Willibald Fabian
Willibald Fabian (* 7. Juli 1938 in Kranstädt, Landkreis Ratibor) ist ein polnischer Politiker deutscher Abstammung. Er gehörte von 1991 bis 1993 dem Sejm in dessen I. Wahlperiode für das Wahlkomitee Deutsche Minderheit an.
Leben und Beruf
Willibald Fabian, dessen Heimatstadt nach dem Zweiten Weltkrieg polnisch wurde, musste mit seiner Familie vor Kriegsende zeitweise in das Sudetenland flüchten, konnte aber nach Ende der Kampfhandlungen in die nun Krzanowice genannte Kleinstadt zurückkehren. Zeitweise war er Offizier in der Polnischen Volksarmee.[1] Er schloss 1968 die Fachschule für Bauwesen in Racibórz ab. Anschließend war er als Bauarbeiter in einem Wohnungsbauunternehmen tätig. Er engagiert sich im Deutschen Freundschaftskreis im Bezirk Schlesien, einer Organisation der Deutschen Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien und war dort Vorsitzender der Ortsgruppe Ratibor Zentrum.[2] Zudem war er Vorsitzender des paneuropäischen Vereins „Silesia“. Zeitweise lebte er in Werdohl in Deutschland, kehrte aber später nach Schlesien zurück.[3]
Politik
Zur Zeit der Volksrepublik wurde Fabian die Mitgliedschaft in der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei angeboten, was er jedoch ablehnte.[1]
Bei der ersten freien Parlamentswahl 1991 wurde Fabian im Wahlkreis Gliwice auf der Liste des Wahlkomitees Deutsche Minderheit in den Sejm gewählt.[4] Bei der Parlamentswahl 1993 kandidierte er erneut im Wahlkreis Gliwice, erreichte aber auf der Liste der Deutschen Minderheit hinter Roman Kurzbauer nur die zweitmeisten Stimmen und schied daher aus dem Sejm aus.[5] Bei der Parlamentswahl 1997 kandidierte er erfolglos für dasselbe Wahlkomitee.[6]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b „Die Minderheit braucht die Politik“ auf sbc.org.pl, abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ „H. Kroll sagte: »Du bist ein Großmaul aus Ratibor.« Ich habe nie klein beigegeben“ auf mittendrin.pl, abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ „MK: Viel von der deutsch-polnischen Geschichte verstanden“ auf mkdirekt451501584.wordpress.com, abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 500.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 663.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Dezember 2025.