Willibald Schön

Willibald Schön (* 19. Juli 1917 in Kaltenbrunn bei Hohenfurth, Böhmen; † 5. Mai 2003) war ein österreichischer Bergwerksarbeiter, Betriebsrat und Politiker (SPÖ).

Vom 29. März 1966 bis zum 9. November 1977 gehörte er dem Steiermärkischen Landtag in drei Gesetzgebungsperioden an.

Leben und Wirken

Willibald Schön wurde am 19. Juli 1917 als Sohn des Stabsfeldwebels Florian Schön und dessen Gattin Katharine (geborene Woisetschläger) in Kaltenbrunn bei Hohenfurth (heute: Studánky bei Vyšší Brod) in Böhmen geboren. Im Frühjahr 1924 zog die Familie in den steirischen Bergbauort Eisenerz, wo er in weiterer Folge die Volks- und Hauptschule absolvierte. Danach absolvierte er eine Lehre zum Spengler und war während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren von rund eineinhalbjähriger Arbeitslosigkeit betroffen. Ab 1935 fand er Beschäftigung als Hauer im Tagbau der Oesterreichisch-Alpine Montangesellschaft (ÖAMG) am Erzberg und war bei der ÖAMG später auch als Rohrschlosser oder Schweißer tätig. Während des Zweiten Weltkriegs leistete er von 1938 bis 1945 seinen Kriegsdienst bei den Gebirgsjägern der Wehrmacht und geriet in dieser Zeit in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Nach Kriegsende war Schön, der in der Zwischenzeit geheiratet und mit seiner Ehefrau Maria (* 30. November 1916 in Mooslandl; † 14. Februar 2006 in Wildon)[1] zwei Kinder bekommen hatte, wieder bei der ÖAMG in Eisenerz als Schweißer tätig. Im Laufe der Jahre stieg er nach entsprechender Ausbildung zum Werkmeister auf und begann parallel dazu, sich betriebsrätlich und politisch zu engagieren. Im Jahr 1954 wurde er im Zuge einer Betriebsratswahl in den Arbeiterbetriebsrat gewählt und war spätestens ein Jahr darauf auch kommunalpolitisch tätig, als er ab 1955 dem Eisenerzer Gemeinderat angehörte. Nachdem er bis 1960 im Gemeinderat aktiv gewesen war, stieg er zum Bürgermeisterstellvertreter der Stadt Eisenerz auf und hatte dieses Amt bis 1963 inne. Nachdem der beruflich ebenfalls bei der ÖAMG in Eisenerz tätige Hans Juvancic (1922–2021) sein Amt als Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag mit 25. März 1966 zurückgelegt hatte,[2] folgte ihm Schön am 29. März 1966 in der 10. Sitzung der VI. Gesetzgebungsperiode als Nachrücker nach.[2]

Er gehörte dem Landtag daraufhin über die restliche VI., die gesamte VII. und weite Teile der VIII. Gesetzgebungsperiode als Landtagsabgeordneter an und legte sein Mandat vorzeitig am 9. November 1977 mit sofortiger Wirkung zurück.[3] Im Landtag gehörte er als Mitglied bzw. Ersatzmann unter anderem Kontrollausschuss, dem Wirtschafts- und Raumordnungsausschuss sowie dem Landwirtschaftsausschuss an und leistete dabei vor allem in den Bereichen des verkehrs- und volkswirtschaftlichen Ausschüssen wesentliche Arbeit. Weiters setzte er sich in Angelegenheiten des Naturschutzes und des Seeuferschutzes ein und bemühte sich um die wirtschaftlichen und sozialen Belange der Schwerindustrie, in der er beruflich selbst angesiedelt war.[3] Nach seinem Rücktritt als Landtagsabgeordneter beendete Schön seine aktive politische Karriere. Für ihn zog aus dem Wahlkreis 4 „Obersteier“ der aus Eisenerz stammende und dort ebenfalls beruflich tätige Kurt Hammer als Nachrücker in den Landtag ein.[3]

Am 5. Mai 2003 starb Schön im Alter von 85 Jahren. Seine Ehefrau, die nach seinem Ableben in ein Seniorenheim kam, starb knapp drei Jahre später im Alter von 89 Jahren.[1]

Einzelnachweise

  1. a b Taufbuch Landl, tom. XV, fol. 87 (Faksimile), abgerufen am 13. Oktober 2025
  2. a b Stenographischer Bericht – 10. Sitzung des Steiermärkischen Landtages – VI. Periode – 29. März 1966, abgerufen am 13. Oktober 2025
  3. a b c Stenographischer Bericht – 35. Sitzung des Steiermärkischen Landtages – VIII. Periode – 23. November 1977, abgerufen am 13. Oktober 2025