Wladimir Anatoljewitsch Boldyrew

Wladimir Anatoljewitsch Boldyrew (russisch Владимир Анатольевич Болдырев; * 5. Januar 1949 in der Oblast Wolgograd, Russische SFSR) ist ein russischer und zuvor sowjetischer Offizier. Er war unter anderem von 2008 bis 2010 Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte der Russischen Föderation und Kommandeur der 6. Armee der Russischen Föderation sowie des Militärbezirks Nordkaukasus. Während des Russisch-Georgischen Krieges 2008 befehligte er die vereinigten russischen Streitkräfte.

Werdegang

Boldyrew trat im Jahr 1961 in die Sowjetarmee ein. 1971 absolvierte er die Höhere Militärkommandoschule in Moskau. Nach seinem Abschluss diente er im Weißrussischen Militärbezirk und in der Zentralen Streitkräftegruppe in der Tschechoslowakei.

Er war von 1985 bis 1990 Divisionskommandeur im Militärbezirk Transbaikalien, bevor er in die Militärakademie des Generalstabs der Russischen Föderation eintrat, die er 1992 abschloss.

Im Jahr 1992 übernahm er die Position des Stabschefs der 6. Kombinierten Waffenarmee der Russischen Föderation des Leningrader Militärbezirks und zwei Jahre später wurde er Kommandeur dieser Armee.

Von September 1996 bis Dezember 1998 war er 1. Stellvertretender Kommandeur des Militärbezirks Transbaikalien. Ende 1998 wurde er zum Kommandeur des Militärbezirks Nordkaukasus ernannt. Im Dezember 2002 kehrte er auf den Posten des Kommandeurs des Militärbezirks zurück und löste Gennadi Troschew in dieser Position ab.

Am 12. Dezember 2003 wurde er auf Anordnung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Armeegeneral befördert.

Im Juli 2004 übernahm er das Amt des Kommandeurs des Wolga-Ural-Militärbezirks.

Im August 2008 wurde er zum Oberbefehlshaber der russischen Landstreitkräfte ernannt und löste damit Alexei Maslow ab. Die Ernennung erfolgte persönlich durch den damaligen Verteidigungsminister der Russischen Föderation Anatoli Serdjukow.

Er war einer der wichtigsten Militärkommandeure im russisch-georgischen Krieg von 2008. Während des Krieges gelang es dem russischen Militär, die Stadt Zchinwali einzunehmen, die später zur Hauptstadt der selbsternannten Republik Südossetien wurde. Nach einem kurzen Krieg und der Besetzung von Teilen georgischen Territoriums schloss Russland unter Boldyrews Kommando im Juni 2009 die Stationierung von Militärbasen in Abchasien und Südossetien ab.

Seit dem 1. Januar 2010 ist er im Ruhestand, nachdem er einen Rücktrittsbericht verfasst hat, obwohl sein Vertrag als Kommandeur der Bodentruppen verlängert wurde.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst wurde er Mitglied des Büros der Generalinspekteure des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation.

Nachdem Ramsan Kadyrow und Jewgeni Prigoschin General Alexander Lapin für die Niederlage der russischen Truppen während der Charkiwer Gegenoffensive kritisiert hatten, erwiderte Boldyrew, dass ihnen dieses Recht nicht zustehe, sondern nur dem Präsidenten und dem Verteidigungsminister. Kadyrow entgegnete daraufhin, Boldyrew sei wegen Inkompetenz vom Posten des Kommandeurs des Militärbezirks Nordkaukasus abberufen worden, was der General jedoch bestritt.

Im Hinblick auf Russlands umfassenden Krieg gegen die Ukraine im November 2022 erklärte der ehemalige Oberbefehlshaber der Bodentruppen, es sei nun wichtig, dass das russische Militär „bis zum Tod an der Front ausharrt und die Gruppen vorbereitet“.