Wolfgang Wischmeyer

Wolfgang Karl Wischmeyer (* 5. Oktober 1944 in Kassel; † 20. Juni 2025 in Erlangen[1])[2] war ein deutscher evangelischer Theologe. Von 1996 bis 2013 war er Professor für Kirchengeschichte, Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.

Leben

Wolfgang Wischmeyer studierte Kunstgeschichte, Klassische und Christliche Archäologie sowie Evangelische Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Georg-August-Universität Göttingen und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo er 1973 mit der Arbeit Die archäologischen und literarischen Quellen zur Kirchengeschichte von Apulia et Calabria, Lucania et Bruttii promoviert wurde. Für 1975/1976 erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts.[3] 1977 habilitierte er sich in Heidelberg mit der Schrift Studien zu Sarkophagdeckeln. 1992 wurde er zum außerplanmäßigen Professor in Heidelberg ernannt. Nach einer Tätigkeit als Pfarrer der evangelischen Landeskirche in Württemberg war er seit 1996 Ordinarius an der Universität Wien. 2013 wurde er emeritiert.

1997 wurde Wolfgang Wischmeyer Mitglied der Kirchenväter-Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und 1999 Vorsitzender des Südostmitteleuropäischen Fakultätentages. Er war Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche H.B. und Mitglied des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche A. und H.B. in Österreich.

2017 erhielt Wolfgang Wischmeyer das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Wolfgang Wischmeyers Forschungsgebiete waren das Antike Christentum und die Alte Kirche. Veröffentlichungs- und Arbeitsschwerpunkte bildeten die griechische und lateinische Epigraphik der Spätantike, die Märtyrerakten, antike Kalender (insbesondere der Chronograph von 354 – sogenannter Kalender des Filocalus), die Rolle der Magie im Antiken Christentum sowie die frühchristliche Ikonographie.

Wischmeyer war mit der Neutestamentlerin Oda Wischmeyer verheiratet. Der Theologe Johannes Wischmeyer und der Rechtswissenschaftler Thomas Wischmeyer sind seine Söhne.[4]

Schriften

Einzelnachweise

  1. Wir trauern... Universität Wien, abgerufen am 23. Juni 2025.
  2. Traueranzeige Wolfgang Karl Wischmeyer (PDF). Abgerufen am 23. Juni 2025.
  3. Norbert Zimmermann: Die Christliche Archäologie an der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts. In: Sabine Schrenk, Ute Verstegen (Hrsg.): Forschungsgeschichte als Aufbruch. Beiträge zur Geschichte der Christlichen Archäologie und Byzantinischen Kunstgeschichte. Propylaeum, Heidelberg 2022, ISBN 978-3-96929-107-8, S. 199–228, DOI:10.11588/propylaeum.952.c12909 (Open Access), hier S. 213.
  4. Traueranzeige Wolfgang Karl Wischmeyer (PDF). Abgerufen am 25. Juni 2025.