Wolfgang Radt

Wolfgang Radt (* 25. Januar 1940 in Guben) ist ein deutscher Klassischer Archäologe.

Wolfgang Radt studierte von 1959 bis 1968 Klassische Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte, Vorderasiatische Archäologie und Klassische Philologie an den Universitäten Frankfurt und München. In dieser Zeit zwischen 1961 und 1966 nahm er an Ausgrabungen in Manching, Milet und Priene teil. 1968 wurde er in Frankfurt bei Gerhard Kleiner mit einer Dissertation zum Thema „Siedlungen und Bauten auf der Halbinsel von Halikarnassos“ promoviert. Anschließend nahm er bis 1969 an den Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Norşuntepe in der Ost-Türkei teil und arbeitete in der Redaktion der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt am Main. Daran schloss sich bis 1970 das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts durch den Mittelmeerraum und Vorderasien an.

Von 1971 bis zu seiner Pensionierung 2005 arbeitete Radt, zunächst als Wissenschaftlicher Referent für Klassische Archäologie, an der Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts. 1972 wurde ihm die Leitung der Ausgrabungen in Pergamon übertragen. Zwei Jahre später wurde Radt ordentliches Mitglied des DAI. 1982 folgte die Ernennung zum Wissenschaftlichen Direktor (2. Direktor) der Abteilung Istanbul. Sein Nachfolger als Grabungsleiter von Pergamon und 2. Direktor der Abteilung Istanbul wurde Felix Pirson. Seit 1991 ist Radt zudem Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts. 2001 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Münster ernannt, zwei Jahre später Ehrenmitglied des Türkischen Instituts für Altertumswissenschaften.

Schriften (Auswahl)

  • Siedlungen und Bauten auf der Halbinsel von Halikarnassos. Unter besonderer Berücksichtigung der archaischen Epoche (= Istanbuler Mitteilungen. Beiheft. 3, ISSN 0418-9701). Wasmuth, Tübingen 1970 (zugleich Dissertation, Universität Frankfurt am Main 1970).
  • Katalog der Staatlichen Antikensammlung von Sana und anderer Antiken im Jemen. Wasmuth, Berlin 1973.
  • mit Klaus Nohlen: Kapikaya. Ein Felsheiligtum bei Pergamon (= Altertümer von Pergamon. Band 12). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1978, ISBN 3-11-006710-2.
  • mit Meinrad B. Filgis: Die Stadtgrabung. Teil 1 Das Heroon (= Altertümer von Pergamon. Band 15, 1). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1986, ISBN 3-11-010175-0.
  • Pergamon. Geschichte und Bauten, Funde und Erforschung einer antiken Metropole. Mit Fotos von Elisabeth Steiner. DuMont, Köln 1988, ISBN 3-7701-1656-9 (Neuausgabe, Primus, Darmstadt 1999, ISBN 3-89678-116-2; 3., um ein Vorwort ergänzte Auflage, Philipp von Zabern, Darmstadt 2016, ISBN 978-3-8053-4989-5).
  • mit Gioia de Luca: Sondagen im Fundament des grossen Altars (= Pergamenische Forschungen. Band 12). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1999, ISBN 3-11-016094-3.
  • (Hrsg.): Stadtgrabungen und Stadtforschungen im westlichen Kleinasien: Geplantes und Erreichtes. Internationales Symposion 6./7. August 2004 in Bergama (Türkei). Ege Yayınları, Istanbul 2006, ISBN 978-975-807-124-1.
  • mit Martin Bachmann: Bau Z. Architektur und Wanddekor. Unter Mitarbeit von Andreas Schwarting (= Altertümer von Pergamon. Band 15, 5). Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2017, ISBN 978-3-11-045565-6.