Wilhelm Troeltsch

Heinrich Wilhelm Troeltsch (* 27. Februar 1840 in Weißenburg; † 22. Dezember 1925 in Bonn) war ein deutscher Unternehmer, der als Mitglied des Deutschen Reichstags auch politisch aktiv war.

Leben

Troeltsch war ein Sohn des Gold- und Silbertressen-Fabrikanten Friedrich Troeltsch (1812–1888) und dessen Ehefrau Amalie Mathilde Mack (1813–1895; Schultheißentochter aus Heidenheim (Mittelfranken)). Er besuchte von 1850 bis 1854 die Handelsschule in Nürnberg. Er lebte vom Jahr 1859 an in Großbritannien, wurde 1862 in die Leitung eines der größten und bedeutendsten britischen Bank- und Exporthäuser (Briggs & Co.) in Alexandria berufen und 1865 zum ersten Direktor der Filiale der Imperial-Ottoman-Bank in Alexandria ernannt. Diese Stelle bekleidete er bis zum Juli 1872 und trat dann als Teilhaber in das väterliche Fabrikgeschäft ein, das unter der Firma Tröltsch & Hauselmann in Weißenburg seit 1766 eine Gold- und Silbermanufaktur betrieb. Seit 1876 war er Mitglied des Handels- und Gewerbegremiums und als dessen Vorstand auch Mitglied der Handels- und Gewerbekammer für Mittelfranken. 1872 errichtete er die Doerflervilla in Weißenburg.[1]

Von 1890 bis 1893 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Mittelfranken 3 (Ansbach, Schwabach, Heilsbronn) und die Nationalliberale Partei. Er kandidierte erneut 1893 und bei der Ersatzwahl 1896 für die Nationalliberale Partei, konnte jedoch den Wahlkreis kein zweites Mal gewinnen.[2] Troeltsch zog 1905 nach München um. 1914 verlieh ihm die Stadt Weißenburg ihre Ehrenbürgerwürde.

Troeltsch heiratete 1865 Adelheid Zoeppritz (1847–1930), die Tochter eines Heidenheimer Teppichfabrikanten. Sein einziger Sohn war der Nationalökonom Walter Troeltsch, dessen Enkel ist der hessische Politiker Walter Troeltsch.[3]

Nach ihm ist die Wilhelm-Troeltsch-Straße in Weißenburg benannt.

Einzelnachweise

  1. Reiner Kammerl: Brunnen, Denkmäler und Skulpturen in Weißenburg. Eine Bestandsaufnahme. In: villa nostra, Weißenburger Blätter, Geschichte, Heimatkunde, Kultur, Jahrgang 2020, Heft 3, S. 16.
  2. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage, Verlag Carl Heymann, Berlin 1904, S. 207.
  3. Rudolf H. Böttcher: Forschungen zur Genealogie Troeltsch und von Tröltsch. (unveröffentlicht)