William H. Rey

William Henry Rey (* 7. April 1911 in Frankfurt am Main; † 7. Mai 2007 in Seattle[1]) war ein aus Deutschland stammender US-amerikanischer Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.[2]

Leben und Wirken

William Henry Rey, ursprünglich Wilhelm Heinrich Rey, legte seine Reifeprüfung 1929 in Frankfurt/M. ab. Von 1929 bis 1934 studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Frankfurt/M. Dort promovierte er 1937. Bis 1943 betätigte sich Rey als linksorientierter Journalist. 1933 gab er in Frankfurt eine neue Wochenzeitung ("Das neue Blatt") heraus, die jedoch verboten wurde. Von 1936 bis 1943 arbeitete er als Schriftleiter und Korrespondent bei der "Frankfurter Zeitung". Im Jahre 1943 floh er nach Ägypten und betätigte sich als Radiokommentator in Kairo; der Volksgerichtshof sprach über ihn die Todesstrafe aus. 1947 emigrierte er in die USA und arbeitete dort zunächst als Deutschlehrer an verschiedenen Colleges. Von 1948 bis 1950 war er Assistenzprofessor am Grinnell College (Iowa) und bis 1955 an der University of Washington in Seattle. 1959 wurde er dort außerordentlicher Professor und ab 1960 ordentlicher Professor für Germanistik. In den Ruhestand trat er 1981.

In seinen Veröffentlichungen beschäftigter sich William H. Rey vor allem mit der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, vor allem mit Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler und Thomas Mann.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Bewältigung des Weltkrieges im nationalen Kriegsroman. Engel, Neu-Isenburg 1937 (= Dissertation Universität Frankfurt/M.).
  • Weltentzweiung und Weltversöhnung in Hofmannsthals griechischen Dramen. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 1962.
  • Arthur Schnitzler. Die späte Prosa als Gipfel seines Schaffens. E. Schmidt, Berlin 1968.
  • Arthur Schnitzler: Professor Bernhardi (= Literatur im Dialog, Bd. 2). Fink, München 1971.
  • Poesie der Antipoesie. Moderne deutsche Lyrik. Genesis, Theorie, Struktur (= Poesie und Wissenschaft, Bd. 21). Stiehm, Heidelberg 1978, ISBN 3-7988-0520-2.
  • Georg Büchners "Dantons Tod". Revolutionstragödie und Mysterienspiel (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Bd. 452). Lang, Frankfurt/M. 1982, ISBN 3-261-04933-2.
  • Deutschland und die Revolution. Der Zerfall der humanistischen Utopie in Theorie und Drama (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Bd. 669). Lang, Frankfurt/M. 1983, ISBN 3-261-03272-3.
  • Überstehn ist alles! Roman eines gespaltenen Lebens. Haag u. Herchen, Frankfurt/M. 1996, ISBN 3-86137418-8 (Autobiographischer Roman).
  • Essays zur deutschen Literatur. Hrsg. von Ernst Behler und Gunter H. Hertling. Edwin Mellen, Bristol 1997, ISBN 0-7734-8458-2.
  • Thomas Manns Religiosität der Gnade. In: Orbis Litterarum, Bd. 54 (1999), S. 350–371.
  • "Bete für mich, mein Lieber...". Oskar Seidlin - Willy Rey. Briefwechsel. Igel-Verlag Literatur, Oldenburg 2001, ISBN 3-89621-121-8.

Literatur

  • Jörg Schönert u. a. (Hrsg.): Wilhelm Emrich. Zur Lebensgeschichte eines Geisteswissenschaftlers vor, in und nach der NS-Zeit. Bd. 2. Hirzel, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-7776-2656-7 (S. 23ff. über William H. Rey).

Einzelnachweise

  1. Sterbedatum William H. Rey. In: https://sortedbyname.com/letter_r/rey/index_67.html
  2. Rey, William Henry. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1488f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).