Witanowo

Witanowo
?
Hilfe zu Wappen
Witanowo
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Bytów
Gmina: Kołczygłowy
Geographische Lage: 54° 7′ N, 17° 13′ O
Einwohner: 72 (2011[1])

Witanowo (deutsch Franzdorf) ist ein Ort im Powiat Bytowski der polnischen Woiwodschaft Pommern in der Gmina Kołczygłowy.

Geographische Lage

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa zwanzig Kilometer nordöstlich von Miastko, 19 Kilometer westsüdwestlich von Bytów, 14 Kilometer südlich des Kirchdorfs Kołczygłowy, fünf Kilometer südöstlich des Dorfs Wiatrołom und fünf Kilometer südlich des Dorfs Łubno.

Geschichte

Das heutige Witanowo wurde im 18. Jahrhundert als Siedlung auf der Feldmark des adligen Guts Viartlum gegründet; hier siedelten um 1782 neun Halbbauern und acht Büdner.[2] Um neues Siedlungsland zu gewinnen, waren in dem Gutsbezirk zuvor staatlich geförderte Meliorationamaßnahmen durchgeführt worden.

Am 15. Mai 1905 wurde die Landgemeinde Franzdorf aus Teilen des Gutsbezirks Viartlum sowie der Gutsbezirke Lindenbusch und Seehof gebildet.[3]

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 429,9 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Franzdorf 45 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 32 Pferde, 125 Stück Rindvieh, 22 Schafe und 203 Stück Borstenvieh hielten.[4]

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Franzdorf eine Flächengröße von 4,3 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 26 bewohnte Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnstätten:[5]

  1. Antonswalde
  2. Franzdorf
  3. Louisenhof

Die Landgemeinde Franzorf gehörte im Jahr 1945 zum Landkreis Rummelsburg im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs und war dem Amtsbezirk Ponickel zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Łubno (Lubben).

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Ort von der Roten Armee eingenommen und als Witanowo Teil Polens.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1818 36 adliges Dorf, zum Kirchspiel Zettin gehörig[6][7]
1875 73 Wohnplatz[8]
1885 92 am 1. Dezember, Wohnplatz[9]
1895 92 am 2. Dezember, Wohnplatz[10]
1910 270 am 1. Dezember, Dorf[11]
1925 245 Landgemeinde, darunter 238 Evangelische und sieben Katholiken[5]
1933 224 [12]
1939 191 [12]
2011 72 [1]

Kirche

Kirchspiel bis 1945

Die vor 1945 in Franzdorf anwesenden Dorfbewohner waren größtenteils evangelischer Konfession. Die evangelischen Einwohner, die in den 1920er Jahren dem Kirchspiel Zettin zugeordnet waren, gehörten ab 1926 zum deutlich näher gelegenen Lubben und damit zum evangelischen Kirchspiel Alt Kolziglow[13] im Kirchenkreis Schlawe in der Kirchenprovinz Pommern der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.

Ds katholische Kirchspiel war in Rummelsburg i. Pom.

Kirchspiel seit 1946

Die seit 1945 hier lebende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch und gehört der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Hier lebenden evangelische Kirchenglieder werden von der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen betreut. Das zuständige Pfarramt ist das der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp).

Commons: Witanowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 810–811, Nr. 72 (Google Books)
  3. Amtsbezirk Lubben (Territorial.de)
  4. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 23. Kreis Rummelsburg, S. 114–115, Ziffer 14 (Google Books).
  5. a b Die Gemeinde Franzdorf im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
  6. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Ausgearbeitet und herausgegeben von Alexander August Mützell. Band 1: A–F, Halle 1821, S. 382, Ziffer 975 (Google Books).
  7. Friedrich von Restorff: Topograohische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 296, Ziffer 71 (Google Books).
  8. Oskar Brunkow: Die Wohnplätze des Königreiches Preussen, Band II: F–K, Berlin 1880, S. 60–61 (Google Books).
  9. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 162–163, Fußnote 125 (Google Books).
  10. Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 168–169, Fußnote 120 (Google Books).
  11. Franzdorf, Dorf, Kreis Rummelsburg, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org).
  12. a b Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Rummelsburg. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  13. Dirk Klingner: Geschichte des Dorfes Zettin im Kreis Rummelsburg in Pommern, Leipzig 2022, S. 114 (Google Books, eingeschränkte Vorschau).