razel ist der Bruder der Musiker Aharon Razel und Ricka van Leeuwen[1] sowie ein Cousin des Geigers Nitzan Chen Razel. Als Kind lernte er Klavier und Cello und studierte Dirigieren bei Mendi Rodan. Gemeinsam mit seinen Geschwistern Aharon, Yehuda und Ricka gründete er eine Familienband, die in der Fernsehshow von Rivka Michaeli auftrat. Während seines Armeedienstes war Razel als Musiker und Arrangeur im Orchester der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte tätig. Nach seiner Entlassung aus dem Militär setzte er sein Dirigierstudium fort und arbeitete anschließend als Dirigent beim Israel Chamber Orchestra sowie bei der Ra’anana Symphonette.
Für mehrere Jahre wandte sich Razel von der Musik ab und zog nach Khirbet Susiya, wo er als Schäfer arbeitete und Psychologie studierte. Ein Angebot zur musikalischen Zusammenarbeit mit Yoni Rechter führte ihn jedoch in die Musikwelt zurück. Die daraus entstandene Darbietung wurde positiv aufgenommen und später in eine „Best of…“-Sammlung von Rechter aufgenommen. In dieser Zeit lernte Razel auch Evyatar Banai kennen, mit dem ihn später eine enge Freundschaft verband.
Heute lebt Razel in Giv’at Ze’ev HaHadasha in Israel. Er ist mit Yael verheiratet und Vater von drei Töchtern und einem Sohn.[1]
Razel studiert am Jerusalem Kollel unter der Leitung von Rabbiner Yitzchak Berkovits.[1]
Musikalische Karriere
Im Jahr 2007 veröffentlichte Razel nach zwölf Jahren Arbeit sein erstes Album All in All, das von Evyatar Banai produziert wurde. Drei Radiosingles wurden aus dem Album ausgekoppelt: „All in All“, „Zion“ und „I Am My Prayer“. Im Anschluss an die Veröffentlichung folgte eine Solo-Tournee.
Im Herbst 2007 wurde Razel von Ynet mit den Auszeichnungen „Sänger des Jahres“ und „Lied des Jahres“ geehrt.[2]
Im Jahr 2009 erlangte Razel große Bekanntheit durch seine musikalische Vertonung des liturgischen Gedichts „Wehi Scheamda“ für den Sänger Yaakov Shwekey. Der israelische haredische Radiosender Kol Chai wählte das Werk zum „Lied des Jahrzehnts“, nachdem es sowohl bei säkularen als auch bei religiösen Hörern große Popularität gewann und sich in Israel zu einer inoffiziellen musikalischen Hymne des Pessach-Festes entwickelte.[3]
Diskografie
Alben
- 2007: All in All / Sach Hakol
- 2012: In Between the Sounds / בין הצלילים
- 2017: Open to Change / Poteach Lev
Live-Alben
- 2018: Live at Heichal HaTarbut
- 2025: שירים. פסנתר. סליחות (Live)
Kompilationen
- 2023: 50
Singles (Auswahl)
- 2012: קטנתי
- 2020: והיא שעמדה (mit Akiva & Nathan Goshen)
- 2021: חלקת אלוהים (מתוך פרויקט "יעלה ויבוא") (mit צאן ברזל מוזיקה)
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Aharon Granot-Granevich: Miracle Song. In: Mishpacha. 1. August 2012, abgerufen am 28. Januar 2014 (englisch).
- ↑ יקי הפשטיין: יונתן רזאל – זמר השנה, Ynet, 1. Oktober 2007. Abgerufen am 1. Februar 2010 (hebräisch).
- ↑ Jessica Steinberg: Pop star Eden Ben Zaken brings poignant Passover tune to YouTube In: Times of Israel, 10. April 2020. Abgerufen am 10. Januar 2024 (englisch).