Wolfgang Lorenz (Physikochemiker)

Wolfgang Lorenz (* 29. Oktober 1925 in Zwickau; † 19. Juni 2007 in Leipzig) war ein deutscher Physikochemiker und Hochschullehrer (Physikalische Chemie) an der Universität Leipzig.

Werdegang

Nach dem Abitur 1943 am Gymnasium in Zwickau wurde Wolfgang Lorenz noch im selben Jahr zur Wehrmacht (Leichte Artillerie) eingezogen und geriet dann in englische Gefangenschaft. Im Zeitraum Juni 1945 bis März 1947 arbeitete er als Physikpraktikant im Grubenlampenwerk Zwickau; im Juli 1946 legte er noch das „reguläre“ Abitur ab. Von 1946 bis 1950 studierte er Physik in Leipzig. Zudem war er für kurze Zeit wissenschaftlicher Assistent am Institut für Metallkunde der Bergakademie Freiberg. Zurück in Leipzig ist er bewusst in die Physikalische Chemie gewechselt und wurde 1952 promoviert (Titel der Dissertation: „Zur Theorie des elektrolytischen Kristallwachstums“). Sein Mentor war Herbert Staude. Im Zeitraum vom 15. Oktober 1953 bis zum 31. Mai 1954 war Lorenz in Leipzig beurlaubt und forschte am MPI für physikalische Chemie in Göttingen. Bereits 1954 habilitierte sich Lorenz über „Elektrochemische Methoden zur Untersuchung von Metalloberflächen“ in Leipzig. 1955 wurde er in Leipzig Dozent für angewandte Physikalische Chemie und 1961 Professor mit Lehrauftrag. Nach der Sektionsgründung wurde Lorenz 1974 in Leipzig zum ordentlichen Professor für Physikalische Chemie berufen und leitete die Arbeitsgruppe Kinetik (1972–1981). Ab 1981 leitete er den Wissenschaftsbereich „Theoretische Physikalische Chemie.“ 1991 wurde Lorenz emeritiert.[1]

Lorenz betreute 28 Doktoranden und zahlreiche Diplomanden.[1]

Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten sind in über 170 wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert.[1]

Publikationen (Auswahl)

  • Zur allgemeinen Theorie des Impedanzspektrums potentialabhängiger Phasengrenzreaktionen, Z. phys. Chem. 218 (1961), 272–276.
  • Zur quantenchemischen Deutung Partieller Ladungsübertragungsreaktionen, Z. phys. Chem. N.F. 54 (1967) 191–195.
  • Zur Theorie partieller Ladungsübertragungsreaktionen, Z. phys. Chem. 244 (1970) 65–84.
  • mit G. Salié: Partial Charge Transfer Reactions in Electrochemical Kinetics. Review on the Theory of Measuring Methods for the Electrode Processes with Adsorbed Intermediates, J. Electroanal. Chem. 191 (1985) 31–58.
  • WCharge-transfer chemical bond formation dynamics in electrochemical systems: Processes on metals, semiconductors, and biomembranes, J. Phys. Chem. 95 (1991) 10566–10575.
  • Dynamical and quantumchemical Characteristics of electronic charge density processes, Z. phys. Chem. 214 (2000) 207–220.

Einzelnachweise

  1. a b c Lothar Beyer: Autografe von Chemikern in der Chemiehistorischen Sammlung der Fakultät für Chemie und Mineralogie der Universität Leipzig, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 2025, S. 62–63, ISBN 978-3-96023-644-3.