Wood River Junction
| Wood River Junction | ||
|---|---|---|
| Wood River Junction station | ||
| Lage in Rhode Island | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Vereinigte Staaten | |
| Bundesstaat: | Rhode Island | |
| County: | Washington County | |
| Koordinaten: | 41° 26′ N, 71° 42′ W | |
| GNIS-ID: | 1217698 | |
Wood River Junction ist ein Dorf in der Gemeinde Richmond im US-Bundesstaat Rhode Island.
Am 24. Juli 1964 ereignete sich in der Atomanlage der United Nuclear Corporation in Wood River Junction ein Nuklearunfall, bei dem der damals 37-jährige Robert Peabody durch eine extreme Strahlendosis ums Leben kam.
Geographie
Im Dorf befindet sich der Meadowbrook Pond, auch bekannt als Wood River Pond, ein Anglersee. Der Ort wird von zwei Flüssen umschlossen: dem Wood River und dem Pawcatuck River.
Geschichte
Überblick
Das Dorf war der Standort des Bahnhofs Wood River Junction, der ursprünglich als „Richmond Switch“ bekannt war. Die Wood River Branch Railroad wurde 1872 konzessioniert und 1874 fertiggestellt. Der Name wurde im April 1874 geändert. Die etwa 9,6 km lange Zweigstrecke wurde gebaut, um eine Verbindung von Hope Valley zur Hauptstrecke der New York, Providence and Boston Railroad herzustellen. Die New York, New Haven and Hartford Railroad übernahm 1892 den Betrieb der Zweigstrecke und legte sie schließlich am 8. August 1947 still. Die Hauptstrecke ist heute noch als Teil von Amtraks Nordostkorridor in Betrieb.
Nuklearunfall
Am 24. Juli 1964 ereignete sich in der Atomanlage der United Nuclear Corporation ein tödlicher Nuklearunfall.[1][2] Die Anlage war darauf ausgelegt, hochangereichertes Uran aus den Abfallmaterialien der Brennelementproduktion zurückzugewinnen. Der technische Mitarbeiter Robert Peabody sollte eigentlich eine Flasche mit 1,1,1-Trichlorethan in einen Mixer geben, der bereits eine Natriumcarbonatlösung mit radioaktivem Uran-235 enthielt. Da das Typenschild der Flasche aufgrund systemischer Sicherheitsmängel und mangelhaftem Risikomanagement jedoch kurze Zeit vorher abgerissen war[3], goss Peabody irrtümlicherweise eine Uranlösung in den Mixer.
Dies löste eine Kritikalitätsexkursion aus, die von einem Lichtblitz begleitet wurde. Dabei wurden etwa 10 Liter des etwa 40–50 Liter fassenden Mixers aus dem Tank geschleudert[4].
Durch diese Kernreaktion wurde der 37-jährige Robert Peabody einer tödlichen Strahlendosis ausgesetzt. Die Schätzungen darüber, welcher Dosis Peabody genau ausgesetzt war variieren, da eine präzise Messung nur eingeschränkt möglich war. Analysen und Berechnungen ergaben, dass Peabody eine Ganzkörperdosis von mindestens 7.000 Rad (70 Gy) und maximal 19.000 Rad (190 Gy) erhalten hatte. Spätere Schätzungen, die auf der Strahlungsquelle basierten, führten zu einer Mindestdosis von 15.000 Rad (150 Gy) sowie einer Maximaldosis von 26.000 Rad (260 Gy). Insgesamt lag die im Bericht anerkannte Dosisschätzung bei über 100 Sievert, mit einer Spanne von etwa 70 bis 260 Sievert. Untersuchungen an seinem Ehering ergaben für diesen einzelnen Finger eine geschätzte Dosis von 700 Rem (7 Sievert). Sein Kopf war einer Strahlung von 14.000 Rem (140 Sievert), und sein Becken mit berechneten 46.000 Rem (460 Sievert) ausgesetzt. Dies bedeutet, dass Peabody der wahrscheinlich höchsten Strahlendosis ausgesetzt war, die jemals aufgezeichnet wurde.[3]
Robert Peabody starb nur 49 Stunden nach dem Unfall.
Neunzig Minuten später ereignete sich eine zweite Exkursion, als ein Betriebsleiter in das Gebäude zurückkehrte und den Mixer abzuschalten. Dabei setzte er sich selbst und einen weiteren Mitarbeiter einer Strahlendosis von bis zu 100 Rad (1 Gy) aus.[5]
Einzelnachweise
- ↑ "Nuclear Fatality at Wood River Junction", Dennis E. Powell, Yankee, July 6, 2022, excerpted from "Incident at Wood River Junction", Yankee Magazine, October 1994. Accessed November 19, 2024.
- ↑ United Nuclear Corporation: Nuclear Incident at United Nuclear Corporation, Wood River Junction, Rhode Island, July 24, 1964. 21. August 1964.
- ↑ a b Compliance Investigation Report, Volume 3 – Suppl. Report With Exhibits, Sep. 16, 1964.
- ↑ Johnston, Wm. Robert. "Wood River criticality accident, 1964". Archived from the original on April 18, 2017. Retrieved August 19, 2023.
- ↑ McLaughlin, Thomas P.; Monahan, Shean P.; Pruvost, Norman L.; Frolov, Vladimir V.; Ryazanov, Boris G.; Sviridov, Victor I. (2000). A Review of Criticality Accidents: 2000 Revision (PDF). Los Alamos, NM: Los Alamos National Laboratory. pp. 33–34. Archived from the original on September 11, 2009. Retrieved October 30, 2023.