William Wilkinson and Co

Die Firma William Wilkinson and Co baute von 1881 bis 1886 in der Holmeshouse Foundry in Wigan in der britischen Grafschaft Greater Manchester, etwa sechzig Dampfstraßenbahn-Lokomotiven und vergab deren Herstellung auch an Beyer, Peacock & Co sowie Black, Hawthorn & Co und Thomas Green & Son.[1]

Geschichte

William Wilkinson & Co wurden um 1838 in der Nähe von Patricroft und Eccles in Lancashire gegründet. Im Jahr 1871 ist Wilkinson als Eigentümer und Betreiber der Holme House Foundry in Wigan verzeichnet, wo er 10 Eisengießer, Ingenieure, Arbeiter und etwa ein Dutzend Jungen beschäftigte, die in der allgemeinen Eisengießerei und im Maschinenbau tätig waren. Die Gießerei produzierte alle Arten von Eisengussteilen für die zahlreichen Kohlebergwerke im Wigan-Kohlefeld und lieferte auch Eisenwaren an die vielen lokalen Baumwollspinnereien.

Bis 1880 hatte sich Wilkinson & Co einen wohlverdienten Ruf für hervorragende Ingenieurskunst erworben und außerdem eine erfolgreiche Dampftramlokomotive mit vertikalem Kessel konstruiert und patentiert. Die Tramlokomotive erwies sich als äußerst erfolgreich, sodass Wilkinsons viele Aufträge für Lokomotiven von Straßenbahnbetreibern aus ganz Großbritannien erhielt.

Zwischen 1881 und 1886 baute Wilkinson & Co etwa sechzig Straßenbahnlokomotiven mit vertikalem Kessel, die dem Patent von Wilkinson entsprachen. Eine von Wilkinson & Co gebaute Straßenbahnlokomotive ist noch erhalten. Werknummer 58, gebaut für die Giant's Causeway, Portrush & Bush Valley Tramway (County Antrim). Die Lokomotive war die Nr. 4 der Straßenbahn und trug den Namen Brian Boroimhe (Aussprache: Boru), eine zweigekuppelte Vertikalboiler-Tanklokomotive. Im Jahr 1930 verkaufte die Straßenbahn die Nr. 4 an das Bauunternehmen R. Ferris & Co. für Arbeiten am River Bann in der Nähe von Portstewart.[2]

Lokomotiven

Wigan Tramways Company Ltd
Giant’s Causeway Tramway, Nr. 4
Thomas Green & Son Ltd für Bradford & Shelf Tramways
Beyer, Peacock & Co, Werksnum­mer 2464, Nr. 47 in Sydney, John Bull[3][4]
Nr. 33 der Dampfstraßenbahn Prestwich gebaut von Greens
Nr. 1 in Prestwich, umgebaut von Greens

Das Unternehmen von William Wilkinson (1838–1906) entwarf 1880 eine Kasten­loko­motive mit vertikalem Kessel für den Betrieb von Dampf­straßen­bahnen. Insgesamt wurden 207 Lokomotiven nach Wilkinsons Patent gebaut.[1] Die Lokomotiven wurden unter anderem auf folgenden Dampf­straßen­bahn­betreibern eingesetzt:

Inventur bei Geschäftsauflösung

Bei der Geschäftsauflösung wurden am dem 12. und 13. März 1902 unter anderem folgende Maschinen, Werkzeuge und Gießereianlagen versteigert:

  • Eine leistungsstarke Doppelgetriebe-Bremsdrehmaschine mit einer Kapazität von bis zu 2591 mm Durchmesser mit Innenverzahnung
  • Eine Doppelgetriebe-Gewindeschneidmaschinen, mit 457 mm Mittenabstand, mit geraden und Spaltbetten bis zu 7,3 m Länge
  • Eine Hub-Doppelgetriebe-Stechmaschine und eine Einzelgetriebe-Stechmaschine, eine Hub-Formmaschine von Buck and Sons und eine Formmaschine
  • Eine Radfräsmaschine, eine selbsttätige Hobelmaschine, eine Radialbohrmaschine, zwei große Zylinderbohrmaschinen, Stanz- und Schermaschine und drei Blechbiegemaschinen
  • Eine Schraubmaschine, eine Dampfhammer, vier Schmiedeherde mit Gebläsen, zwei Kupolöfen sowie drei Kernwagen.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c Grace's Guide To British Industrial History: William Wilkinson and Co.
  2. Alan McEwen: Grane Mill Restoration Project. 11. Mai 2019.
  3. Roger Farnworth: ‘Modern Tramway’ in the early- to mid-1960s – February 1963 – The Strange Tale of No. 2
  4. Preserved British Steam Locomotives - Beyer Peacock & Company, Works No 2464, No 47, John Bull, 0-4-0VB Tram
  5. Letters to the Editor – Steam on Tramways In: The Engineer. 2. Februar 1883, S. 91.