YOLO

Die umgangssprachliche Abkürzung YOLO [ˈjoʊ.loʊ] steht als Akronym für die englische Phrase „you only live once“ („du lebst nur einmal“) für die Vergänglichkeit (Vanitas) und ist eine Aufforderung, eine Chance zu nutzen und einfach Spaß zu haben, egal welchen Gefahren man sich aussetzt, welche Verbote man missachtet oder ob man Disziplin, Ordnung und Vernunft außer Acht lässt.[1] Daneben ruft sie zu Risikobereitschaft und unkonventionellem Vorgehen auf[2] und soll den Eindruck vermitteln, dass der Sprecher „die Lage im Griff habe“.

YOLO wird oft mit dem lateinischencarpe diem“ (deutsch: Nutze den Tag) verglichen und gleichgestellt, ist aber von etwas anderer Bedeutung. So verweist „carpe diem“ darauf, dass man in Bescheidenheit seinen Aufgaben nachkommt, um ein ruhiges Leben führen zu können und Erkenntnis zu erlangen. „YOLO“ kann demgegenüber, wie gesagt, geradezu als Aufforderung zur Unvernunft angesehen werden.[3]

Popularität in den 2010ern

Während der Begriff in weiten Teilen der Bevölkerung unbekannt war, war er ab 2012 vor allem in jüngeren Altersgruppen bekannt und wurde innerhalb dieser verwendet.[4] Aus den USA kommend, war er zeitweise fast weltweit unter der jüngeren Bevölkerung in Verwendung.

YOLO wurde auch oft von Jugendlichen benutzt, nachdem sie etwas getan haben, das beispielsweise verboten oder gefährlich war. Sie sahen solche Aktionen als sogenannte „YOLO-Aktionen“ an, die für größeres Ansehen und Respekt sorgen.

YOLO soll zum ersten Mal als Aufdruck auf einem T-Shirt aufgetreten sein, das der amerikanische Unternehmer Adam Mesh bei einem Gastauftritt in der Fernsehshow The Average 2004 trug. Zu einem Schlagwort der Jugendkultur wurde es aber vor allem durch den Hip-Hop-Song The Motto von Drake.[2] Ungefähr ab Ende 2011 wurde YOLO fester Bestandteil des Wortschatzes der Jugendsprache. Während viele Jugendliche häufig und gerne YOLO sagten, waren viele Erwachsene bereits genervt von diesem Ausdruck. So bezeichneten US-amerikanische Onlinemedien YOLO bereits als „das neueste Akronym, das Sie mit Vorliebe hassen werden“[5] und als „dumm“[6].

2012 wurde YOLO in Deutschland noch vor FU! zum Jugendwort des Jahres gewählt.[7][8] 2013 war es in Österreich für das Jugendwort des Jahres nominiert, wurde jedoch von „whatsappen“ geschlagen.[9]

Einzelnachweise

  1. YOLO. Abgerufen am 20. August 2022.
  2. a b The Winner is… (langenscheidt.de) (Memento vom 13. September 2017 im Internet Archive)
  3. Christiana Gules: Generation Y – Jugend 2.1. (Germanistisches Magazin 2013/1).
  4. Quiz: Sind Sie fit in Jugendsprache? Yolo! Bist du swag wie BABO? Abgerufen am 20. August 2022.
  5. Maura Judkis: #YOLO: The Newest Acronym You’ll Love to Hate. Washington Post Style Blog, 25. Februar 2011, abgerufen am 15. Dezember 2012.
  6. Megan Walsh: YOLO: The Evolution of the Acronym In: Huffington Post, 17. Mai 2012 
  7. Das Jugendwort des Jahres 2012. jugendwort.de, archiviert vom Original am 20. Dezember 2012; abgerufen am 15. Dezember 2012.
  8. Das Jugendwort des Jahres ist gewählt! jugendwort.de, archiviert vom Original am 22. September 2012; abgerufen am 15. Dezember 2012.
  9. Wort des Jahres 2013 – oewort. Abgerufen am 8. Dezember 2025.