Wohn- und Wirtschaftsgebäude Auf dem Sandberg 11

Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude Auf dem Sandberg 11 in der niedersächsischen Gemeinde Langwedel, im Landkreis Verden, wurde zur Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Aktuell (2025) wird es zum Wohnen und museal genutzt.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Langwedel (Weser)).

Geschichte und Beschreibung

Langwedel wurde erstmals 1226 in einer Urkunde erwähnt.

Das eingeschossige, giebelständige Wohn- und Wirtschaftsgebäude als Zweiständer-Hallenhaus in Fachwerk mit Ausfachungen in Backstein, mit ziegelgedecktem Krüppelwalmdach, Niedersachsengiebel mit Uhlenloch, Pferdeköpfen und der Grooten Door mit Korbbogen, wurde 1842 (Inschrift) gebaut, wobei das Innengerüst schon von 1767 stammt. Das Flett (Essküche) und das Kammerfach mit Kochzeile und der darüber aufsitzende Schornstein sind noch weitgehend im Original erhalten.[1] Das Haus liegt direkt am historischen Langwedeler Mühlenbach, der einst die Gräben der benachbarten Bischofsburg (1222–1866) mit Wasser versorgte.

Das Gebäude diente vor 1842 als Häuslingshaus. Häuslingshäuser wurden von Großbauern oder Gutsherren für Landarbeiter, Gesinde oder jüngere Söhne des Hofeigentümers gebaut, die auf dem Bauernhof arbeiteten und dafür mietfrei oder gegen geringe Miete in dem Haus wohnen durften und sich etwas landwirtschaftlich auf Pachtland als Nebenarbeit betätigten.

Nach 1842 war hier eine Anbauernstelle (Pächter) und es erhielt auch die Groote Door. Das Haus wurde noch bis 2000 bewohnt. 2012 begann der Langwedeler Kulturverein, das leerstehende und überformte Haus zu sanieren und es in einen früheren Zustand zu versetzen. Die Feuerstelle in der Küchennische im mittleren Kammerfach war zunächst offen zur Diele und der Rauch zog durch eine noch heute erkennbare Luke im Giebel durch das Uhlenloch ab. Später wurden von hier aus mit Öfen die angrenzenden beiden Stuben des Kammerfachs beheizt. Nach Verengungen des Durchganges wurde ein Rauchfang über die Feuerstelle gesetzt. Bei der Sanierung wurden die Rauchspuren der Küche belassen um den Charakter eines Häuslingshauses zu zeigen.[2]

Veranstaltungen und standesamtliche Trauungen können seit der Sanierung im Haus stattfinden.

Einzelnachweise

  1. Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
  2. Touristikverein Langwedel: Langwedeler Häuslingshaus.

Koordinaten: 52° 58′ 34,2″ N, 9° 11′ 50,5″ O