Willie King
Willie King (* 18. März 1943 in Prairie Point, Mississippi, USA; † 8. März 2009 in Old Memphis, Alabama, USA) war ein US-amerikanischer Bluesmusiker (Gitarre, Gesang) und Songwriter.
Biografie
Willie King wurde am 18. März 1943 in Prairie Point, einer Gemeinde im Noxubee County (Mississippi), nahe der Grenze zum Nachbarstaat Alabama, geboren. Er wuchs in einem musikalischen Umfeld auf, sein Vater spielte Blues, sein Großvater sang Gospel und Blues, und seine Großmutter hatte einen Juke Joint, wo King Bluesmusiker spielen sah. Als er sechs Jahre alt war, verließ Kings Vater die Familie, die daraufhin zu den Eltern seiner Mutter in Old Memphis (Alabama) zog. King begann auf einem selbstgebauten Diddley Bow zu spielen; mit 13 bekam er vom Besitzer der Plantage, auf der King lebte und arbeitete, eine Gitarre, die er durch Mehrarbeit ableistete.[1][2][3][4][5]
Als Teenager lernte King von lokalen Bluesmusikern, aber auch von Aufnahmen, die im Radio zu hören waren. Zu seinen Einflüssen zählte er Howlin’ Wolf, Muddy Waters, Lightnin’ Hopkins und John Lee Hooker. Mit 18 Jahren spielte er erstmals auf einer House Party, danach regelmäßig in Juke Joints und auf Partys in der Umgebung. Ein paar Jahre später schloss er sich der Band des Bluesmusiker Jessie Daniels an. In dieser Zeit arbeitete King als Pachtfarmer und Schwarzbrenner.[1][5]
1967 zog King nach Chicago, wo er bei einer seiner Schwestern wohnte. Er trat gelegentlich mit Muddy Waters und Howlin’ Wolf auf, konnte sich jedoch mit dem Leben in der Stadt nicht anfreunden und ging nach einem Jahr nach Old Memphis zurück, wo er als Handelsreisender arbeitete.[1][4][5]
Aufgrund der Rassenprobleme, die er erlebte, engagierte sich King in der Bürgerrechtsbewegung, was ihn dazu inspirierte, sozialkritische Bluessongs zu schreiben, die er „Struggling Blues“ nannte. Er lernte den Aktivisten und Folkmusiker Pete Seeger kennen, mit dem er auch auftrat. 1989 gründete er die Rural Members Association, eine gemeinnützige Organisation, die sich der Förderung der ländlichen Traditionen widmete, mit denen er aufgewachsen war. 1997 rief die Rural Members Association das jährliche Freedom Creek Blues Festival ins Leben, das seitdem internationale Anerkennung gefunden hat. 1999 begann King, eigene Aufnahmen zu veröffentlichen.[1][5]
King trat bei nationalen und internationalen Festivals auf, auch in Europa, spielte aber meist in der Nähe seines Wohnorts, vor allem als Stammgast in Bettie’s Juke Joint im Noxubee County (Mississippi). Er wurde mehrfach ausgezeichnet und erschien in einigen Filmdokumentationen.[1]
Willie King starb am 8. März 2009, kurz vor seinem 66. Geburtstag, an einem Herzinfarkt in der Nähe seines Hauses in Old Memphis (Alabama), nur wenige Kilometer von seinem Geburtsort entfernt.[1][2][4]
Diskografie
- 1999: Walkin’ the Walk Talkin’ the Talk (Selbstverlag) – Willie Ling & „Birmingham“ George Conner
- 2000: I Am The Blues (Selbstverlag)
- 2000: Freedom Creek (Rooster Blues Records) – Willie King & The Liberators Live at Bettie’s Place
- 2002: Living in a New World (Rooster Blues Records) – Willie King & The Liberators
- 2004: Jukin’ at Bettie’s (Freedom Creek Music)
- 2006: One Love (Freedom Creek Music)
Filmografie
- 2003: The Blues: Feel Like Going Home (Regie: Martin Scorsese)
- 2007: Willie King: Down in the Woods (Regie: Saskia Rietmeijer, Bart Drolenga)[2][7]
Auszeichnungen
- Im Zeitraum 2001–2008 wurde Willie King sieben Mal für einen Blues Music Award nominiert, in den Kategorien „Best New Artist Debut“, „Song of the Year“, „Traditional Blues Album“ (zweimal), „Traditional Blues Male Artist“ (zweimal) und „DVD“[7]
- 2001: Living Blues Magazine – Best Blues Artist
- 2003: Living Blues Magazine – Best Artist of the Year
- 2004: Artist Fellowship des Alabama State Council on the Arts
- 2005: Aufnahme in die Howlin’ Wolf Hall of Fame
- 2009: Druids Arts Award des Arts and Humanities Council of Tuscaloosa
- 2009: Folk Heritage Award des Alabama State Council (posthum)
- 2012: Aufnahme in die Black Belt Hall of Fame (posthum)[2]
Weblinks
- Willie King bei AllMusic (englisch)
- Willie King bei Discogs
- Willie King bei IMDb
- Willie King Memorial Page (englisch)
- Willie King: Down in the Woods Trailer auf YouTube
- Willie King at Bettie’s Place auf YouTube
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i Rick Asherson, Debbie Bond: Willie King. Encyclopedia of Alabama (englisch), abgerufen am 27. September 2025
- ↑ a b c d e Willie King Memorial Home Page. willie-king.com (englisch), abgerufen am 27. September 2025
- ↑ Barry Lee Pearson: „The Blues Tell a Code“: Willie King’s Story and Stories. Contemporary Roots & Country Blues (englisch), abgerufen am 27. September 2025
- ↑ a b c d e f Willie King: A Biography. Mississippi Writers & Musicians (englisch), abgerufen am 27. September 2025
- ↑ a b c d e Willie King Biography by Richard Skelly. AllMusic (englisch), abgerufen am 27. September 2025
- ↑ Willie King discography. Discogs, abgerufen am 27. September 2025
- ↑ a b Award Winners and Nominees. The Blues Foundation (englisch), Suche nach Willie King, abgerufen am 27. September 2025