Will Halle

Will Halle (eigentlich: Albert Erich Will; * 1905 in Querfurt bei Halle (daher sein Künstlername); † 1969 in Berlin) war ein deutscher humoristischer Zeichner.

Leben und Werk

Will erlernte in Halle den Beruf des Steinbildhauers und war Schüler von Gustav Weidanz an der Handwerkerschule Halle. Er war Mitglied der Hallischen Künstlergruppe[1] und stand der KPD zumindest nahe. 1929 schuf er für die nach sowjetischem Vorbild eingerichtete „Rote Ecke“ in einem Gebäude der Partei in Halle eine hölzerne Lenin-Maske, mit der er an die expressiven Holzschnitzereien Karl Völkers anknüpfte.[2]

Nachdem er einige Jahre in seinem Beruf gearbeitet hatte, u. a. in Seeshaupt, siedelte er 1932 Jahre nach Berlin über, wo er sich auf sein zeichnerisches Talent verlegte und bis zu seinem Tod für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, u. a. die Fliegenden Blätter und die Lustigen Blätter des Erich Zander Druck- und Verlagshaus, Berlin, „gezeichnete Scherze“ (Will Halle) anfertigte.

Will Halle war befreundet mit Erich Kästner, der Pate seiner Tochter war.[3] Nach der Machtergreifung wurde Will Halle 1933 kurzzeitig inhaftiert.

Nach dem Ende des NS-Staats arbeitete er weiter in Westberlin, u. a. für den Tagesspiegel. Für einen Werbetrickfilm der Meierei C. Bolle nach der Idee von Günter Grass fertigte er die Zeichnungen. Halle war Mitbegründer des Vereins Berliner Karikaturisten Die Wolke.[4]

Werke

  • Tischlein deck dich! Ein Märchenbuch für Erwachsene. Erich Zander Verlag, 1942; Vorwort Heinz Rühmann
  • Du und ich im Neuaufbau. Eine nachdenkliche Bilderfibel für große und kleine Kinder Mitteldeutsche Verlagsgesellschaft, Halle, 1947; Vorwort Erich Kästner
  • Willibald. Abenteuer eines fahrenden Ritters. Erich Zander Verlag, 1944
  • Jetzt kommt´s raus! 1958
  • Kleines Werbebilderbuch für große Werbeleute. Berliner Verkehrs-Betriebe, 1960
  • Will Halles Kleine Zeichenschule.1964
  • Nur für den Herrn: ein heiter-ernstes Mosaik für kleine Pausen/gehört, gesammelt und notiert von Heinz Görz und gezeichnet von Erich Will-Halle, Euro-Verlag, Hamburg ca. 1965, Lizenz des Verlags Die Gabe, Gütersloh. DNB-Link[1]

Literatur

  • Martin Papenbrock u. a. (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil II. Antifaschistische Künstler/Innen in Ausstellungen der SBZ und der DDR. VDG, Weimar, 2000. VDG, Weimar, 2000, S. 405
Commons: Will Halle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Christoph Wilhelmi: Künstlergruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1900. Dr. Ernst Hauswedell & Co, 1996, S. 95
  2. Ingrid Schulze: Traditionen hallescher Plastik. Bildende Kunst, Berlin, 9/1977, S. 451, mit Abbildung
  3. Sven Hanuschek et al. (Hrsg.): Erich Kästner. Das blaue Buch. Geheimes Kriegstagebuch 1941- 1945. Atrium Verlag, S. XXXI
  4. Kai Schlüter (Hrsg.): Günter Grass. Das Milch-Märchen. Christoph Links Verlag, Berlin, 2013 (ohne Seitenangabe)