Yimam von Yejju

Yimam of Yejju (amharisch ይማም, auch: Imam; gest. 1828) war ein Ras von Begemder und Enderase des Kaisers von Äthiopien. Er war der Sohn von Gugsa von Yejju.

Als Yimam nach dem Tod seines Vaters Gugsa im Jahr 1825 als Ras nachfolgte, wurde er von seinem Bruder Marye herausgefordert, der einen offenen Aufstand inszenierte.[1]

Spencer Trimingham berichtete, dass Ras Yimam offen den Islam gegen die lokale äthiopische Kirche unterstützte.[2] Er war auch so verärgert über Abuna Qerellos III., der sich in den Lehrstreit über die Natur Christi im Zuge des Sost Lidet einmischte, dass er den Abuna in das Kloster am Hayksee verbannte, wo Abuna Qerellos bis zu seinem Tod (ca. 1828) blieb.[3]

Während Ras Yimam in Gojjam im Feldzug gegen Dejazmach Goshu Zewde war, marschierte Dejazmach Haile Maryam von Semien (ሰሜን) nach Gondar, wo er Kaiser Gigar durch seine eigene Wahl, Ba’eda Mariam, ersetzte. Als Yimam davon hörte, kehrte er über Dengel Ber zurück und verfolgte Dejazmach Haile Maryam bis nach Waldebba, wo sie drei Tage lang kämpften, bis Haile am 25. Dezember 1825 vom Schlachtfeld über Wegera (ወገራ) nach Semien floh, wo er später starb, wodurch Ras Yimam erneut Gigar einsetzen konnte.[4]

Typisch für die Epoche Zemene Mesafint änderten sich die Beziehungen zwischen diesen bedeutenden Herren rasch. Wie Sven Rubenson beschreibt, wurde Dejazmach Haile Maryams Sohn Wube in der Schlacht gefangen genommen, doch Yimams Verbündeter Dejazmach Meru von Dembiya überzeugte Yimam, den Jungen freizulassen. Nicht lange danach verbündete sich Yimam mit Wube, der seinem Vater als Dejazmach nachgefolgt war, gegen Goshu und Meru in der Schlacht von Kossober im Oktober 1827 und besiegte ihre Gegner. Goshu floh ins Schutzgebiet Gojjam, während Meru kurz nach der Schlacht von einem Soldaten getötet wurde.[5] Im folgenden Jahr starb Ras Yimam „durch Gewalt“ („died by violence“) am Debre Tabor (Berg Tabor).[4] Er wurde in der Jesuskirche (ታቦር እየሱስ, tabori iyesusi) dieser Stadt begraben.[6]

Einzelnachweise

  1. Donald Crummey: Family and Property amongst the Amhara Nobility. In: Journal of African History, special issue: The History of the Family in Africa. 24, 1983: S. 218.
  2. J. Spencer Trimingham: Islam in Ethiopia. Geoffrey Cumberlege for the University Press, Oxford 1952: S. 111.
  3. Mordechai Abir: Ethiopia: The Era of the Princes; The Challenge of Islam and the Re-unification of the Christian Empire (1769–1855). Longmans, London 1968: S. 42 und Note 2.
  4. a b H. Weld Blundell: The Royal chronicle of Abyssinia, 1769-1840. University Press, Cambridge 1922: S. 485.
  5. Sven Rubenson: King of Kings: Tewodros of Ethiopia. Addis Ababa: Haile Selassie I University 1966: S. 19f.
  6. Richard K. P. Pankhurst: History of Ethiopian Towns. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1982: S. 266.