William-Shakespeare-Straße 2/4

Die William-Shakespeare-Straße 2/4 ist ein Doppelhaus mit Ateliergebäuden in der Westvorstadt von Weimar.

Geschichte

Zur Bauzeit hieß die 1911 angelegte Straße Kirschbachstraße, benannt nach dem naheliegenden Kirschbach.[1] Das Doppelhaus mit zwei separaten Ateliergebäuden im rückwärtigen Teil des Grundstücks befindet sich im östlichen Teil der William-Shakespeare-Straße. Dieses entstand 1910/12 im Auftrag des Maurermeisters und Bauunternehmers Arthur Menzel. Den Entwurf lieferte hierzu der bekannte Weimarer Architekt Rudolf Zapfe. Es ist ein charakteristisches Beispiel für ein Gebäude des Reformstils vor dem Ersten Weltkrieg. Das Wohnhaus ist ein dreigeschossiger verputzter Baukörper mit hohem, ziegelgedecktem Mansarddach und einer symmetrischen Straßenfassade. Durch Vorbauten wird diese plastisch gegliedert, die im Parterre einen rechteckigen, in den Obergeschossen einen flachbogigen Grundriss haben und in der Dachzone durch Aufsätze und Giebel akzentuiert werden. Dekorative Details sind spärlich. Dazu zählen das Rankgerüst am Parterre und die Klappläden am zweiten Obergeschoss. Die Grundrissdisposition beider Häuserteile entspricht der spiegelbildlichen Umkehrung; im Hausteil Nr. 2 erfolgte bei der Sanierung 1997/98 eine Aufteilung der ursprünglichen Etagenwohnungen in kleinere Wohneinheiten. Die wandfeste Ausstattung der Bauzeit bestehend aus Außen- und Innentüren, Treppenhäusern mit farbigen bleiverglasten Fenstern und schlichten Rahmen, ist weitgehend erhalten geblieben. Die beiden Ateliergebäude stellen laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller eine Besonderheit dar, weil diese zu den wenigen Beispielen privater Atelierhäusern der Stadt zählen. Die eingeschossigen verputzten Ziegelbauten haben an der Hoffassade jeweils flachbogige Schildgiebel. Die Malsäle werden durch Oberlichter bzw. durch ein großes Fenster an der Nordseite erhellt.[2] Einer der Bewohner von Nr. 4 war der Kammersänger Heinrich Zeller.[3]

Einzelnachweise

  1. Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 139.
  2. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 855.
  3. Weimarer Adressbuch 1916, Abt. VII, S. 232.

Koordinaten: 50° 58′ 38,4″ N, 11° 18′ 58,8″ O