Wilma will mehr

Film
Titel Wilma will mehr
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 112 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Ma.ja.de. Fiction
Stab
Regie Maren-Kea Freese
Drehbuch Maren-Kea Freese
Produktion
Musik Cassis Birgit Staudt
Kamera Michael Kotschi
Schnitt Andrea Muñoz
Besetzung

Wilma will mehr ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2025 von Regisseurin und Drehbuchautorin Maren-Kea Freese mit Fritzi Haberlandt in der Titelrolle. Premiere der Tragikomödie war am 8. Mai 2025 am Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern.[2][3] Die internationale Premiere fand am 16. Oktober 2025 beim 49. Mostra International de Cinema de São Paulo statt.[4]

Handlung

Wilma hat bis in die späten 1990er-Jahre im Lausitzer Braunkohlerevier gelebt, kennt sich mit Maschinen ebenso wie mit Elektrik aus. Bis zu dessen Schließung[5] war sie in dem Kraftwerk Sonne im südlichen Brandenburg beschäftigt. Ihr wurden Führungsqualitäten bescheinigt.

Nachdem ihr als Verkäuferin in einem Fachgeschäft gekündigt worden ist und sie ihren Mann Alex nackt mit ihrer Freundin Doris angetroffen hat, fährt sie mit dem Fernbus nach Wien, wie ihr früherer Kollege Martin, dem sie auf diesem Weg folgt. Dort arbeitet sie als Verkäuferin, Handwerkerin und Lehrerin in einer Tanzschule. In Wien kehrt einerseits langsam ihre Lebenslust zurück[2][6][7][8][9], andererseits macht sie aber auch in Wien frustrierende Erfahrungen. So übernachtet z. B. Wilma an einer Stelle des Films als einzige Frau zusammen mit zumeist osteuropäischen Männern in einer Sammelunterkunft und bewirbt sich am Morgen danach auf dem „Arbeiterstrich“ um einen Job als Tagelöhnerin. Die sorgfältig gesammelten Bescheinigungen aus der Nach-Wende-Zeit werden zudem für Wilma auch dadurch nutzlos, dass sie in Wien zusammen mit ihrer Werkzeugtasche, in der Wilma sie aufbewahrt hat, gestohlen werden.[10]

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden unter dem Arbeitstitel Die Abenteuer der Lausitzerin Wilma an 26 Drehtagen vom 5. Oktober bis zum 10. November 2023 in Brandenburg, Sachsen und Wien statt.[2][8]

Produziert wurde der Film von der Ma.ja.de. Fiction, als Produzenten fungierten Heino Deckert, Tina Börner und Katharina Bergfeld. Den Vertrieb übernahm der Neue Visionen Filmverleih.[2][8] Unterstützt wurde die Produktion vom Deutschen Filmförderfonds, der Mitteldeutschen Medienförderung und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.[2][8]

Die Kamera führte Michael Kotschi, die Montage verantwortete Andrea Muñoz und das Casting Maren-Kea Freese und Tanja Schuh, die Musik schrieb Cassis Birgit Staudt. Den Ton gestalteten Dominik Leube, Andy Schlegel und Max von Werder, das Kostümbild Nadine Kremeier, das Maskenbild Astrid Lehmann und das Szenenbild Lisa Kumpf.[2][3][8]

Veröffentlichung

Premiere war am 8. Mai 2025 am Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern. Am Internationalen Filmfest Emden-Norderney 2025 war der Film für den SCORE Bernhard Wicki Preis nominiert. Am Neiße Filmfestival wurde die Produktion mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.[2]

Der deutsche Kinostart erfolgte am 31. Juli 2025.[2][3][8]

Rezeption

Peter Gutting vergab auf film-rezensionen.de sieben von zehn Punkten. Das Aufeinanderprallen von Wiener Schmäh und Spreewaldgurken nutze der Film zu ironischen Betrachtungen über den Lebensstil von alternativ-grün-linken Aktivistinnen. Maren-Kea Frees zeichne ein differenziertes Bild des Ost-West-Verhältnisses und spüre ebenso spielerisch wie detailgenau den Herausforderungen, Zumutungen und Chancen nach, mit denen eine Elektrikerin und Maschinistin wie Wilma klarkommen musste.[6]

