Willy Lüttge
Willy Friedrich Otto Lüttge (* 11. August 1882 in Berlin; † 6. Juni 1928 in Heidelberg) war ein deutscher evangelischer Theologe und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Willy Lüttge begann im Wintersemester 1901/02 das Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Berlin und besuchte das Predigerseminar in Wittenberg. 1908 erfolgte seine zweite theologische Dienstprüfung beim Brandenburgischen Konsistorium und im Wintersemester 1908/09 die Lizenziatsprüfung an der Universität Berlin. Ab 1909 war er zunächst als Hilfsprediger in Hennickendorf tätig und habilitierte sich 1911 an der Universität Berlin. Während des Ersten Weltkriegs war Lüttge Militärlazarett- bzw. Garnisonspfarrer an verschiedenen Orten. 1917 erhielt er eine Titularprofessur an der Universität Berlin und 1919 eine außerordentliche Professur. Im Jahre 1921 erhielt er einen theologischen Doktortitel der Universität Königsberg. 1922 wurde er ordentlicher Professor an der Universität Heidelberg für Systematische Theologie.
In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Lüttge neben dem Protestantismus in Frankreich mit der Religionsphilosophie und gab einige Vorträge für die Allgemeinheit im Druck heraus.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Rechtfertigungslehre Calvins und ihre Bedeutung für seine Frömmigkeit. Reuther & Reichard, Berlin 1909 (= Dissertation Universität Berlin).
- Martin Greifs religiöse Stellung. In: Zeitschrift für deutschen Unterricht, Bd. 23 (1909), S. 371–383.
- Tragik, Humor und Pessimismus bei Wilhelm Raabe. In: Deutsch-Evangelisch. Monatsblätter für den gesamten deutschen Protestantismus, Jg. 1912, S. 513–525.
- Die Trennung von Staat und Kirche in Frankreich und der französische Protestantismus. Mohr, Tübingen 1912.
- Religion und Dogma. Ein Jahrhundert innerer Entwicklung im französischen Protestantismus (= Zeitschrift für Theologie und Kirche, Ergänzungsheft). Mohr, Tübingen 1913 (= Habilitationsschrift Universität Berlin).
- Christentum und Buddhismus. Eine Studie zur Geisteskultur des Ostens und des Westens. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1916.
- Was haben wir heute an Jesus? Ein Vortrag. Burckhardthaus-Verlag, Berlin 1919.
- Kunst und Christentum. Burckhardthaus-Verlag, Berlin 1919.
- Von der Torheit des Christentums. Zillessen, Berlin 1920.
- Vom Sinn des Lebens (= Volksschriften zum Aufbau, Bd. 15). Verlag des Evangelischen Bundes, Berlin 1921.
- Die Dialektik der Gottesidee in der Theologie der Gegenwart. Mohr, Tübingen 1925.
- Das Christentum in unserer Kultur. Quelle & Meyer, Leipzig 1925.
- Zur Krise des Christentums. Bertelsmann, Gütersloh 1926.
- Evangelisches Christentum und deutsche Bildung. Verlag des Evangelischen Bundes, Berlin 1926.
- Das Wort Gottes. Ein Vortrag. Bertelsmann, Gütersloh 1928.
- Religion und Kunst. Bertelsmann, Gütersloh 1929.
Einzelnachweise
- ↑ Lüttge, Willy Friedrich Otto. In: Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon. Bd. 2: 1803–1932. Springer, Berlin u. a. 1986, S. 168, ISBN 3-540-15856-1; Biografie, Willy Lüttge. In: Humboldt-Universität zu Berlin / Wissenschaftliche Sammlungen (mit biografischen Daten u. Foto, abgerufen am 4. Januar 2026).