Wolfgang Hassenpflug

Wolfgang Ludwig Otto Friedrich Hassenpflug (* 27. November 1860 in Eschwege; † 2. Oktober 1932 ebenda)[1][2] war ein königlicher Gewerberat und hochrangiger Beamter (Gewerbeinspektor) in Preußen. Er stammt aus der Familie Hassenpflug.

Leben

Hassenpflug besuchte das Königliche Gymnasium in Marburg[3] und das Königliche St. Matthiasgymnasiums in Breslau[4], wo er 1881 sein Abitur bestand. Hassenpflug studierte an der Technischen Hochschule Hannover.[5] Er legte die Prüfungen im Maschinenbaufach am Technischen Oberprüfungsamt für höhere bautechnische Verwaltungsbeamte ab.[6]

Hassenpflug war seit mindestens 1885 Regierungs-Maschinenbauführer[7] und ab 1890 königlicher Regierungsbaumeister.[8] 1894 trat er zur Gewerbeaufsicht über und war ab wenigstens 1894 (1895) Gewerbeinspektions-Assistent in Lüneburg sowie Koblenz[9] und ab 1897 königlicher Gewerbeinspektor.[10] Im selben Jahr war Hassenpflug Teil der Delegation, die ein neues Sicherheitssprengpulver der Pulverfabrik Rottweil inspizierte.[11]

Hassenpflug trat zum 1. April 1898 die Nachfolge des Gewerbeinspektors Jäkel in Allenstein für die Kreise Allenstein, Rastenburg, Rössel, Heilsberg, Preußisch Holland, Mohrungen, Osterrode, Ortelsburg und Neidenburg an. Zeitgleich war er Vertreter des Regierungs- und Gewerberats Sack der Regierungsbezirke Königsberg und Gumbinnen.[12][13] Während seiner Zeit in Allenstein saß Hassenpflug in der dortigen städtischen Gesundheitskommission.[14]

1903 folgte die Ernennung Hassenpflugs zum königlichen Gewerberat (persönlicher Rat 4. Klasse).[15]

Hassenpflug war ab dem 1. April 1907 Vorstand der Gewerbeinspektion in Breslau II. (Landkreis Breslau, Kreis Guhrau, Neumarkt, Steinau, Wohlau)[16] und wurde 1908 als Wahlmann des 265. Urwahlbezirks der Stadt Breslau gewählt.[17] Im selben Jahr war er Teil der staatlichen Kommission zur Prüfung der Reinigungsverfahren von Zuckerfabrikabwässern bei der Anwendung des Pfeiffer-Bergreen'schen Verfahren in der Zuckerfabrik Schottwitz.[18]

Ab dem 1. April 1914 war Hassenpflug Gewerberat in Eschwege im Bezirkskreis Kassel. Er trat zum 1. April 1926 in den Ruhestand und starb 1932 in seiner Geburtsstadt.[19]

Auszeichnungen

Mitgliedschaften

Familie

Wolfgang Hassenpflug wurde am 27. November 1860 als erster Sohn des Friedrich Hassenpflug (1827–1892), Oberlandesgerichtsrat in Breslau und der Anna Volmar, Tochter von Otto Volmar, Kurhessischer Konsistorial-Präsident und Finanzminister, in Eschwege geboren. Wolfgang Hassenpflugs Großvater war der kurhessische Innen- und Justizminister Ludwig Hassenpflug (1794–1862), der Charlotte Grimm (1793–1833), Schwester der Gebrüder Grimm, heiratete.[25] Wolfgang Hassenpflug pflegte regen Briefkontakt mit seinem Onkel Hermann Grimm (1828–1901), Sohn von Wilhelm Grimm.[26][27][28]

Wolfgang Hassenpflug war seit 1891 mit Luise Caroline Georgette, geborene Bartsch (1870–1955) aus der Linie derer von Wolff von Todenwarth und derer von Münchhausen, verheiratet.[29] Aus der Ehe ging u. a der Sohn Karl Friedrich Adolf (1892–1969) und die Tochter Eleonora Anna Luise (* 1893) hervor.

Literatur

  • Bernhard Körner, Fritz Amberger zu Rüschlikon (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch: Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. Band 54. C.A. Starke, Görlitz 1927.

