Wladimir Nikolajewitsch Nowikow

Wladimir Nikolajewitsch Nowikow (russisch Владимир Николаевич Новиков; * 10.jul. / 23. November 1907greg. in Krestzy, Gouvernement Nowgorod, Russisches Kaiserreich; † 21. Juli 2000 in Moskau) war ein sowjetischer Politiker der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), der unter anderem im Ministerrat der UdSSR von 1960 bis 1962 Stellvertretender Ministerpräsident und Vorsitzender des Staatlichen Planungskomitees der Sowjetunion war. Er war 1965 Vorsitzender des Obersten Rates für Volkswirtschaft sowie zwischen 1965 und 1980 erneut Stellvertretender Ministerpräsident der Sowjetunion. Für seine Verdienste in der UdSSR wurde er unter anderem 1942 Held der sozialistischen Arbeit sowie sechs Mal mit dem Leninorden ausgezeichnet.

Leben

Wladimir Nikolajewitsch Nowikow, Sohn eines Sanitäters, arbeitete nach dem Besuch der Nowgoroder Schule für Industriemechanik von 1928 bis 1941 in der Rüstungsindustrie und war zunächst Techniker und Konstrukteur sowie nach dem Abschluss am Leningrader Militärmechanischen Institut 1934 Laborleiter, Cheftechnologe, Chefingenieur und schließlich Werksdirektor. Er wurde während dieser Zeit 1936 Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und war in der ersten Legislaturperiode von 1938 bis 1946 Abgeordneter des Obersten Sowjets der UdSSR. Er fungierte zwischen 1941 und 1948 als stellvertretender Volkskommissar beziehungsweise zwischen ab 1946 stellvertretender Minister für Rüstungsindustrie der UdSSR. In dieser Funktion wurde er im Zuge des Deutsch-Sowjetischen Krieges (22. Juni 1941 bis 8. Mai 1945) 1942 Held der sozialistischen Arbeit ernannt sowie 1944 zum Generalmajor des Pionier- und Artilleriedienstes befördert. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung bekleidete er von 1948 bis 1955 Führungspositionen in der Rüstungsindustrie und war von 1954 bis 1955 erneut stellvertretender Minister für Rüstungsindustrie der UdSSR. Nachdem er von 1955 bis 1957 Erster Stellvertretender Minister für Maschinenbau der UdSSR war, fungierte er von 1957 bis 1958 als Vorsitzender des Wirtschaftsrates von Leningrad. 1958 wurde er zudem wieder Abgeordneter des Obersten Sowjets der UdSSR, dem er nunmehr von der 5. bis zum Ende der 9. Legislaturperiode 1979 angehörte.

Als Nachfolger von Nikolai Konstantinowitsch Baibakow[1] war Nowikow vom 7. Mai 1958 bis zu seiner Ablösung durch Konstantin Michailowitsch Gerassimow[2] am 11. Mai 1960 Vorsitzender des Staatlichen Planungskomitees der Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR). Zugleich war er als Nachfolger von Michail Alexejewitsch Jasnow[3] zwischen dem 7. Mai 1958 und dem 16. April 1959 Erster stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats der RSFSR. Im Anschluss wurde er am 4. Mai 1960 in den Ministerrat der UdSSR berufen und war als Nachfolger von Alexei Nikolajewitsch Kossygin[4] Vorsitzender des Staatlichen Planungskomitees der Sowjetunion und verblieb in dieser Funktion bis zu seiner Ablösung durch Weniamin Emmanuilowitsch Dymschiz.[5] Daneben war er zwischen dem 4. Mai 1960 und dem 24. November 1962 auch Stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats der UdSSR. Auf dem XXII. Parteitag der KPdSU (17. bis 31. Oktober 1961) wurde er außerdem Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der KPdSU.

Anschließend fungierte Wladimir Nowikow vom 24. November 1962 bis zum 26. März 1965 Vorsitzender der Kommission des Präsidiums des Ministerrats der UdSSR für RGW-Fragen und als solcher auch Vertreter der Sowjetunion im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Am 26. März 1965 löste er Dmitri Fjodorowitsch Ustinow[6] als Vorsitzender des Obersten Rates für Volkswirtschaft ab und verblieb auf diesem Posten bis zu dessen Abschaffung am 2. Oktober 1965. Daneben war er zwischen dem 26. März 1965 und dem 19. Dezember 1980 abermals Stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats der UdSSR.

Neben dem Titel Held der sozialistischen Arbeit wurde er sechs Mal mit dem Leninorden, dem Kutusoworden Erster und Zweiter Klasse, dem Orden des Roten Banners der Arbeit, dem Orden des Roten Sterns und weiteren Medaillen ausgezeichnet. Er war zudem Ehrenbürger von Nischni Nowgorod und wurde nach seinem Tode auf dem Friedhof Trojekurowo in Moskau beigesetzt. Troekurovskoye Friedhof

Einzelnachweise

  1. Baybakov, Nikolay (Konstantinovich). rulers.org, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  2. Gerasimov, Konstantin (Mikhailovich). rulers.org, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  3. Yasnov, Mikhail (Alekseyevich). rulers.org, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  4. Kosygin, Aleksey (Nikolayevich). rulers.org, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  5. Dymshits, Veniamin (Emmanuilovich). rulers.org, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  6. Ustinov, Dmitry (Fyodorovich). rulers.org, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).