Ximenia americana

Ximenia americana

Ximenia americana

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Olacaceae
Gattung: Ximenia
Art: Ximenia americana
Wissenschaftlicher Name
Ximenia americana
L.

Ximenia americana ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ximenia in der Familie Olacaceae und der Ordnung Sandelholzartige (Santalales). Sie kommt in tropischen Regionen im mittleren bis nördlichen Süd- und in Mittelamerika, Florida, in großen Teilen Afrikas, Indien, im nordöstlichen Australien und in Ozeanien vor.[1]

Beschreibung

Ximenia americana wächst als halbimmergrüner,[2] öfters dorniger Strauch oder kleiner Baum mit bis 6 (manchmal bis über 9) Meter Höhe[3][4] und herabhängenden Ästen.

Die wechselständigen oder büscheligen und kurz gestielten Laubblätter sind ganzrandig, kahl, lederig, eiförmig bis elliptisch oder manchmal verkehrt-eiförmig,[3] die Blattspreite ist etwa 2–8 cm lang und 1–4 cm breit, die Spitze ist meist stumpf und oft eingebuchtet sowie teils feinstachelspitzig.[3][5]

Die kleinen, zwittrigen, grün-weißlichen bis -gelblichen, gestielten und meist 4- bis 5-zähligen Blüten sind duftend, 5–10 mm lang und stehen meist in achselständigen, wenigblütigen Zymen, Dolden oder Trauben. Der becherförmige, gezähnte Kelch ist nur klein.[2] Die ledrigen, klappigen, oberseits zurückgelegten, schmalen Petalen sind innen im unteren Teil langhaarig, bärtig. Es sind meist 8 bis 10 kurze, bespitzte Staubblätter mit länglichen Antheren ausgebildet.[2] Der konische und kahle, vierkammerige Fruchtknoten ist oberständig mit kurzem Griffel und kleiner Narbe.[5][4][2]

Die Früchte sind glänzende, bis zu 3 cm große, eiförmige bis ellipsoide oder rundliche, kahle Steinfrüchte. Während der Reife geht die Farbe von Grün über Gelb nach Rot über. die Frucht enthält einen Samen mit hohem Ölgehalt.[5]

Verbreitung und Standort

Ximenia americana ist in den Tropen weitverbreitet und kommt in im mittleren bis nördlichen Süd- und in Mittelamerika, Florida, im nördlicheren bis südlichen Afrika, Indien, im nordöstlichen Australien und in Teilen Ozeanien vor. Besonders verbreitet ist sie in Afrika und Brasilien.[5]

Sie wächst an sehr unterschiedlichen Standorten wie halbtrockenem Buschland, trockenen und sandigen, offenen Wäldern, trockenen Hügelgebieten und Steinhängen, sowie in Gebüschen entlang von Küsten und Wasserläufen. Ximenia americana steht meist einzeln in offenen Habitaten wie Savannen oder entlang Küsten und Wasserläufen steht (zum Beispiel als Teil eines Galeriewalds). Die Pflanze verträgt Trockenheit, wächst auf mageren und trockenen Böden (Sand und Lehm) in Höhen bis etwa 2000 Meter.[5]

Lebensweise

Die Blüte erfolgt oft während der Trockenzeit, insgesamt sind Blüte und Fruchtwachstum aber ganzjährig möglich und nicht von klimatischen Bedingungen abhängig. Früchte werden etwa ab einem Alter von drei Jahren gebildet. Die Verbreitung erfolgt durch Tiere. Ximenia americana kann über die Wurzeln anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe entziehen aber auch anderweitig überleben, ist also fakultativ parasitisch.[5]

Nutzung

Viele Pflanzenteile werden genutzt. Das schwere Holz ist hart und beständig, es eignet sich für Werkzeugstiele.[6] Die Frucht wird gegessen, das Samenöl (Elozyöl, Ximeniaöl, Wildolivenöl)[7][8] eignet sich als Speiseöl. Das entzündungshemmend wirkende Samenöl wird außerdem in vielen Kosmetika und Haarpflegemitteln eingesetzt.[5]

