Wolfgang Engel (Kriminologe)

Siegfried Wolfgang Engel (* 20. Oktober 1914 in Stuttgart-Zuffenhausen; † 31. Dezember 2002 in Heidelberg) war ein deutscher Kriminologe, Jurist, Arzt und Schriftsteller.[1]

Leben und Wirken

Siegfried Wolfgang Engel studierte von 1933 bis 1935 zunächst Evangelische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Universität Königsberg. Anschließend leistete er von 1935 bis 1937 Militärdienst. Von 1937 bis 1943 studierte er dann Medizin an zahlreichen Universitäten, zuletzt an der Universität Heidelberg. Von 1941 bis 1945 war er Soldat im Zweiten Weltkrieg, 1943 legte er das medizinische Staatsexamen ab und promovierte zum Dr. med. an der Universität Heidelberg. Während eines Kriegsdienstes war er als Militärarzt tätig. Nach seiner Approbation 1945 war er als Assistenzarzt an der Psychiatrischen und Neurologischen Klinik in Heidelberg tätig, von 1951 bis 1952 an der Psychiatrischen Klinik in Madrid. Von 1952 bis 1959 war er in Heidelberg als niedergelassener Nervenfacharzt tätig. Im Jahre 1959 begann seine Tätigkeit an der Universität Heidelberg; bis 1962 arbeitete er wiederum an der Psychiatrischen und Neurologischen Klinik, ab 1965 dann am Institut für Kriminologie. 1973 habilitierte er sich für das Fach Kriminologie und lehrte von 1974 bis 1978 als Professor.

Neben seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen aus dem Bereich der Neurologie und Kriminologie schrieb Engel (unter dem Autorennamen: Wolfgang Engel) auch Gedichte und Kurzprosa.[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die depressiven Wellen des Tages. In: Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie und ihrer Grenzgebiete, Bd. 25 (1957), S. 342–354.
  • Über die Gebärde. In: Studium generale, Bd. 10 (1957), S. 305–322.
  • Die Zeit des Gefangenen. In: Georges Schaltenbrand (Hrsg.): Zeit in nervenärztlicher Sicht. Enke, Stuttgart 1963, S. 59–79.
  • Verlaufsformen delinquenten Handelns und ihre Beeinflußbarkeit. In: Kriminalbiologische Gegenwartsfragen, Jg. 1966, H. 7, S. 94–109.
  • Zur Psychotherapie der Eigentumstäter. In: Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht, Jg. 1967, H. 4, S. 402–421.
  • Das prognostische Quartett. In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform, Bd. 51 (1968), H. 4, S. 160–172.
  • Zur Metamorphose des Rechtsbrechers. Grundlagen einer Behandlungslehre. Enke, Stuttgart 1973, ISBN 3-432-01806-1.
  • (Hrsg. u. Mitautor, mit Dietrich von Engelhardt): Kriminalität und Verlauf. Literaturbericht. Ein System der Verlaufsforschung. Vier empirische Untersuchungen (= Kriminologische Schriftenreihe der Deutschen Kriminologischen Gesellschaft, Bd. 71). Kriminalistik-Verlag, 1978, ISBN 3-7832-0478-X.

Belletristische Schriften

  • Empfindliche Nähe. Gedichte und Bilder. 2. Aufl. Schlender, Göttingen 1985, ISBN 3-88051-013-X.
  • Angelehnte Fenster. Aphorismen. Sauer, Heidelberg 1987, ISBN 3-7938-7786-8.
  • Das Zaudern des Vogelmenschen. Gedichte und Prosa. Heidelberger Verlags-Anstalt, Heidelberg 1987, ISBN 3-920431-81-2.
  • Langsames Geheimnis. Aphorismen. Manutius-Verlag, Heidelberg 1991, ISBN 3-925678-32-8.
  • Zwischen den Augenblicken. Kurze Prosa und Gedichte. Manutius-Verlag, Heidelberg 2001, ISBN 3-934877-00-1.

Einzelnachweise

  1. Engel, Siegfried Wolfgang. In: Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon. Bd. 3: 1933–1986. Springer, Heidelberg 2009, S. 180f., ISBN 978-3-540-88834-5.
  2. Siegfried Wolfgang Engel. In: Autorinnen und Autoren in Baden-Württemberg (abgerufen am 6. Januar 2026).
  3. Wolfgang Engel, „Schriftsteller von Prosa- und Gedichtbänden unter pseudonymer Namensvariante.“