Wojciech Polak

Wojciech Polak (* 22. Dezember 1964 in Inowroclaw, Polen) ist Erzbischof von Gniezno und Primas der katholischen Kirche in Polen.

Leben

Wojciech Polak besuchte das Priesterseminar in Gniezno und studierte Theologie in Posen. Am 13. Mai 1989 wurde er vom Erzbischof von Gniezno und Warschau, Józef Kardinal Glemp, zum Priester geweiht. Anschließend wurde er zum Studium an die Accademia Alfonsiana nach Rom abgeordnet, wo er sich auf Moraltheologie spezialisierte. Er wurde mit einer Dissertation über Sünde und Vergebung in der Kirchenlehre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil promoviert.[1]

1995 erhielt er einen Lehrauftrag für Moraltheologie am Priesterseminar in Gniezno, 1999 übernahm er dessen Leitung. Überdies lehrte er an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen.[1] Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 8. April 2003 zum Weihbischof in Gniezno sowie zum Titularbischof von Mons in Numidia. Der Erzbischof von Gniezno, Henryk Muszynski, spendete ihm am 4. Mai desselben Jahres die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Stanisław Gądecki, Erzbischof von Posen, und Bogdan Józef Wojtuś, Weihbischof in Gniezno.

2011 wurde er zum Generalsekretär der Polnischen Bischofskonferenz gewählt, in der er auch die Arbeitsgruppe für Kontakte zur Russisch-Orthodoxen Kirche leitet.[2] Er trat für eine gründliche Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch durch Priester ein und bat die Opfer im Namen der Kirche um Vergebung.[3]

Im Mai 2014 berief Papst Franziskus ihn zum Nachfolger des Erzbischofs von Gniezno Józef Kowalczyk, der die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht hatte.[4] Die Amtseinführung fand am 7. Juni 2014 statt.

Ein für den 26. Oktober 2025 geplantes deutsch-polnisches Konzert mit Musik von Louis Lewandowski in dessen Geburtsort Wreschen wurde kurzfristig abgesagt. Die örtliche Polizei sah sich nicht in der Lage, die Sicherheit der Veranstaltung zu gewährleisten. Vorausgegangen waren Drohungen vom als rechtsextrem und antijüdisch geltenden Grzegorz Braun und seinem Umfeld. Kardinal Wojciech Polak, der das Ehrenpatronat übernommen hatte, hat in ungewöhnlich deutlicher Form öffentlich zu diesem Vorgang Stellung bezogen.[5] Er verurteilte die „Argumente“ von Grzegorz Braun und seinen Anhängern als „Lügen und Halbwahrheiten“. Mit Worten des Zweiten Vaticanums wehrt sich der Primas gegen die von Grzegorz Braun geforderte Rückkehr der katholischen Kirche zu Zuständen der Zeit vor dem Zweiten Vaticanum und fordert Toleranz in Glaubensfragen.

Einzelnachweise

  1. a b Arcybiskup Wojciech Polak, onet.pl, 17. Mai 2014.
  2. Biografie lt. Presseagentur PAP (Memento vom 17. Mai 2014 im Internet Archive), gazeta.pl, 17. Mai 2014.
  3. Bischof Polak: Die Kirche bitte die Opfer der Pädophilie um Vergebung (polnisch), gosc.pl, 27. September 2013
  4. Papst ernennt neuen Primas von Polen, Radio Vatikan, 17. Mai 2014.
  5. Alicja Podstolec: Nauczanie przez zachwyt, czyli kilka myśli o edukacji. In: Paidia i Literatura. Nr. 3, 31. Dezember 2021, ISSN 2719-4167, S. 1–13, doi:10.31261/pil.2021.03.13.
Commons: Wojciech Polak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Józef KowalczykErzbischof von Gniezno und Primas von Polen
seit 2014