Wolfgang Metzner (Verleger)

Johann Wolfgang Otto Alfred Metzner (* 5. November 1909 in Berlin; † 16. Januar 1992 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Verleger in Berlin und Frankfurt am Main.

Leben

Wolfgang Metzners Mutter war die Buchhändlerin Gotho Metzner, geborene Sprockhoff; sein Vater Alfred Metzner war Verleger in Berlin. Wolfgang Metzner besuchte ein Realgymnasium und machte in Bonn eine Buchhändlerlehre. Er studierte Staatswissenschaft bzw. Volkswirtschaft, zuerst in Bonn, wo er auch beim Buchhändler Ludwig Röhrscheid arbeitete, dann in Genf, wo er in der Bibliothek des Internationalen Arbeitsamtes und der Verlagsabteilung des Völkerbundes tätig war, schließlich in Berlin, wo er auch im Verlag Müller & Co. arbeitete, und in Leipzig, wo er im Verlag für graphische Gestaltung angestellt war.

Im Jahr 1928 übernahm er als Mitinhaber den Alfred Metzner Verlag vom Vater und publizierte dort unter anderem Literatur zu „Rasse“, „Eugenik“ und „Sippenforschung“.[1] 1931 wurde er auch Eigentümer des Verlags für Standesamtswesen, 1935 dessen Geschäftsführer. Im selben Jahr wurde Metzner in Leipzig mit seiner Dissertation Frankreichs Wehrmachtsausgaben zum Dr. rer. pol. promoviert. 1944 mussten die beiden Verlage ihre Tätigkeit einstellen.

Seit etwa 1948 bemühte sich Wolfgang Metzner um eine Lizenz zur Wiedergründung der Verlage in Frankfurt am Main.[2] Seit 1952 erschienen die ersten neuen Publikationen im Alfred Metzner Verlag, nun vor allem juristische Literatur. Von 1958 bis 1974 war er Inhaber von Bernard & Graefe Verlag für Wehrwesen. 1959 kaufte Metzner den Athenäum Verlag und 1960 den Verlag für Wehrwesen, die er beide bis 1973 bzw. 1974 führte. Von 1960 bis 1974 war er Alleinhaber des Alfred Metzner Verlags.

Er war viele Jahre Mitglied im Verlegerausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und 1963 bis 1965 dessen Vorsitzender. Zu seinen Ehrenämtern gehörten Tätigkeiten als Handelsrichter, Vorstandsmitglied vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und des Hessischen Verleger- und Buchhändlerverbandes. Des Weiteren war er Mitglied unter anderem der Internationalen Bibliophilen-Vereinigung, der Gesellschaft der Bibliophilen, der Gutenberg-Gesellschaft, der Maximilian-Gesellschaft und der Wirtschaftspolitischen Gesellschaft von 1947. Er war zudem Rotarier. 1970 erhielt er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

Wolfgang Metzner war ab 1865 in dritter Ehe verheiratet mit Klaudia Metzner, geborener Boje, und hatte sechs Kinder (Kenneth, Ralph, Robin, Günther, Otto und Anna). Er wohnte in Bad Homburg vor der Höhe, starb 1992 in Frankfurt am Main und wurde auf dem Parkfriedhof in Berlin-Lichterfelde bestattet.[3]

Seine beiden Verlage wurden von seinen Nachkommen übernommen, der Alfred Metzner Verlag 1993 in Wolfgang Metzner Verlag umbenannt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Publikationen im Alfred Metzner Verlag (1, 2) bei WorldCat
  2. Dr. Wolfgang Metzner beantragt Verlagslizenz im MARCHIVUM Mannheim, Deutsche Digitale Bibliothek
  3. Dr Wolfgang Metzner in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 18. November 2023.