Winzergenossenschaft Bischoffingen

Winzergenossenschaft Bischoffingen-Endingen am Kaiserstuhl eG

Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Gründung 14. September 1924
Sitz Bischoffingen, Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl
Leitung Thomas Weiler (Geschäftsführer), Norbert Kuhn (Kellermeister)
Branche Winzerei
Website www.wg-bischoffingen.de

Zur Bischoffinger Winzer eG gehören heute etwa 270 Mitglieder, die zusammen 260 Hektar Anbaufläche besitzen. Etwa 80 Prozent der Rebfläche bewirtschaften etwa 20 Vollerwerbsbetriebe. Sie liegt am Südwestrand des Kaiserstuhls in der Gemeinde Vogtsburg in Baden-Württemberg und gehört zur Weinanbauregion Baden. Die Einzellagen heißen Bischoffinger Steinbuck, Enselberg und Rosenkranz. Die Böden bestehen aus Vulkanverwitterungsgestein mit einer Löss-Lehm-Auflage. Angebaut werden heute Spätburgunder mit einem Anteil von 36 Prozent, Grauburgunder mit 24 Prozent Anteil sowie Weißburgunder (13 %), Müller-Thurgau (17 %), Gewürztraminer, Muskateller, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Cabernet Sauvignon sowie etwa 20 weitere Rebsorten mit einem geringen Anteil der Anbaufläche und Ertragsmenge. Außerdem erzeugen die Mitgliedsbetriebe Edelbrände, Liköre und Weinbrände.

Zu dem weitläufigen Betrieb am Ortsrand gehören neben den notwendigen Verarbeitungs- und Lagergebäuden eine eigene Vinothek mit Verkostungsangebot. In den Sommermonaten steht außerdem eine Sonnenterrasse zur Verfügung, auf der kleine Winzertapas angeboten werden. Die Verantwortung in der Weinbereitung hat Kellermeister Norbert Kuhn, Geschäftsführer ist Thomas Weiler. Die Winzergenossenschaft veranstaltet außerdem rund ums Jahr verschiedene Events oder ist als Teilnehmer auf diversen Events und Messen vertreten.

Geschichte

Am 14. September 1924 wurde die Genossenschaft von 26 Genossen gegründet. Dies war nach katastrophalen Ertragseinbrüchen durch die Reblaus und den Ersten Weltkrieg eine Notgemeinschaft, die zunächst für die Existenzsicherung sorgte. 1932 entstand ein Kellerneubau mit Kellerstation und Fässern in Eigenleistung. 1933 wurden zum ersten Mal die Trauben im neuen Keller angenommen und der fachgemäße Weinausbau sowie die Flaschenfüllung begannen. 1936 wurde ein weiterer Keller gebaut mit 2.000 Hektoliter Betontanks. 1947/48 folgte eine moderne Kellerstation. In den 50er und 60er Jahren vergrößerten diverse Erweiterungsbauten die Genossenschaft auf 36.380hl Fassungsvermögen und einige Flurbereinigungen ließen die heute bekannten Terrassenhänge des Kaiserstuhls entstehen. 1967/68 wurde die elektrische Traubenannahme in Betrieb genommen.

Mit dem neuen Weingesetz von 1971 reduzierten sich die Einzellagen auf die heute noch geltenden Lagen Bischoffinger Steinbuck, Bischoffinger Enselberg und Bischoffinger Rosenkranz. 1975–78 wurden ein neuer Flaschenkeller für 600.000 Flaschen, ein neuer Tankkeller, ein Gebäude für Schneckenpresse und Maischegärtanks gebaut. Die größte Ernte stellte der Jahrgang 1982 mit 5,136 Mio. kg Trauben dar – im darauffolgenden Jahr wurden die Mengen gesetzlich reduziert. In den 80er Jahren entstand ein neues Büro- und Verwaltungsgebäude.

2010 feierte das Winzerdorf Bischoffingen 1000 Jahre. und die Winzergenossenschaft fusionierte zum 1. Juli 2010 mit der Genossenschaft aus Endingen, einem mit 110 Hektar Anbaufläche kleineren Partner. Die Beschlüsse wurden bei den beiden Jahreshauptversammlungen am 24. und 25. November 2010 gefasst und gelten rückwirkend.[1] Die Firmierung lautete auf Winzergenossenschaft Bischoffingen-Endingen. Im Jahr 2023 erfolgte eine Umfirmierung in Bischoffinger Winzer eG.

Im gleichen Jahr wurde eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach der Genossenschaft installiert, um sich autark mit Strom versorgen zu können. Das Thema Nachhaltigkeit nimmt einen zunehmend größeren Raum ein.[2]

Einzelnachweise

  1. Thomas Rhenisch, Martin Wendel: Jetzt ist die WG-Fusion perfekt. In: Badische Zeitung, 27. November 2010. Auf Badische-Zeitung.de, abgerufen am 28. August 2019.
  2. Wein online kaufen | Nachhaltigkeit | #wirsindwinzer. Abgerufen am 3. November 2025.