Wladimir Sergejewitsch Timirjow

Wladimir Sergejewitsch Timirjow (russisch Владимир Сергеевич Тимирёв, wissenschaftliche Transliteration Vladimir Sergeevič Timirëv; * 1914 in Sankt Petersburg, Russisches Kaiserreich; † 28. Mai 1938 auf dem Hinrichtungsplatz Butowski poligon bei Moskau) war ein sowjetisch-russischer Maler, Grafiker und Spielzeugentwerfer.[1]

Leben

Timirew wurde 1914 in Sankt Petersburg als Sohn des Konteradmiral Sergej Nikolajewitsch Timirew und der Künstlerin Anna Safonowa geboren. Sein Großvater mütterlicherseits war der Dirigent und Pianist Wassili Safonow. Seine Tanten waren die Künstlerinnen Olga, Jelena und Warwara Sfonowa.[1]

Während des Bürgerkrieges lebte er mit der Familie Safonow in Kislowodsk, während seine während seine Eltern im fernen Osten verbannt waren. Seine Mutter brachte ihn 1922 nach ihrer Freilassung nach Moskau. Er absolvierte die Schule 24 im Bezirk Chamowiniki in Moskau und studierte von 1929 bis 1931 an der Technischen Hochschule für Konstruktion und Entwerfen. Im Anschluss studierte er von 1931 bis 1933 am Moskauer Architekturinstitut und im Atelier von A. I. Krawtschenko.[1]

1933–38 arbeitete er festangestellt am Institut für die wissenschaftliche Institut für wissenschaftliche Forschung für Spielzeug in Sagorsk, wo er überwiegend Tierspielzeug entwarf. Ab den 1930er Jahren arbeitete er auch als freier Künstler und Grafiker, etwa für die Zeitschriften Werschernaja Moskwa oder für die Illustration von Kinderbüchern. Die einzige Ausstellung seiner Werke zu Lebzeiten fand 1934 stand. 1935 und 1937 unternahm er mit dem Künstler Max Birschtein eine Reise zum Kaspischen Meer zum Fischen für wissenschaftliche Forschungszwecke.[1]

Im März 1938 wurde er in Moskau als angeblicher deutscher Spion und wegen der Verwandtschaft zu seinem Stiefvater Alexander Koltschak verhaftet. Der Vorwurf der deutschen Spionage kam zustande, da er in Moskau Nachbar des Chaffeurs der deutschen Botschaft Lincke war. Am 17. Mai 1938 wurde er zum Tode verurteilt und am 28. Mai 1938 auf der Hinrichtungsstätte Butowski poligon bei Moskau erschossen.[1]

Seine erhaltenen Werke befinden sich heute unter anderem Sawizki-Museum in Nukus (über 100 Werke), der Staatlichen Kunstgalerie in Perm (15 Werke) und dem Puschkin-Museum in Moskau (zwei Werke).[1]

Werke (Auswahl)

  • Blick auf die Bucht, 1937, Wasserfarbe auf Papier, 34 × 25 cm, Moskau, Archiv der Familie des Künstlers
  • Astrachan, Boote und Strand, 1937, Wasserfarbe auf Papier, 21,7 × 31,3 cm, Moskau, Archiv der Familie des Künstlers
  • Lesen am einem runden Tisch, 1930er Jahre, schwarze Wasserfarbe auf Papier, 25,7 × 22,2 cm, Nukus, Staatliches Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“

Literatur

  • Lyudmila Zubareva: Timirev, Vladimir Sergeevich. In: Homage to Savitsky. Collecting 20th-Century Russian and Uzbek Art. Stuttgart 2015, S. 170–172 (siehe auch die Kurzbiografie auf S. 210–211).

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Lyudmila Zubareva: Timirev, Vladimir Sergeevich. In: Homage to Savitsky. Collecting 20th-Century Russian and Uzbek Art. Stuttgart 2015, S. 170–172 (siehe auch die Kurzbiografie auf S. 210–211).