Winkeltalbach

Winkeltalbach
Schrentebach

Mündung des Winkeltalbachs von links in den Villgratenbach

Daten
Gewässerkennzahl AT: 2-374-16-30-1
Lage Osttirol
Flusssystem Donau
Abfluss über Villgratenbach → Drau → Donau → Schwarzes Meer
Quelle Wilde Platten-Bäche
46° 52′ 13″ N, 12° 23′ 54″ O
Quellhöhe 2708 m ü. A.
Mündung Bei Außervillgraten in den VillgratenbachKoordinaten: 46° 47′ 9″ N, 12° 25′ 46″ O
46° 47′ 9″ N, 12° 25′ 46″ O

Länge 13,9 km[1]
Einzugsgebiet 62 km²[2]
Abfluss am Pegel Außervillgraten[3]
AEo: 62,2 km²
Lage: 130 m oberhalb der Mündung
NNQ (18.02.1991)
MNQ 1991–2013
MQ 1991–2013
Mq 1991–2013
MHQ 1991–2013
HHQ (26.07.2013)
350 l/s
480 l/s
1,61 m³/s
25,9 l/(s km²)
8,81 m³/s
26,1 m³/s
Linke Nebenflüsse Weißenbach, Arnbach, Riedbach, Moosbach, Tilliachbach, Wurzbach, Rautbachl, Glinzbachl
Rechte Nebenflüsse Leisacher Bach, Serlbach, Brandbach, Brachlechnerbach
Gemeinden Außervillgraten

Der Winkeltalbach, im Quellgebiet Schrentebach genannt, ist ein Bach in der Gemeinde Außervillgraten (Bezirk Lienz). Er durchfließt das weitgehend unbesiedelte Winkeltal in den Villgratner Bergen und mündet bei Außervillgraten in den Villgratenbach. Das Wasser des Winkeltalbaches wird für ein Ausleitungskraftwerk genutzt.

Geschichte

Der alte Bachname war Sille(bach). Er ist bereits im Jahr 1140 in einer Urkunde des hier begüterten und kolonisatorisch tätigen Stifts Innichen als „Siligana“ bezeugt[4], später aber zugunsten der jüngeren Bezeichnungen abgekommen.

Verlauf

Das Quellgebiet des Winkeltalbachs liegt in den Villgratner Bergen zwischen den Gipfeln von Rotegg, Wagenstein, Großes Degenhorn, Kugelwand und Hochgrabe. Die Quellbäche des im Oberlauf Schrentebach genannten Gewässers entspringen vor allem als Abfluss des Degenhornsees oder am Fuße von Hochgrabe und Kugelwand auf der Wilden Platte, einer ausgedehnten, schiefen Ebene mit grob parallelen Rinnen, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts noch vergletschert war.[5][6]

Die Quellbäche vereinigen sich mit kleineren Bächen von Wagenstein und Rotegg auf dem Schrentebachboden – einer Ebene mit geringem Gefälle, starker Flussverzweigung und moorigen Wiesen. Von dieser Ebene stürzt der Schrentebach in einem weithin sichtbaren Wasserfall eine der Talstufen des Winkeltals herunter. Er fließt in der Folge in grob östlicher Richtung südlich an der Heinkaralm vorbei und durchschneidet die folgende Talstufe in einer Schlucht mit mehreren Wasserfällen. Zu Beginn der nachfolgenden Volkzeinalm wendet er sich nach Südosten und trägt ab der Volkzeiner Hütte den Namen Winkeltalbach. Nach der nächsten Talstufe und bei der Lackenkammeralm mündet der Serlbach ein und der Winkeltalbach schwenkt nach Osten, bevor er in einem weiten Bogen nach Süden durch das Winkeltal fließt. Der Winkeltalbach mündet im Ortszentrum von Außervillgraten in den Villgratenbach.

Energiewirtschaftliche Nutzung

Um das Wasser des Winkeltalbaches energiewirtschaftlich zu nutzen, wurde im April 2016 mit dem Bau eines Ausleitungskraftwerks begonnen. Hierfür wird beim Gasthaus Reiterstube Wasser aus dem Winkeltalbach mittels Tiroler Wehr ausgeleitet und durch ein 4,4 Kilometer langes Druckrohr in Richtung der Ortschaft Außervillgraten geleitet, wo am Ortsrand ein Kraftwerk errichtet wurde. Das Ausleitungskraftwerk besitzt eine Ausbauwassermenge von 1,5 m³/s, die Bruttofallhöhe beträgt 222 Meter. Das Kraftwerk verfügt über einen Maschinensatz mit einer Engpassleistung von 2,6 MW. Ab Mitte 2017 sollen 11,1 GWh Strom pro Jahr produziert werden. Die Projektkosten für das Gemeindekraftwerk belaufen sich auf insgesamt zehn Millionen Euro, wovon 1,6 Millionen Euro vom Bund gefördert wurde.

Einzelnachweise

  1. Amt der Tiroler Landesregierung Abt. Umweltschutz (Hrsg.): Naturschutzplan der Fliessgewässerräume Tirols. Einstufung des fließgewässerraumspezifischen Naturraumpotentials. Bezirk: Osttirol. Lienz 2004
  2. Flächenverzeichnis der österreichischen Flussgebiete. Draugebiet. In: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Beiträge zur Hydrographie Österreichs. Heft Nr. 59. Wien 2011, S. 8 (bmlrt.gv.at [PDF; 3,6 MB]).
  3. Ministerium für ein lebenswertes Österreich (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2013. 121. Band. Wien 2015, (info.bmlrt.gv.at [PDF; 9,0 MB]) – Daten und Auswertungen. S. OG 341 (PDF; 22,7 MB)
  4. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 1–2, Nr. 381.
  5. Sektion Villgratental in der Franziszeischen Landesaufnahme von 1816; Digitalisat auf maps.arcanum.com
  6. Die Gebirgsgruppe der Hohen-Tauern, mit besonderer Rücksicht auf Orographie, Gletscherkunde, Geologie und Meteorologie von Karl Sonklar von Instätten; Wien; 1866; Digitalisat der Universität Innsbruck; Seite 206 und Anhang Karte der Hohen-Tauern
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