Wittgendorf (Saalfeld)

Wittgendorf
Koordinaten: 50° 36′ N, 11° 15′ O
Höhe: 539 m ü. NHN
Fläche: 3,43 km²
Einwohner: 164 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner/km²
Eingemeindung: 6. Juli 2018
Postleitzahl: 07318
Vorwahl: 036736
Lage von Wittgendorf in Thüringen
Ansicht von Wittgendorf

Wittgendorf ist ein Ortsteil der Stadt Saalfeld/Saale im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen.

Geografie

Wittgendorf liegt oberhalb des Sorbitztales im Naturpark Thüringer Wald. Der höchste Berg im Gemeindegebiet ist der Talberg mit einer Höhe von 602 m. Nachbargemeinden sind Volkmannsdorf, Rohrbach und Döschnitz. Unterhalb des Ortes entspringt der Elschnitztalbach, welcher bei Rohrbach nach vier Kilometern in die Sorbitz mündet. Naheliegende Städte sind Saalfeld/Saale (14 km), Rudolstadt (20 km), Jena (60 km) und Erfurt mit 70 km.

Knapp nördlich der Gemeindegrenze zu Döschnitz befindet sich ein alter Steinbruch, dessen Kalksteinvorkommen im Dörschnitzer Schleifwerk bearbeitet und als Dörschnitzer bzw. Wittgendorfer Marmor angeboten und überregional verwendet wurde. Johann Wolfgang von Goethe stattete dem Steinbruch am 4. Juli 1781 einen Besuch ab, woran eine Plakette erinnert.

Geschichte

Wittgendorf wurde erstmals 1267 urkundlich erwähnt und ist damit eine der ältesten Ortschaften der Umgebung. Er gehörte früher zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt (Oberherrschaft). Der Ort erhielt im Jahre 1970 als erste Gemeinde im Bezirk Gera das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Diesen Titel besitzt der Ort spätestens seit 2010 nicht mehr,[2] jedoch ist Saalfeld seit 2021 staatlich anerkannter Kurort.

Am 6. Juli 2018 wurde die Gemeinde Wittgendorf in die Stadt Saalfeld/Saale eingegliedert. Zuvor war sie Teil der Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Schwarzatal mit Sitz in Sitzendorf.[3]

Einwohnerentwicklung

Jahr 1525 1664 1852 1860 1910 2000 2005 2006 2007 2008
Einwohner 75 ~200 388 360 310 222 213 210 204 205
Jahr 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 200 184 178 173 168 167 153 155

Politik

Durch die Eingliederung in die Stadt Saalfeld entfiel der Gemeinderat und statt eines ehrenamtlichen Bürgermeisters gibt es seitdem einen Ortsteilbürgermeister und einen vierköpfigen Ortsteilrat.

Gemeinderat und Bürgermeister bis 2018

Der Rat der Gemeinde Wittgendorf bestand bis 2018 aus sechs Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl am 27. Juni 2004 errang eine Freie Wählergruppe alle Mandate. Letzter Bürgermeister bis zur Eingliederung war Frank Biehl, der zuletzt am 6. Juni 2010 wiedergewählt wurde.

Ortsteilbürgermeister und Ortsteilrat

Erster ehrenamtlicher Ortsteilbürgermeister wurde Florian Biehl, der am 1. Mai 2022 mit 84 % wiedergewählt wurde. Bei der Wahl zum Ortsteilrat am 26. Mai 2019 fielen alle Mandate an die Liste der Freien Wählergruppe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler

Naturdenkmäler

Um Wittgendorf herum befindet sich die frühere Grenze zwischen dem Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt und dem Herzogtum Sachsen-Meiningen. Gleichzeitig markieren die über 200 Jahre alten und gut 50 cm hohen Grenzsteine die Flurgrenze von Wittgendorf zu den umliegenden Gemeinden.

Sport

Die Wittgendorfer Freiwillige Feuerwehr wurde 2003 und 2008 Thüringer Meister im Löschangriff der Feuerwehren.

Simsontreffen

Das Simsontreffen Wittgendorf wird seit 2012[4] jährlich am letzten Augustwochenende abgehalten.

Backhausfest

Einmal jährlich findet im Juli ein Backhausfest statt. Dabei findet jedes Jahr ein kleiner Kegelwettbewerb statt, ein Backwarenverkauf am Backhaus und eine Musikalische Einlage.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Alleine die Kreisstraße 136, die an der Bundesstraße 281 bei Hoheneiche beginnt und am „Dreieck“ unterhalb von Döschnitz endet, führt durch den kompletten Ort.

Öffentliche Einrichtungen

Rund zwei Kilometer von Wittgendorf entfernt befindet sich das Auebad. Nach einem kompletten Neubau ist das Waldbad seit 2005 wieder für Badegäste geöffnet.

Einzelnachweise

  1. Zahlen, Daten, Fakten 2023. Abgerufen am 13. September 2024.
  2. 2010 kein Erholungsort mehr, siehe Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft: Kur- und Erholungsorte in Thüringen. Drucksache 6/3368, Antwort auf Kleine Anfrage von Knut Korschewsky (DIE LINKE) vom 09.12.16. In: Thüringer Landtag, Parlamentsdatenbank. 27. Januar 2017, S. 15, abgerufen am 24. November 2025.
  3. Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr.7 2018 vom 5. Juli 2018, aufgerufen am 6. Juli 2018
  4. Impressionen. Abgerufen am 6. September 2021.
Commons: Wittgendorf (Saalfeld/Saale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien