Wolf-Dietrich von Schleinitz
Wolf-Dietrich Georg Max Johann Otto Freiherr von Schleinitz (* 18. November 1899 in Schwerin; † 25. April 1963 in Königssee) war ein Generalmajor der Wehrmacht, Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr und von 1957 bis 1962 der erste Militärattaché der Bundesrepublik in den Vereinigten Staaten.
Leben
Wolf-Dietrich von Schleinitz wurde als Sohn des Majors außer Dienst Hugold von Schleinitz und von Juliane von Schleinitz († 1925), geb. von Leßten, in das damalige Adelsgeschlecht Schleinitz geboren.
Am 1. Mai 1917 trat von Schleinitz während des Ersten Weltkrieges als Offizieranwärter und Fahnenjunker beim 2. Grenadier-Regiment zu Fuß in Berlin in die königlich preußische Armee ein. Am 3. November 1917 wurde er an die Front nach Frankreich verlegt und am 5. Mai 1918 zum Leutnant befördert. Am 13. November 1918 wurde er zum Ausbildungs-Staffel Gotha versetzt und am 23. April 1919 aus dem Heeresdienst entlassen.
Von 1919 bis 1922 war er Zugführer und im Stab des 3. Infanterie-Regiments der Eisernen Division (Freikorps) und dabei in der Heeres-Friedenskommission und im Führungsstab Grenzschutz Oberschlesien. Am 30. Juni 1922 nahm er seinen Abschied und war von Juli 1922 bis September 1923 im Heereswaffenamt/Reichswehrministerium und im Wehrkreiskommando III in Berlin.
Am 1. Oktober 1923 wurde er in das Reichsheer eingestellt (Rangdienstalter 1. Februar 1921) und Kompanieoffizier in der 2. Kompanie des 17. Infanterie-Regiments in Braunschweig. Er absolvierte vom 8. April bis 20. August 1926 den III. Offizier-Waffenschullehrgang, wo er am 1. Juni 1926 zum Oberleutnant befördert wurde, und war ab dem 1. Oktober 1926 in der 16. Kompanie des Infanterie-Regiments 17 in Celle eingesetzt. Ab dem 1. Juli 1927 war er Bataillons-Adjutant und Fürsorge-Offizier in jenem Regiment. Zum 1. Oktober 1930 erfolgte die Versetzung zur Kraftfahr-Abteilung 6 nach Münster als Kompanieoffizier. Am 13. März 1931 absolvierte er die Wehrkreisprüfung und erwarb den Grundschein DLRG. Am 1. Oktober 1932 erfolgte der Wechsel zur 1. Kompanie des Reiter-Regiments 2. Ab 1. Mai 1933 stand er zur Verfügung Chef der Heeresleitung, wurde am 1. Dezember 1933 Hauptmann und war ab dem 15. April 1935 dem Stab der Inspektion der Kraftfahrtruppe zugeordnet. Von Oktober 1932 bis Juni 1935 absolvierte er den Generalstabslehrgang an der Kriegsakademie in Berlin. Ab dem 15. Oktober 1935 war er im Generalstab Kommando der Panzertruppen. Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Major befördert und war ab dem 12. Oktober 1937 Kompaniechef im Panzer-Regiment 6 in Neuruppin. Zum 10. November 1938 erfolgte die Versetzung zum Generalstab der neu aufgestellten 4. Panzer-Division nach Würzburg als Erster Generalstabsoffizier (Ia), mit der er den Beginn des Zweiten Weltkrieges in Polen erlebte. Am 21. November 1939 wurde er als Taktiklehrer für das Zusammenwirken zwischen Panzertruppe und Luftwaffe zur Luftkriegsakademie in Berlin-Gatow kommandiert, wo er am 1. Januar 1940 zum Oberstleutnant befördert wurde. Ab dem 8. Juni 1940 war er Ia des XXXIX. Armeekorps, wo er in Frankreich und der Sowjetunion eingesetzt war. Am 21. Juli 1941 wurde er Chef des Generalstabes des XXXXVI. Armeekorps mit Einsätzen in den Räumen Kiew, Wjasma, Moskau, Rschew, Gshatsk und Orjol und am 1. März 1942 zum Oberst ernannt. Vom 1. bis 15. Juli 1943 in der Führerreserve beim Oberkommando des Heeres (Heerespersonalamt/P3), war er vom 16. Juli 1943 bis Mai 1945 Verbindungsoffizier des Chefs des Generalstabes des Heeres zur Seekriegsleitung/Oberkommando der Marine und Vertreter beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Karl Dönitz, wo er am 1. Juli 1944 zum Generalmajor befördert wurde.
Von Mai 1945 bis Februar 1948 war von Schleinitz in britischer Kriegsgefangenschaft/Internierung. Danach war er von Juli 1948 bis April 1949 Angestellter und Einkäufer bei der Würzburger Uhrengroßhandlung und von April 1949 bis Mai 1956 Arbeiter, Angestellter und Verkaufsleiter der feinmechanischen Fabrik Feuerlandwerke in Geroldshausen.
Am 23. Mai 1956 wurde von Schleinitz als Brigadegeneral in die Bundeswehr eingestellt. Nach Lehrgängen in Sonthofen von Mai 1956 bis Januar 1957 war er von Februar 1957 bis März 1962 Militärattaché an der Deutschen Botschaft Washington in den Vereinigten Staaten. Mit Ablauf des März 1962 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Wolf-Dietrich von Schleinitz war evangelisch. Er heiratete am 17. Mai 1923 Hildegard von Roques (1902–1998), Tochter eines Generalmajors außer Dienst. Mit dieser hatte er zwei Töchter, Gisela (* 1924) und Dagmar (* 1928). Er ist auf dem Militärfriedhof Kassel beigesetzt.[1]
Auszeichnungen
- Eisernes Kreuz II. Klasse (Erster Weltkrieg)
- Verwundetenabzeichen in Schwarz (1918, Gasvergiftung)
- Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse (1939)
- Verwundetenabzeichen in Schwarz (1939)
- Eisernes Kreuz I. Klasse (1940)
- Deutsches Kreuz in Gold (1942)
- Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 (1942)
- Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern I. Klasse (1945)
- Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1962)
Siehe auch
Literatur
- Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 447.
Weblinks
- Personalunterlagen von Angehörigen der Reichswehr und Wehrmacht: Schleinitz, Wolf-Dietrich Freiherr von (PERS 6/300780). In: Bundesarchiv. (Digitalisat).
Einzelnachweise
- ↑ Grabstein Schleinitz (Abbildung). In: grabsteine.genealogy.net. 2017, abgerufen am 9. November 2025.