Wolfgang Stremmel
Wolfgang Stremmel (* 22. April 1952 in Köln)[1] ist ein deutscher Mediziner (Innere Medizin, Gastroenterologie).
Stremmel studierte ab 1970 Medizin an der Universität zu Köln mit der Promotion und Approbation 1977 (Dissertation: Bis(monoacylglycerin)phosphat: ein „Marker“-Phosphatid sekundärer Lysosomen), war danach Assistent am Institut für Physiologische Chemie in Köln und ab 1978 an der Universitätsklinik Düsseldorf. 1980 bis 1982 war er Gastforscher an der Mount Sinai School of Medicine in New York. 1984 wurde er Facharzt für Innere Medizin. 1985 habilitierte er sich in Düsseldorf (mit der Arbeit: Rezeptorvermittelte Transportprozesse – Untersuchungen zum hepatozellulären Transport von Bilirubin und Fettsäuren sowie zur intestinalen Fettsäureresorption), wurde dort Hochschuldozent und war dort 1989 bis 1996 Projektleiter der Forschungsgruppe Mechanismen der Leberschädigung. 1987 wurde er Oberarzt in der Abteilung Gastroenterologie am Zentrum für Innere Medizin der Universitätskliniken Düsseldorf, 1989 außerplanmäßiger Professor und 1991 Professor. 1994 wurde er Professor und ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik, Abteilung Innere Medizin IV der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Gastroenterologie, Infektionskrankheiten, Vergiftungen). 2018 wurde Stremmel emeritiert.[2]
Er befasste sich unter anderem mit Fettleberhepatitis und deren Pathogenese, Therapie der Hepatitis mit Phosphatidylcholin, Therapie von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen mit Phosphatidylcholin, Eisenstoffwechsel/Hämochromatose, Kupferstoffwechsel (Morbus Wilson), Fettsäurestoffwechsel.
Er erforschte die Wirkungsweise des körpereigenen Phosphatidylcholins bei der Erhaltung der Schleim-Schutzschicht im Dickdarm und die Möglichkeit durch eine medikamentöse Zugabe dieser Substanz den Wiederaufbau der Schleim-Schutzschicht bei Colitis ulcerosa zu erreichen. Die Arbeiten waren erfolgreich[3][4] und die Substanz ist in einer speziellen Präparation für den Dickdarm rezeptfrei erhältlich.
Seit Mai 2018 ist Stremmel als Arzt in einer eigenen Privatpraxis für innere Medizin im Medical Center Baden-Baden tätig.[5]
1989 erhielt Stremmel den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis. 1985 erhielt er den Thannhauser-Preis der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und 1988 den European Price of Gastroenterology. 2006 wurde er Ehrendoktor der Universität Tiflis.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Zur Pathogenese der Kohlenhydratstoffwechselstörung nach operativen Eingriffen. In: Infusionstherapie. 1, 1973, S. 294 ff.
- mit Harald Hefter und Cathrin Smolarek: Der Morbus Wilson. Pathogenese, Symptomatik, Diagnostik und Therapie der Kupferspeichererkrankung. Hefter, Lobenfeld bei Heidelberg 2000.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Geburtsdaten nach Kürschner, Gelehrtenkalender 2009
- ↑ Julia Bird: Der renommierte Internist Professor Dr. Wolfgang Stremmel verabschiedet sich in den Ruhestand. Universitätsklinikum Heidelberg, Pressemitteilung vom 29. März 2018 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 29. März 2018.
- ↑ W. Stremmel, H. Vural, O. Evliyaoglu, R. Weiskirchen: Delayed Release Phosphatidylcholine is Effective for Treatment of Ulcerative Colitis: A Meta-Analysis. In: Digestive Diseases. 2021, doi:10.1159/000514355.
- ↑ Eduard F. Stange, Bjoern O. Schroeder: Microbiota and mucosal defense in IBD: an update. In: Expert Review of Gastroenterology & Hepatology. 13. Jahrgang, Nr. 10, 2019, ISSN 1747-4132, S. 963–976, doi:10.1080/17474124.2019.1671822, PMID 31603356 (tandfonline.com [PDF; abgerufen am 12. Oktober 2025]).
- ↑ Homepage von Stremmels Praxis, abgerufen am 23. Oktober 2025.