Yael Tauman Kalai
Yael Tauman Kalai (hebräisch יעל טאומן קלעי; * in Tel Aviv) ist eine israelische Kryptografin und theoretische Informatikerin sowie Ellen-Swallow-Richards-Professorin am Massachusetts Institute of Technology.[1][2] Sie gilt als führende Forscherin zur verifizierbaren Delegation von Berechnungen und zu knappen, leicht prüfbaren Nachweisen (SNARGs).[3] Für ihre grundlegenden Beiträge erhielt sie im Jahr 2023 den ACM Prize in Computing (Preisjahr 2022).[3]
Leben
Kalai wuchs in Tel Aviv in einer akademischen Familie auf; ihr Vater ist der Wirtschaftswissenschaftler und Spieltheoretiker Yair Tauman.[1] Sie erwarb im Jahr 1997 einen Bachelor an der Hebrew University of Jerusalem, 2001 den Master am Weizmann-Institut (bei Adi Shamir) und sie promovierte 2006 am MIT (bei Shafi Goldwasser).[4] Nach Stationen bei Microsoft Research New England wurde sie 2024 als Professorin an das MIT berufen und ist Mitglied des Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL).[5] Sie ist Ellen-Swallow-Richards-Professorin in der Abteilung EECS.[2] Zu ihren Auszeichnungen zählen der ACM Prize in Computing (2022, verliehen 2023) und die Wahl zur Fellow der International Association for Cryptologic Research (IACR).[3] 2018 war sie eingeladene Vortragende beim Internationalen Mathematikerkongress (ICM).[3]
Wirken
In ihrer Masterarbeit How to Leak a Secret (2001) führte sie zusammen mit Ron Rivest und Adi Shamir das Konzept der Ringsignaturen ein, das anonyme Signaturen innerhalb einer Gruppe ermöglicht und später in Kryptowährungen Anwendung fand.[4] Gemeinsam mit Shafi Goldwasser trug sie zur Klärung der Sicherheitsgrenzen des Fiat–Shamir-Paradigmas bei.[3] Ein Schwerpunkt ihrer Forschung ist die verifizierbare Delegation von Berechnungen: Kalai entwickelte „doubly efficient“ interaktive Beweise und nutzte kryptografische Techniken zur Konstruktion übertragbarer Zertifikate für beliebige Rechnungen aus interaktiven Protokollen.[3] Solche knappen Zertifikate werden inzwischen zur effizienten Verifizierung von Transaktionen und Erleichterung der Skalierung in Blockchain-Systemen wie Ethereum eingesetzt.[4] Daneben arbeitet sie an quantensicheren Verfahren und der Absicherung ausgelagerter Berechnungen; sie geht davon aus, dass Quantencomputer in wenigen Jahren heutige verschlüsselte Nachrichten rückwirkend lesbar machen könnten und deshalb der Übergang zu quantensicherer Kryptografie jetzt erfolgen müsse.[6] In öffentlichen Formaten erläutert sie die Bedeutung beweisbarer Sicherheit und die praktischen Anwendungen ihrer Arbeit, von der Cloud-Verifikation bis zur Post-Quanten-Kryptografie.[7][1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c The Cryptographer Who Ensures We Can Trust Our Computers. In: Quanta Magazine. 27. Juli 2023, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Yael Kalai. In: MIT EECS. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e f ACM Prize in Computing Recognizes Yael Tauman Kalai for Fundamental Contributions to Cryptography. In: Association for Computing Machinery. 12. April 2023, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c Yael Tauman Kalai PhD ’06 awarded 2022 ACM Prize in Computing. In: MIT News. 19. April 2023, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ School of Engineering welcomes new faculty. In: MIT News. 23. Mai 2024, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ MIT-Professorin: „In fünf Jahren werden verschlüsselte Nachrichten lesbar sein“. In: taz.de. 18. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ People of ACM – Yael Tauman Kalai. In: Association for Computing Machinery. 11. Mai 2023, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).