Wilhelm von Kloeber

Wilhelm von Kloeber, geb. Wilhelm Schmidt, adopt. 1924 als von Kloeber, (* 2. August 1906 in Rosenheim; † 19. Juni 1960 in München) war ein deutscher Historiker.

Leben

Wilhelm von Kloeber war der Sohn des Kunstmalers Wilhelm Schmidt und der vormaligen Hilfslehrerin,[1][2] späteren Studiendirektorin Ida von Kloeber (teils v. Klöber), die ihn adoptierte. Die Mutter selbst genoss eine höhere Schulbildung und ging zuvor auf das Königliche Mädchen-Erziehungs-Institut in Nymphenburg.[3] Über den Vater wurde wenig bekannt. Der Großvater (Alexander) von Kloeber war Offizier,[4] u. a. Oberstleutnant und Bezirkskommandeur.[5]

Nach der Schulzeit am Kgl. Theresiengymnasium und dem Abitur am Kgl. Neuen Realgymnasium in München studierte er seit 1924 Geschichte, Philosophie, Germanistik und Rechtswissenschaft zunächst in Tübingen, dann seit 1925 in München. Zum 1. September 1929 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 147.013)[6] und schloss sich im selben Jahr auch der SA an. 1931 wurde er an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit über „Die deutsche Frage 1859-1871 in großdeutscher und antiliberaler Beurteilung“ von Arnold Oskar Meyer und Karl Alexander von Müller promoviert. Von 1933 bis 1945 hatte er einen Lehrauftrag für Neueste Geschichte an der Universität München. Danach war er als Referent für Geschichte an einer Reichsführerschule der SA angestellt.

1934 wurde er zum Mitglied der Hochschulkommission der NSDAP ernannt. Seine Habilitation wurde von der Münchener Fakultät abgelehnt. Nach 1935 war Kloeber hauptberuflich im Schuldienst tätig. Sein Hauptwerk, ein Überblick zur deutschen Geschichte zwischen 1914 und 1933, rechtfertigt kritiklos die Machtübernahme der Nationalsozialisten.

Von 1939 bis 1945 leistete er Wehrdienst.

Schriften

  • Die deutsche Frage 1859 bis 1871 in großdeutscher und antiliberaler Beurteilung, phil. Diss., München 1931.
  • Vom Weltkrieg zur nationalen Revolution. Deutsche Geschichte 1914-1933. Oldenbourg, München/Berlin 1934.
  • Vom Weltkrieg zum nationalsozialistischen Reich. Deutsche Geschichte 1914-1936. Oldenbourg, München 1937.
  • als Hrsg.:

Literatur

  • Helmut Böhm: Von der Selbstverwaltung zum Führerprinzip. Die Universität München in den ersten Jahren des Dritten Reiches (1933 - 1936). Zugleich Diss. Univ. München 1991; In: Ludovico Maximilianea/ Forschungen. Band 15; Duncker und Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-08218-4, S. 166. (Lehr-Auftrag gegen d. Willen d. Fakultät).
  • Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. In: Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Band 6; Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 3-935025-68-8, S. 91 f.
  • Wolfgang Jacobmeyer: Das deutsche Schulgeschichtsbuch 1700–1945. Die erste Epoche seiner Gattungsgeschichte im Spiegel der Vorworte. Band 1. Lit, Berlin 2011, S. 1483, Anm. 4. (Kurz-Vita).
  • Matthias Berg: Karl Alexander von Müller. Historiker für den Nationalsozialismus. (Abschn. Wege in den Nationalsozialismus), Auflage-Online-Ressource, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-64736-013-3, S. 219. (Mangel ab Promotion).

Einzelnachweise

  1. Münchener Gemeinde-Zeitung. Amtsblatt des Magistrats. Nr. 58, Achtundzwanzigster Jahrgang, Expedition G. Frantz, Ausgegeben München 20. Juli 1899, S. 283.
  2. Vgl. Oberbayerischer Schulanzeiger. №. 8, XIV. Jahrgang, Hrsg. Oberbayrischer Kreislehrerverein, Landberg a/L., den 20. März 1899, S. 109.
  3. Sechsundsiebzigster Jahresbericht von dem Königlichen Mädchen-Erziehungs-Institut in Nymphenburg. (Ausgegeben am Ende des Schuljahres 1890/1891), Ernst Stahl-Josef Zaubzer, München 1891, S. 14.
  4. J. Seiferth, W. Probst (Hrsg.): Münchener Jahrbuch. Kalender für Bureau, Comptoir und Haus. 1896. Neunter Jahrgang, Carl Gerber Verlag, München 1896, S. 319.
  5. L. Bauer: Schwäbischer Schul-Anzeiger. Eigentum der schwäbischen Schulausstellung zu Augsburg. 13. Jahrgang, Nr. 25, Verlag J. Fesenmayr, Augsburg 23. Dezember 1895, S. 328.
  6. Bundesarchiv (BArch) R 9361-IX KARTEI/20951284.