Worthington Mine

Worthington Mine
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Worthington Mine ca. 1920
Abbautechnik Untertagebau (Schachtförderung)
Förderung/Gesamt ca. 180.000–200.000 t Erz (historisch) t
Seltene Mineralien Pentlandit, Pyrrhotin, Chalkopyrit, Niccolit u. a. (46 Mineralarten dokumentiert)
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betreibende Gesellschaft Dominion Mineral Company (1889–1913)
Mond Nickel Company
(1915–1927)
Betriebsbeginn 1891
Betriebsende 1927
Nachfolgenutzung stillgelegt nach massivem Einsturz, Gelände heute Privatgrund
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Nickel/Kupfer/Platingruppenmetalle (Nebenprodukt)
Nickel

Gangname

Worthington Offset Dike
Rohstoffgehalt ca. 2–4 %
Größte Teufe ca. 400 m (vor Einsturz)
Kupfer
Abbau von Kupfer

Gangname

Worthington Offset Dike
Rohstoffgehalt ca. 1–2 %
Abbau von Platingruppenmetalle (Nebenprodukt)
Geographische Lage
Koordinaten 46° 23′ 13″ N, 81° 26′ 34″ W
Lage Worthington Mine
Standort Worthington
Gemeinde Greater Sudbury, Drury Township (historisch)
Provinz Ontario
Staat Kanada
Revier Sudbury-Becken (Worthington Offset Dike)

Die Worthington Mine war eine untertägige Nickel-Kupfer-Grube im Drury Township etwa 45 km südwestlich von Sudbury in der kanadischen Provinz Ontario. Sie gehörte zu den frühen Lagerstätten des Sudbury-Beckens und lag im sogenannten Worthington Offset Dike, einem radialen Gangsystem des Sudbury-Ignius-Komplexes. Das Bergwerk ist vor allem durch seinen Einsturz im Jahr 1927 bekannt, der die benachbarte Bergbausiedlung Worthington zur Geisterstadt machte.

Das Bergwerk wurden nach James Worthington benannt. Er war Bauleiter für den Abschnitt der Canadian Pacific Railway im Norden Ontarios und Anteilseigner der Dominion Mineral Company, die das Bergwerk im Jahr 1890 erworben hatte.

Lage

Das Bergwerk befindet sich im Süden Ontarios, rund 50 km westlich von Sudbury, an der Fairbank Lake Road nahe der Siedlung Beaver Lake.[1]

Geologie

Die Worthington Mine lag im südwestlichen Abschnitt des Worthington Offset Dike, einem etwa 18 km langen, radial vom Hauptbecken ausgehenden Gangsystem. Das Erz bestand aus massiven und disseminierten Sulfiden (vorwiegend Pyrrhotin, Pentlandit, Chalkopyrit) in einem noritischen bis quartz-dioritischen Ganggestein. Insgesamt sind aus der Lagerstätte 46 Mineralarten dokumentiert, darunter seltene Nickel- und Platingruppenminerale.[1]

Geschichte

Entdeckung und erste Phase (1884–1913)

Das Vorkommen wurde 1884 von dem Landvermesser Francis Hector Crean entdeckt, der bei Arbeiten für die Canadian Pacific Railway (CPR) auf stark nickelhaltiges Gestein stieß. 1889 erwarb die Dominion Mineral Company die Claims. Der Schachtbau begann noch im selben Jahr, und 1891 nahm die Worthington Mine die Produktion auf.

Das Bergwerk gehörte zusammen mit der benachbarten Elsie Mine zu den westlichsten frühen Produzenten des Sudbury-Beckens. Bis etwa 1910 wurden hier mehrere zehntausend Tonnen hochgradiges Nickel-Kupfer-Erz gefördert.

Mond Nickel Company (1915–1927)

In den Jahren 1913/14 stand das Bergwerk still. 1915 übernahm die britische Mond Nickel Company Ltd. (später Teil von Inco) die Worthington Mine und nahm sie nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder in Betrieb. In dieser Phase erreichte die Mine ihre größte Fördermenge und Beschäftigtenzahl. In der zugehörigen Bergbausiedlung Worthington lebten 400 Einwohner.[2]

Am 4. Oktober 1927 bemerkte ein Vorarbeiter während der Schicht ungewöhnliche Gesteinsbewegungen und Risse im Hangenden. Die sofort eingeleitete Räumung der Grube rettete vermutlich Hunderten von Bergleuten das Leben: Nur wenige Stunden später brach das gesamte Grubengebäude auf einer Länge von über 300 Metern zusammen. Der Einsturz war so heftig, dass Teile der Tagesanlagen und mehrere Gebäude der Siedlung Worthington beschädigt oder zerstört wurden. Auch ein 150 Meter langes Stück der Eisenbahnstrecke der Canadian Pacific Railway wurde dabei zerstört. Das Bergwerk wurde danach endgültig stillgelegt.[3]

Produktion

Genaue historische Förderzahlen sind nur lückenhaft erhalten. Schätzungen gehen von insgesamt etwa 180.000–200.000 Tonnen Erz mit durchschnittlich 2–4 % Nickel und 1–2 % Kupfer aus.

Heutiger Zustand

Von den Tagesanlagen der Worthington Mine ist nichts mehr erhalten. Der ehemalige Schachtbereich ist überwachsen und teilweise überflutet. Die Stätte liegt heute auf Privatgrund und ist nicht öffentlich zugänglich. In der näheren Umgebung betreibt Vale Canada seit 2010 die Totten Mine (ehemals Inco Totten), die jedoch eine separate, modernere Lagerstätte erschließt.

Einzelnachweise

  1. a b Worthington Mine, Drury Township, Greater Sudbury, Ontario, Canada. Mindat.org, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
  2. Worthington – Ghost Town. Ghost Towns of Ontario, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
  3. Worthington (Ghost Town) - Greater Sudbury / Grand Sudbury, Ontario. In: OAP - Urbex Database. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).