Yardymly (Meteorit)
| Yardymly | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Yardymly Meteorit im Astrophysikalischen Observatorium Şamaxı | |||||
| Allgemeines | |||||
| Offizieller Name nach MBD |
Yardymly | ||||
| Authentizität | sicher | ||||
| Lokalität | |||||
| Land | Aserbaidschan | ||||
| Fall und Bergung | |||||
| Datum (Fall) | 24. November 1959 | ||||
| beobachtet | ja | ||||
| Beschreibung | |||||
| Typ | Eisenmeteorit | ||||
| Klasse | IAB-Komplex | ||||
| Referenzen | |||||
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Yardymly (auch bekannt unter dem Namen Aroos-Meteorit, Aserbaidschanisch: Yardımlı meteoriti oder Ərus meteoriti) ist ein Eisenmeteorit, der am 24. November 1959 im Süden Aserbaidschans im Rayon Yardımlı (damals Aserbaidschanische SSR, UdSSR) als beobachteter Fall niedergegangen ist.[1][2] Er gehört zur IAB-Komplex-Gruppe der Eisenmeteorite und ist als grober Oktaedrit klassifiziert. Fünf Fragmente des Meteoriten wurden in der Nähe des Dorfes Aroos (Ərus) gefunden (ihre Massen – in Reihenfolge der Auffindung – betragen etwa 11,3 kg, 5,7 kg, 5,93 kg, 0,36 kg und ca. 127 kg). Die Gesamtmasse der gefundenen Fragmente beträgt rund 150,29 kg.[3] Der Meteorit wird im Geologischen Institut der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans aufbewahrt. Nach Angaben des Direktors des Astrophysikalisches Observatorium Şamaxı, Eyub Guliyev, könnte der Yardymly-Meteorit seinen Ursprung im Meteorstrom der Perseiden haben.[4]
Augenzeugen beobachteten in den frühen Morgenstunden eine sehr helle Feuerkugel, die von Südwest nach Nordost durch die Wolkendecke zog.[3] Der Fall wurde von einer blendenden Leuchterscheinung – heller als Tageslicht – und donnerähnlichem Grollen begleitet. Die Leuchterscheinung erstreckte sich über ein Gebiet von etwa 2.800 Quadratkilometern.[5] Beim Fall einzelner Bruchstücke waren pfeifende und dröhnende Geräusche zu hören, ähnlich wie bei einem Düsenflugzeug oder einer Rakete.[3] Die Untersuchung der chemischen und physikalischen Eigenschaften des Meteoriten wurde vom aserbaidschanischen Forscher Mirali Qashqai geleitet. Der Meteorit weist eine ausgeprägte Widmanstätten-Struktur und einen ungewöhnlich niedrigen Tritiumgehalt auf. Ähnliche Tritiumanomalien wurden bereits in anderen Eisenmeteoriten festgestellt.[6]
In der Sowjetzeit wurden auf Anfrage internationaler Forschungseinrichtungen vom sowjetischen Meteoritenkomitee Meteoritenproben an verschiedene Labore in den USA und Europa (u. a. CERN) weitergegeben. Ein Teilstück gelangte auch in das Fersman-Museum in Moskau.
Bedeutung und Rezeption
Yardymly ist einer von nur zwei anerkannten Meteoritenfällen aus Aserbaidschan (neben Indarch) und daher für die regionale Meteoritik besonders wichtig.[7]
2018 schenkte die Regierung Aserbaidschans dem Naturhistorischen Museum Wien ein Stück des Meteoriten (rund 252 g), das mit einer Eisensäge vom Hauptstück abgetrennt worden war, anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Aserbaidschanischen Republik. Es ist in der Meteoritensammlung des NHMW ausgestellt.[8]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Meteoritical Bulletin Database - Eintrag Yardymly. In: Meteoritical Bulletin. Abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
- ↑ Yardymly meteorite, Baku, Yardymli District, Azerbaijan. In: mindat.org. Abgerufen am 24. November 2025.
- ↑ a b c https://www.lpi.usra.edu/meteor/docs/mb16.pdf
- ↑ Echo :: Общество :: В Азербайджане будут наблюдать за потоками Персеид. In: echo.az. Archiviert vom am 6. Juli 2011; abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Soviet Azerbaijan Encyclopedia (Baku, 1981), vol. 5, p. 80
- ↑ Argon-37, Argon-39, and Tritium in Meteorites... Office of Scientific and Technical Information, U.S. Department of Energy
- ↑ Ein Himmelsgeschenk für Österreich. In: derstandard.at. 6. Juni 2018, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Naturhistorisches Museum Wien - Pressemitteilung-Detailseite. In: nhm.at. 30. Mai 2018, abgerufen am 24. November 2025.