Yasmine Khlat
Yasmine Khlat (arabisch ياسمين خلاط; * 1959 in Ismailia, Ägypten) ist eine libanesische Schriftstellerin, Schauspielerin und Regisseurin.[1]
Leben und Wirken
Khlat wurde 1959 in Ismailia in eine syrisch-libanesische Familie geboren und kam als Kind in den Libanon, wo sie das Collège protestant in Beirut besuchte.[1] Sie studierte anschließend Film in Paris und begann 1979 in Beirut ihre Laufbahn im Kino, ehe sie während des libanesischen Bürgerkriegs nach Frankreich übersiedelte.[1][2] Seit 1986 lebt sie dauerhaft in Paris, wo sie neben der Arbeit an Dokumentarfilmen die Schriftstellerei zu ihrem Schwerpunkt machte.[1]
Sie begann 1979 in Beirut als Filmschauspielerin mit dem Hauptpart in Nahla und spielte anschließend unter anderem in Aziza (1980) und Les Rêves de la ville (1983), bevor sie sich zunehmend dem Schreiben zuwandte.[1] Seit 1986 lebt sie in Paris und schreibt auf Französisch.[1][2] Mit Le Désespoir est un péché (2001) wurde sie einem breiten Publikum bekannt; das Buch erhielt den Prix des cinq continents de la francophonie.[1][3]
Im Film spielte Khlat die Hauptrolle in Farouk Beloufas Nahla (1979) und wirkte in Abdellatif Ben Ammars Aziza (1980) sowie in Mohammad Malas’ Les Rêves de la ville (1983) mit; 1987 setzte sie den Dokumentarfilm Leylouna, notre nuit über ein Wohnhaus in West-Beirut um.[1]
Sie veröffentlichte die Romane Le Désespoir est un péché (2001), Partition libre pour Isabelle (2004) und Le Diamantaire (2006), wobei Letzterer in der französischen Presse als poetisch und musikalisch geprägter Text hervorgehoben wurde.[1][4] Mit Égypte 51 (2019) wandte sie sich einem epistolaren Roman über die Jahre des ägyptischen Kosmopolitismus zu, welcher in der Kritik als von Exil und Nostalgie getragen beschrieben wurde.[5] Es folgten Cet amour (2020) und La Dame d’Alexandrie (2022), eine überarbeitete Fassung von Vous me direz au crépuscule (2010).[6] Ihre Prosa – oft als träumerisch und von Geheimnissen durchzogen charakterisiert – befasst sich mit Themen wie Erinnerung, Verlusterfahrung und die Brüche des Exils.[2]
Filmografie
als Schauspielerin:
- 1979: Nahla
- 1979: Sur le tournage de Nahla (Kurzfilm)
- 1980: Aziza
- 1984: Ahlam el-madina
als Drehbuchautorin und Regisseurin:
- 1988: Leylouna notre nuit
Weblinks
- Yasmine Khlat bei IMDb
- Literatur von und über Yasmine Khlat im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i Yasmine Khlat, des sources du Nil aux racines du cèdre. In: L’Orient-Le Jour. 28. Februar 2019, abgerufen am 9. November 2025 (französisch).
- ↑ a b c Yasmine Khlat, casser le cycle des exils invisibles. In: RFI. 12. Februar 2022, abgerufen am 9. November 2025 (französisch).
- ↑ L’ivresse des mots de Mabanckou récompensée. In: Le Monde. 13. Oktober 2005, abgerufen am 9. November 2025 (französisch).
- ↑ Concerto pour une défunte. In: Le Monde. 9. Februar 2006, abgerufen am 9. November 2025 (französisch).
- ↑ ‘Égypte 51’, de Yasmine Khlat : exil et nostalgie. In: TelQuel. 11. Oktober 2019, abgerufen am 9. November 2025 (französisch).
- ↑ Yasmine Khlat, ou le mystère de « La dame d’Alexandrie ». In: L’Orient-Le Jour. 7. April 2022, abgerufen am 9. November 2025 (französisch).