Willi Bönnebruch-Althoff
Willi Bönnebruch-Althoff (* 18. Juni 1901 in Herne-Eickel; † 12. Juni 1969 in Wanne-Eickel) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP) im Gau Westfalen-Süd.
Leben
Willi Bönnebruch-Althoff wurde als Sohn des Bäckermeisters Wilhelm Bönnebruch-Althoff geboren und war nach dem Besuch des Realgymnasiums Wanne-Eickel (bis 1915) für zwei Jahre im elterlichen Betrieb tätig, bevor er 1918 an einer Privatschule die Sekundareife erlangte. Er kam in den elterlichen Betrieb zurück, um sich dort zum Kaufmann ausbilden zu lassen. Anschließend war er als selbständiger Vertreter für verschiedene Firmen in Wanne-Eickel unterwegs. Er betätigte sich politisch und schloss sich 1919 dem Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund an. Zum 1. August 1925 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 16.185).[1] Bereits 1924 trat er der SA bei und war dort von 1927 bis 1931 Truppführer. In Wanne-Eickel war er von 1928 an Geschäftsführer, ab 1929 Propagandaleiter und ab Jahresende 1931 NSDAP-Ortsgruppenleiter. Im Jahr darauf übertrug ihm Gauleiter Josef Wagner die Leitung der NDAP im Kreis Wanne-Eickel. Die Organisation der NSDAP-Gruppen in der Region Westfalen wurde in diesem Jahr neu geregelt und in Bochum der Gau Westfalen-Süd errichtet, während Münster der Standort des Gaus Westfalen-Nord war. Nach der Parteistatistik von 1935 waren im Gau Westfalen-Süd bei einer Einwohnerzahl von 2.609.767 sogar 82.041 Mitglieder in der Partei, die bei Kriegsbeginn von 26.786 NS-Funktionären als Politische Leiter betreut wurden. Sie sorgten für eine soziale Kontrolle nicht nur ihrer Mitglieder, sondern auch der gesamten „Volksgemeinschaft“[2].
Bönnebruch-Althoff kandidierte für den Preußischen Landtag und war von 1933 an Bürgermeister in seinem Heimatort. Als Kreisleiter in Wattenscheid war er von März 1938 bis September 1938 tätig, um dann den neu gebildeten Parteikreis Wanne-Eickel-Wattenscheid zu führen. Dort blieb er bis zu seinem Wechsel als Kreisleiter in Dortmund, wo er im Juni 1943 wegen angeblicher Meinungsverschiedenheiten mit dem Gauleiter entlassen wurde. Ab Dezember 1943 war er bei der Waffen-SS und von Mai 1944 an unter der Leitung des Gunter d’Alquen bei einer Propagandastandarte im Einsatz. Er wurde zur Heeresgruppe B, die im Westen das Reichsgebiet verteidigen sollte, als Organisator von Propaganda bestellt und kam später als Sturmmann in gleicher Funktion zur Schlacht in den Ruhrkessel, die zum Untergang der Heeresgruppe B führte.
Am 14. April 1945 wurde er festgenommen, kam drei Jahre in französische Kriegsgefangenschaft und wurde vom 15. April 1948 bis zum 15. Juni 1948 im Internierungslager Staumühle interniert.
Das Spruchgericht Bielefeld verurteilte ihn am 30. Juni 1949 zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und zwei Monaten, die durch die Kriegsgefangenschaft bzw. Internierung verbüßt waren. Seine Revision gegen dieses Urteil hatte Erfolg, so dass die Strafe auf zwei Jahre und zwei Monate Gefängnis festgesetzt wurde. Nach dem Krieg verdiente er seinen Lebensunterhalt als Vertreter einer Hamburger Firma für Feuerlöschgeräte und später als Handelsvertreter bei den Schaubstahlwerken (Filiale in Wanne-Eickel).
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 203f. (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/3581682
- ↑ Michael Kißener/Andreas Roth:Notare in der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ Digitalisat