Einzelnachweise

  1. DNB, Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 8. November 2025.
  2. Deutsche Biographie: Hassenpflug, Wolfgang - Deutsche Biographie. Abgerufen am 8. November 2025.
  3. Friedrich Münscher (Hrsg.): Die Schüler des Gymnasiums. N. G. Elwert’sche Universitäts-Buchdruckerei, Marburg 1873, S. 43.
  4. Festschrift des Königlichen St. Matthiasgymnasiums zur Jahrhundertfeier, 1811-1911, S. 241 Link
  5. Herbert Mundhenke: Die Matrikel der Höheren Gewerbeschule, der Polytechnischen Schule und der Technischen Hochschule zu Hannover: 1881-1911. Hahn, 1988, S. 285.
  6. I. HA Rep. 125 A, Nr. 1200/4. In: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Abgerufen am 8. November 2025.
  7. Personal-Nachrichten. In: K. E. O. Fritsch, F. W: Büsing (Hrsg.): Deutsche Bauzeitung. 19. Jahrgang. Kommissions-Verlag von Ernst Töche, Berlin 1885, S. 592 (google.de [abgerufen am 8. November 2025]).
  8. Änderungen. In: Vereines Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Zeitschrift der Vereines Deutscher Ingenieure. Band 38. Rudolph Gaertner, Berlin 24. Februar 1894, S. 486.
  9. Verzeichnis der sämtlichen preußischen Regierungsbaumeister des Maschinenbaufachs. In: Friedrich Carl Glaser (Hrsg.): Annalen für Gewerbe und Bauwesen. Band 34. Kommissions-Verlag Georg Siemens, Berlin 1894, S. 59.
  10. Personal-Nachrichten. In: Friedrich Carl Glaser (Hrsg.): Annalen für Gewerbe und Bauwesen. Band 40, Heft 1. Kommissions-Verlag Georg Siemens, Berlin 1. Januar 1897, S. 200.
  11. Versuche mit Sicherheits-Sprengpulver. In: Tiefbau-Berufsgenossenschaft (Hrsg.): Tiefbau: Organ der Tiefbau-Berufsgenossenschaft. 10. Jahrgang. E. Schmidt, Berlin 2. Januar 1897, S. 302.
  12. Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin. Abgerufen am 8. November 2025.
  13. Prussia (Germany) Ministerium für Handel und Gewerbe: Jahresberichte der preussischen Regierungs- und Gewerberäte und Bergbehörden. 1904 (google.de [abgerufen am 8. November 2025]).
  14. Josef Brix, Dr. Petruschky: Gesundheit: Hygienische und gesundheitstechnische Zeitschrift. Hrsg.: Internationale Verein gegen Verunreinigung der Flüsse, des Bodens und der Luft. 27. Jahrgang, Nr. 1. F. Leineweber, Leipzig 1. Januar 1902, S. 569.
  15. Personal-Nachrichten. In: Friedrich Carl Glaser (Hrsg.): Annalen für Gewerbe und Bauwesen. Band 52. Kommissions-Verlag Georg Siemens, Berlin 1903, S. 224.
  16. Adressen-Beilage des Correspondenz-Blatt. In: Carl Legien (Hrsg.): Korrespondenzblatt der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Nr. 4, 8. Oktober 1910, S. 44.
  17. Neuwahl zum Hause der Abgeordneten. In: Magistrat der königlichen Haupt- und Residenzstadt Breslau (Hrsg.): Breslauer Gemeindeblatt. 7. Jg., Nr. 23, 7. Juni 1908, S. 420.
  18. Bericht über die Arbeiten der staatlichen Kommission zur Prüfung der Reinigungsverfahren von Zuckerfabrikabwässern in der Kampagne 1908/09. In: Alexander Herzfeld (Hrsg.): Zeitschrift des Vereins der Deutschen Zuckerindustrie. 46. Jahrgang (Neuer Folge), Band 59. Vereins-Direktorium, Berlin 1909, S. 417.
  19. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel. Hof- und Waisenhaus-Buchdruckerei, 1914, S. 174 (google.de [abgerufen am 8. November 2025]).
  20. Michael Karl: Fabrikinspektoren in Preussen: das Personal der Gewerbeaufsicht 1854-1945: Professionalisierung, Bürokratisierung und Gruppenprofil (= Studien zur Sozialwissenschaft. Nr. 126). Westdeutscher Verlag, Opladen 1993, ISBN 978-3-531-12460-5, S. 202.
  21. Anschriftenliste des Weinheimer SC. 1928, S. 66
  22. https://sbc.org.pl/Content/296343/i210051-1913_1914-00-0001.pdf, S. 75
  23. H. Crüger (Hrsg.): Mitteilungen über den 47. Allgemeinen Genossenschaftstag des Allgemeinen Verbands der auf Selbsthilfe beruhenden Deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften e.V. zu Cassel. J. Guttentag, Berlin 1906.
  24. Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis 1914. Berlin 1914, S. 121.
  25. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm, Jacob Grimm: Briefe (= Werke und Briefwechsel, Kasseler Ausgabe / Brüder Grimm). Verlag der Brüder Grimm-Gesellschaft, Kassel 1998, ISBN 978-3-929633-62-7.
  26. Universität Kassel, Grimm-Portal. Abgerufen am 8. November 2025.
  27. Wolfgang Hassenpflug - Deutsche Digitale Bibliothek. Abgerufen am 8. November 2025.
  28. Ludwig Emil Grimm, Adolf Stoll: Erinnerungen aus meinem Leben. Nachdr. der Orig.-Ausg. von 1913 Auflage. Severus-Verl, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86347-253-5.
  29. Bernhard Körner, Fritz Amberger zu Rüschlikon (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch: Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. Band 54. C.A. Starke, Görlitz 1927, S. 324.