Wolfgang Fleischmann

Wolfgang Fleischmann (* 1934) ist ein deutscher Theaterregisseur, Hörspielsprecher und Schauspiellehrer.

Leben und Wirken

Von 1954 bis 1957 studierte Fleischmann an der Theaterhochschule Leipzig. Als wesentliche Lehrer bezeichnete er später August Momber und Ottofritz Gaillard. Während seines Schauspielstudiums besuchte er Vorlesungen von Hans Mayer an der Universität Leipzig. Nach dem Diplom wurde er als Schauspieler an das Staatstheater Cottbus engagiert.[1] Fleischmann arbeitete auch als Regisseur, u. a. an den Bühnen der Stadt Gera, am Maxim Gorki Theater und an der Volksbühne in Berlin, am Theater Meiningen[2], am Theater der Bergarbeiter Senftenberg und am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen.[3] Mit Beginn der Spielzeit 1980/81 wurde er am Theater in Cottbus Oberspielleiter. Später kehrte er als Schauspieldozent nach Leipzig zurück.[4] Nachdem die Schauspielausbildung der Theaterhochschule als Abteilung Schauspiel in die Hochschule für Musik und Theater Leipzig übernommen worden war, wurde Fleischmann dort 1992 zum Professor für Schauspiel berufen.[5]

Wolfgang Fleischmann ist mit der Schauspielerin Hannelore Schubert verheiratet.

Regie

  • Die Krone der Schöpfung, Klára Fehér, 1960, Bühnen der Stadt Gera
  • Und das am Heiligabend, Vratislav Blažek, 1961, Gera
  • Komödie der Irrungen, William Shakespeare, 1963, Gera
  • Der Revisor, Nikolai Gogol, 1964, Gera
  • Minna von Barnhelm, Gotthold Ephraim Lessing, 1965, Gera
  • Der Gast, Ludvik Aškenazy, 1965, Maxim Gorki Theater Berlin
  • Jeanne oder die Lerche, Jean Anouilh, 1966, Volksbühne Berlin
  • Der Widerspenstigen Zähmung, Shakespeare, 1970, Theater Meiningen
  • Ein irrer Duft von frischem Heu, Rudi Strahl, 1971, Meiningen
  • Am Fuße des Witoscha, Pejo Jaworow, 1973, Theater der Bergarbeiter Senftenberg
  • Der kaukasische Kreidekreis, Bertolt Brecht, 1975, Theater Bautzen
  • Keine Leute, keine Leute, Rudi Strahl, 1981, Theater Cottbus
  • Der tollste Tag, Peter Turrini, mit Gerhard Neubauer, 1986, Theaterhochschule Leipzig, Sommertheater
  • Urfaust, Goethe, 1991, Centre de Recherches et de Formation Théâtrales en Wallonie, Liège, Belgien

Hörspiele (Auswahl)

  • 1969: Rhys Adrian: Die Vollbeschäftigten (Alf) – Regie: Fritz Schröder-Jahn (Original-HörspielNDR/SWF)
  • 1986: Erasmus Schöfer: Der Raketentest (Staatsanwalt) – Regie: Walter Niklaus (Originalhörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1986: Johann Karl August Musäus: Entzauberung unmöglich (Volksmärchen der Deutschen) (Kammerherr) – Regie: Walter Niklaus (Hörspielbearbeitung, Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1987: Sabine Heinrich: Bild im Entree (Inspektor Williams) – Regie: Günter Bormann (Originalhörspiel, Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1987: Horst Berensmeier: Die Anhalterin (Zander) – Regie: Annegret Berger (Originalhörspiel, Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1989: Andreas Anden: Der sanfte Tod (Inspektor) – Regie: Annegret Berger (Originalhörspiel, Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR)

Quelle: ARD-Hörspieldatenbank

Einzelnachweise

  1. Interview mit Wolfgang Fleischmann in „...dann gehst du aber auf 'ne richtige Schule!“, Fünfzig Jahre Schauspieler-Ausbildung in Leipzig 1953-2003 [1] HMT Leipzig, 2003, S. 37–41
  2. Wolfgang Fleischmann in „Albert Bussmann starb mit 89“ [2] in „Südthüringen“, 22.2.2013
  3. „Der Kreidekreis“ von Bertolt Brecht in Bautzen, Regie: Wolfgang Fleischmann [3] in „Theater der Zeit“, 9/1975
  4. Wolfgang Fleischmann in „Man darf niemanden verloren geben, man muss miteinander reden, einander zuhören“ - Ein Interview mit Prof. Anne-Kathrin Gummich [4] in MT Journal 54, 5/2023
  5. Zeittafel zur Geschichte der Weimarer und Leipziger Schauspieler-Ausbildung in „...dann gehst du aber auf 'ne richtige Schule!“, Fünfzig Jahre Schauspieler-Ausbildung in Leipzig 1953-2003 [5] HMT Leipzig, 2003, S. 157