In der traditionellen Medizin werden Wurzeln, Rinde und Blätter gegen viele Krankheiten eingesetzt, unter anderem gegen Malaria, Masern, Entzündungen, als Antiparasitikum gegen Trypanosoma und als Anthelmintikum.[5]

Inhaltsstoffe

Die Früchte sind reich an Vitamin C, wobei der Gehalt mit der Reife etwas abnimmt.[5] Die Samen enthalten das cytotoxische Protein Riproximin.[9] Das Analyse von Samenöl aus Äthiopien ergab einen Anteil von etwa 84,3 % Elaidinsäure, 12,8 % Ximeninsäure, 1,2 % Palmitinsäure und 1,7 Stearinsäure.[10]

Die Blätter enthalten das cyanogene Glycosid Sambunigrin, Gallussäure und Glucogallin. Weiterhin enthalten sie diverse Flavonoide, darunter Quercetin, Quercitrin sowie andere Glycoside des Quercetins.[11]

Literatur

  • C. G. G. J. van Steenis, W. J. J. O. de Wilde: Flora Malesiana. Series I, Volume 10, 1984, S. 5 f, 10 ff, online auf biodiversitylibrary.org.
  • Michel Arbonnier: Trees, Shrubs and Lianas of West African Dry Zones. CIRAD, 2004, ISBN 978-2-7592-0674-2, S. 43, 46, 430, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • M. D. Dassanayake, W. D. Clayton: A Revised Handbook to the Flora of Ceylon. Volume X, Balkema, 1996, ISBN 90-5410-268-3, S. 294 f, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • J. Kuijt, B. Hansen: The Families and Genera of Vascular Plants. Volume XII: Flowering plants Eudicots, Springer, 2015, ISBN 978-3-319-09295-9, S. 188 f, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
Commons: Ximenia americana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ximenia americana bei KEW.
  2. a b c d Flora Malesiana.
  3. a b c Michel Arbonnier: Trees, Shrubs and Lianas of West African Dry Zones.
  4. a b M. D. Dassanayake, W. D. Clayton: A Revised Handbook to the Flora of Ceylon.
  5. a b c d e f g h i Ana Cláudia D. Medeiros, Francinalva D. de Medeiros: Ximenia americana L. In: Medicinal and Aromatic Plants of South America. Band 5. Springer Netherlands, Dordrecht 2018, ISBN 978-94-024-1550-6, S. 477–486, doi:10.1007/978-94-024-1552-0_43. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  6. Useful Tropical Plants.
  7. P. H. List, L. Hörhammer: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. 4. Auflage, Sechster Band, Chemikalien und Drogen Teil C: T–Z, Springer, 1979, S. 531.
  8. Wilhelm Halden, Adolf Grün: Analyse der Fette und Wachse. Zweiter Band, Springer, 1929, S. 216 f.
  9. Helene Bayer, Noreen Ey, Andreas Wattenberg, Cristina Voss, Martin R. Berger: Purification and characterization of riproximin from Ximenia americana fruit kernels. In: Protein Expression and Purification. Band 82, Nr. 1, 2012, S. 97–105, doi:10.1016/j.pep.2011.11.018.
  10. Asfawosen Mamo Bazezew, Shimelis Admassu Emire, Mulugeta Teamir Sisay: Bioactive composition, free radical scavenging and fatty acid profile of Ximenia americana grown in Ethiopia. In: Heliyon. Band 7, Nr. 6, 2021, S. e07187, doi:10.1016/j.heliyon.2021.e07187.
  11. Nhat Hao Tran Le, Karl Egil Malterud, Drissa Diallo, Berit Smestad Paulsen, Cecilie Sogn Nergård, Helle Wangensteen: Bioactive polyphenols in Ximenia americana and the traditional use among Malian healers. In: Journal of Ethnopharmacology. Band 139, Nr. 3, 2012, S. 858–862, doi:10.1016/j.jep.2011.12.031.