XFL (2001)
| Sportart | American Football |
| Ligagründung | 2001 |
| Ligaauflösung | 2001 |
| Mannschaften | 8 |
| Land/Länder | Vereinigte Staaten |
| Titelträger | Los Angeles Xtreme |
| TV-Partner | NBC |
| Website | xfl.com |
Die XFL war eine American-Football-Liga, die von dem WWE-Eigentümer Vince McMahon im Rahmen eines Joint Venture mit dem Fernsehsender NBC ins Leben gerufen wurde. Entgegen der landläufigen Meinung bedeutete XFL nicht eXtreme Football League. Als die Liga gegründet wurde, versicherten die Promoter, das „X“ stehe für nichts.[1]
Geschichte
Die XFL wurde von der World Wrestling Federation und der National Broadcasting Company ins Leben gerufen. Es wurden dabei verschiedene Regeländerungen im Vergleich zur marktbeherschenden Profiliga National Football League (NFL) vorgenommen. So wurde der Point after Touchdown abgeschafft und nur die Two-Point Conversion erlaubt. Auch der Fair Catch wurde aus dem Regelwerk gestrichen. Der Münzwurf zu Beginn des Spiels wurde durch einen Wettlauf zum Ball ersetzt, wobei sich bereits im Eröffnungsspiel der Liga ein Spieler bei diesem verletzte.[2] Ebenfalls wurde das mediale Auftreten verändert. Für die Spielübertragung wurde die Sky Cam eingeführt, die das Spiel aus der Vogelperspektive übertrug. Diese Regelung wurde später von der NFL übernommen. Zudem waren Spieler und Trainer auch während des laufenden Spiels zu Interviewgabe verpflichtet und es gab Übertragungen aus den Umkleideräumen.[3] Es gab keine selbständigen Teams, alle waren im Besitz eines Veranstalters.
Das erste Spiel der XFL fand am 3. Februar 2011 statt. Die Las Vegas Outlaws besiegten die New York/New Jersey Hitmen mit 19:0.[4] Das Finale fand am 21. April 2001 statt. Beim „The Million Dollar Game“ titulierten Spiel erhielten die Spieler der siegreichen Mannschaft eine Millionen US-Dollar, etwa 22.000 pro Spieler. Vor 25,000 Zuschauern im über 92,000 Zuschauer fassenden Los Angeles Memorial Coliseum schlugen die heimischen Los Angeles Xtreme die San Francisco Demons.[5] Bedingt durch die das Footballpublikum befremdende WWF-angehauchten Übertragungen, die durch geringen informationswert und gewaltandrohende Kommentierung geprägt waren, sowie der Sättigung des Marktes durch NFL- und Colle-Football-Übertragungen schwand nach anfänglichem Interesse schnell an der XFL.[4] Zusätzlich wurden die mäßigen sportlichen Leistungen der Teams als Grund angeführt.[5] Bedingt durch schlechte Einschaltquoten – das Finale erreichte etwa nur 2,1 % Marktanteil – stieg NBC nach der Saison aus der XFL aus und die Liga wurde eingestellt. Sowohl NBC als auch die WWF hatten jeweils 35 Millionen US-Dollar an Verlust durch die XFL zu verzeichnen.[6]
Das Interesse an der Liga wurde wiederbelebt, als ESPN Films einen Dokumentarfilm über die Liga veröffentlichte, und kurz nach dem Debüt des Films begann McMahon mit den Vorbereitungen für eine neue Iteration der Liga im Jahr 2020. Die neue XFL wurde von einem neuen McMahon-gesteuerten Unternehmen, das unabhängig von der heutigen WWE war, betrieben und nutzte nicht die Sportunterhaltungselemente der vorherigen Inkarnation. Die zweite Iteration der Eröffnungssaison der XFL, die am 8. Februar 2020 begann, wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie abgebrochen, und die Liga stellte den Betrieb ein und meldete im April 2020 Insolvenz an,[7][8][9] wobei McMahon die Marke XFL im Rahmen eines Verkaufs an seinen ehemaligen WWE-Wrestler Dwayne Johnson und Dany Garcia im August 2020 aufgab.[10] Unter der neuen Führung startet die Liga 2023 erneut den Spielbetrieb.
Teams der XFL (2001)
- Birmingham Thunderbolts
- Chicago Enforcers
- Las Vegas Outlaws
- Los Angeles Xtreme
- Memphis Maniax
- New York/New Jersey Hitmen
- Orlando Rage
- San Francisco Demons
Endstand, 2001
| Eastern Division | Siege | Niederlagen |
|---|---|---|
| Orlando Rage | 8 | 2 |
| Chicago Enforcers | 5 | 5 |
| New York/New Jersey Hitmen | 4 | 6 |
| Birmingham Thunderbolts | 2 | 8 |
| Western Division | Siege | Niederlagen |
| Los Angeles Xtreme | 7 | 3 |
| San Francisco Demons | 5 | 5 |
| Memphis Maniax | 5 | 5 |
| Las Vegas Outlaws | 4 | 6 |
| Halbfinale |
|---|
- 14. April 2001: Orlando Rage – San Francisco Demons 25:26
- 15. April 2001: Los Angeles Xtreme – Chicago Enforcers 33:16
| Finale in Los Angeles („The Million Dollar Game“) |
|---|
- 21. April 2001: Los Angeles Xtreme – San Francisco Demons 38:6
Personalien und Gehälter
Die XFL zahlte ihren Spieler durchschnittlich ca. 4.000 US-Dollar pro Spiel, wobei Quarterbacks etwas mehr und Kicker und Punter etwas weniger bekamen. Dies war im Vergleich zu anderen nordamerikanischen Footballligen ein relativ niedriges Gehalt. Daher gelang es kaum Spieler aus der NFL, der Canadian Football League oder der Arena Football League abzuwerben.[11] Aus der NFL Europe hingegen wurden einige Personalien abgeworben. So verpflichteten etwa die Orlando Rage mit Galen Hall den Head Coach von Rhein Fire, Los Angeles Xtreme den Head Coach der Amsterdam Admirals Al Luginbill und Scottish Claymores Head Coach Jim Criner heuerte bei den Las Vegas Outlaws an. Auch einige Publukumslieblinge wie Quarterback Pat Barnes, Wide Receiver Mario Bailey und Runningback Derrick Clark wechselten in die XFL.[1]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 265.
- ↑ Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 266.
- ↑ Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 266–267.
- ↑ a b Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 268.
- ↑ a b Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 266–269.
- ↑ Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 270.
- ↑ XFL wird wegen CoV-Krise wieder aufgelöst, sport.orf.at, 11. April 2020.
- ↑ Kevin Siefert: XFL suspends operations, lays off employees and has no plans for 2021 season In: ESPN.com, 10. April 2020. Abgerufen am 11. April 2020 (englisch).
- ↑ Kevin Seifert: XFL files for Chapter 11 bankruptcy after suspending operations In: ESPN.com, 13. April 2020. Abgerufen am 16. April 2020 (englisch).
- ↑ Daniel Kugler: Neuauflage der Liga für 2021 geplant: The Rock goes XFL: So plant Dwayne Johnson den Relaunch der NFL-Alternative, ran.de, 4. August 2020.
- ↑ Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 267.