Witwensitz Julienberg
| Witwensitz Julienberg | |
|---|---|
| Zweck | Witwenhaus |
| Baujahr | 1622 |
| Erbauer | Wolf Christoph von Lentersheim |
| Baustil | Renaissance |
| Denkmal | D-5-77-114-10 |
| Heutige Nutzung | Privat |
| Land | Deutschland |
| Region | Bayern |
| Bezirk | Mittelfranken |
| Landkreis | Weißenburg-Gunzenhausen |
| Ort | Muhr am See |
| Anschrift | Hauptstraße 2 |
| Standort | 49° 9′ 23,8″ N, 10° 43′ 7,4″ O |
Das ehemalige Witwenhaus der Herren von Lentersheim befindet sich an der Hauptstraße 2 in Muhr am See, einer Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Bayern. Das Bauwerk ist beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in der Liste der Baudenkmäler in Muhr am See als Baudenkmal unter der Nr. D-5-77-114-10 eingetragen.[1]
Lage
Der Witwensitz Julienberg steht unweit der Bundesstraße 13 am Ortsrand von Stadeln, der seit der Gebietsreform in Bayern zusammen mit Altenmuhr und Neuenmuhr den Ort Muhr am See bildet. Das Gebäudeensemble befindet sich auf dem Julienberg, einer Anhöhe östlich von Muhr am See, die nach einer späteren Schlossherrin benannt wurde. Das Gebäude liegt auf einer Höhe von etwa 433 Metern über NHN.[2]
Geschichte
Das sogenannte Witwenschloss „Julienberg“, einem ehemaligen Witwensitz des Schlosses Altenmuhr, ist ein historisches Bauwerk, das in den 1620er Jahren durch Wolf Christoph von Lentersheim über einem bereits im 15. Jahrhundert angelegten, weitläufigen Felsenkeller errichtet wurde. Ursprünglich trug das Anwesen den schlichteren Namen Kellerhaus, in Anspielung auf den markanten unterirdischen Baukörper. Der Name „Julienberg“ kam erst im 19. Jahrhundert auf. Das Witwenschloss diente über die Jahrhunderte hinweg verschiedenen Wohn- und Wirtschaftsformen. Der große Felsenkeller, der bereits vor Errichtung des Witwenhauses bestand, wurde vermutlich zur Lagerung von Wein oder Vorräten genutzt.
Das ehemalige Witwenhaus befindet sich in stark baufälligem Zustand. Teile des denkmalgeschützten Gebäudes sind bereits eingestürzt und verloren gegangen. Der östlich angebaute Wirtschaftstrakt stürzte 2022 aufgrund langjähriger Vernachlässigung ein und wurde anschließend vollständig abgetragen.
Baubeschreibung
Das Wohngebäude ist ein zweigeschossiger Satteldachbau mit einem charakteristischen Renaissancegiebel. Die Westfront wurde massiv ausgeführt und mit einem Ziergiebel versehen, während die östliche Giebelseite in Fachwerk errichtet ist.[1]
An der Ostseite befand sich ursprünglich ein langgestreckter Wirtschaftstrakt, ebenfalls als Satteldachbau ausgeführt und teilweise in Fachwerk errichtet, der vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammte. Aufgrund jahrelanger Vernachlässigung stürzte dieser Gebäudeteil 2022 ein und wurde anschließend vollständig abgetragen.
Einzelnachweise
- ↑ a b BLfD Denkmaldatenbank D-5-77-114-10. BayLfD, abgerufen am 10. August 2025.
- ↑ Topografische Karten, Bayerisches Vermessungsamt (BayernAtlas). Abgerufen am 8. Oktober 2025.
Koordinaten: 49° 9′ 23,8″ N, 10° 43′ 7,4″ O