Xenophon Zolotas

Xenophon Evthymiou Zolotas (griechisch Ξενοφών Ευθυμίου Ζολώτας, * 26. März 1904; † 11. Juni 2004) war ein griechischer Volkswirt und 1989 kurzzeitig parteiloser Ministerpräsident Griechenlands.

Leben

Zolotas studierte in Athen, sowie in Leipzig und Paris. 1928 bis 1968 war er Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen. In den späten 1940er Jahren übernahm er zusammen mit Ilias Lalaounis das renommierte Juweliergeschäft Zolotas aus Familienbesitz. Aufgrund politischer und akademischer Verpflichtungen verließ Xenophon Zolotas das Geschäft wieder.

Er war Vorstandsmitglied der UNRRA und hatte hohe Ämter im Internationalen Währungsfonds inne.

Zolotas war zwischen 1944 und 1945, 1955 und 1967 sowie 1974 und 1981 Direktor der Bank von Griechenland. Er hat zahlreiche Arbeiten zu griechischen und internationalen Wirtschaftsthemen veröffentlicht.

Als im Jahre 1989 weder die PASOK noch die Nea Dimokratia eine Mehrheit erreichen konnte, erklärte sich der damals 85-jährige bereit, bis zu Neuwahlen das Amt des Ministerpräsidenten auszuüben. Als bei den Wahlen 1990 die Nea Dimokratia unter Konstantinos Mitsotakis die Mehrheit erreichte, trat er zurück.

Berühmte Reden

Zwei seiner Reden im Englischen, die er als Vorsitzender der Bank von Griechenland am Abschlusstag der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gab, erlangten große Aufmerksamkeit, da sie fast ausschließlich in Wörtern verfasst wurden, die aus dem Griechischen stammen. Einleitend zu seiner ersten Rede sagte er: „I always wished to address this Assembly in Greek, but realized that it would have been indeed ‘Greek’ to all present in this room. I found out, however, that I could make my address in Greek which would still be English to everybody. With your permission, Mr. Chairman, l shall do it now, using with the exception of articles and prepositions, only Greek words.“

Übersetzung: „Ich wünschte immer, diese Versammlung auf Griechisch anzusprechen, verstand aber, dass dies in der Tat für alle in diesem Raum Anwesenden 'Griechisch'[1] gewesen wäre. Jedoch fand ich heraus, dass ich meine Ansprache in einem Griechisch halten könnte, das für jeden immer noch Englisch wäre. Mit Ihrer Erlaubnis, Herr Vorsitzender, werde ich das nun tun, indem ich außer Artikeln und Präpositionen nur griechische Wörter benutzen werde.“

Auszüge aus den Reden; aus dem Griechischen stammende Wörter sind kursiv gesetzt:

26. September 1957

Kyrie, I eulogize the archons of the Panethnic Numismatic Thesaurus and the Ecumenical Trapeza for the orthodoxy of their axioms, methods and policies, although there is an episode of cacophony of the Trapeza with Hellas. With enthusiasm we dialogue and synagonize at the synods of our didymous organizations in which polymorphous economic ideas and dogmas are analyzed and synthesized.“

2. Oktober 1959

Kyrie, it is Zeus’ anathema on our epoch for the dynamism of our economies and the heresy of our economic methods and policies that we should agonize the Scylla of numismatic plethora and the Charybdis of economic anaemia. It is not my idiosyncrasy to be ironic or sarcastic, but my diagnosis would be that politicians are rather cryptoplethorists. [...] I apologize for having tyrannized you with my Hellenic phraseology. In my epilogue, I emphasize my eulogy to the philoxenous autochthons of this cosmopolitan metropolis and my encomium to you, Kyrie, and the stenographers.“

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Einzelnachweise

  1. Das ist ein Wortspiel: 'Griechisch' bedeutet hier so viel wie 'unverständlich'.
VorgängerAmtNachfolger
Ioannis GrivasPremierminister von Griechenland
1989–1990
Konstantinos Mitsotakis