Filmdienst.de bewertete die Produktion mit drei von fünf Sternen. Der in der Hauptrolle glänzend gespielte Film erzähle realistisch und humorvoll von der Selbstfindung einer Frau, deren vielfältige Begabungen bislang nicht ausreichend anerkannt wurden. Witz entstehe dabei vor allem aus dem „Culture Clash“ zwischen ostdeutscher und österreichischer Prägung.[3]

Gaby Sikorski bewertete den Film auf filmstarts.de mit 2,5 von 5 Sternen. Fritzi Haberlandt sei der größte Lichtblick in diesem Film. Was eine Komödie hätte werden können, schwanke leider etwas unentschlossen zwischen Episodenfilm, Selbstfindungsdrama und Wendegeschichte.[9]

Britta Schmeis (3 von 5 Sterne) befand auf epd-film.de, dass der Streifen als kleine Ode an die Selbstbestimmtheit der (DDR-)Frauen eine unterhaltsame und wohltuende Ergänzung im Kanon der Ost-West-Culture-Clash-Komödien sei.[11]

Lars Meyer meinte auf mdr.de, dass Regisseurin Freese und Hauptdarstellerin Haberlandt mit Wilma eine so erfrischende wie unverwechselbare Kino-Figur geschaffen hätten. Zugleich entkrampften sie den Diskurs über all das, was zwischen Ost und West im Umbruch der 90er-Jahre schief gegangen ist.[12]

Auszeichnungen und Nominierungen

Festival des deutschen Films 2025

  • Nominierung für den Rheingold Publikumspreis[7]

Internationales Filmfest Emden-Norderney 2025

  • Nominierung für den SCORE Bernhard-Wicki-Preis[2]

Kinofest Lünen 2025

  • Nominierung für den Wettbewerb Lüdia[13]

Neiße Filmfestival 2025

  • Auszeichnung mit dem Publikumspreis[2][14]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Wilma will mehr. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 268173).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. a b c d e f g h i j Wilma will mehr bei crew united, abgerufen am 15. Juli 2025.
  3. a b c d Wilma will mehr. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 15. Juli 2025.
  4. 49ª Mostra Internacional de Cinema em São Paulo. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. Kraftwerk * Sonne * Freienhufen. ostkohle.de, abgerufen am 23. September 2025.
  6. a b Peter Gutting: Wilma will mehr. In: film-rezensionen.de. 29. Juni 2025, abgerufen am 15. Juli 2025.
  7. a b Wilma will mehr. In: festival-des-deutschen-films.de. Abgerufen am 15. Juli 2025.
  8. a b c d e f Wilma will mehr. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 15. Juli 2025.
  9. a b Gaby Sikorski: Wilma will mehr. In: filmstarts.de. Abgerufen am 15. Juli 2025.
  10. Der Film „Wilma will mehr“ erzählt von einem ungewöhnlichen Neuanfang. schwaebische.de, 30. Juli 2025, abgerufen am 23. September 2025.
  11. Britta Schmeis: Kritik zu Wilma will mehr. In: epd-film.de. 25. Juli 2025, abgerufen am 25. Juli 2025.
  12. Lars Meyer: Mit Wilma nach Wien: Ein Film über den Ost-Strukturwandel, der Spaß macht. In: mdr.de. 31. Juli 2025, abgerufen am 1. August 2025.
  13. Programm - Die Filme des 34. Kinofest Lünen nach Sektionen. In: Kinofest Lünen. Abgerufen am 20. Oktober 2025.
  14. Kämpferisch und politisch: Das war das 22. Neiße Filmfestival. In: mdr.de. 25. Mai 2025, abgerufen am 15. Juli 2025.