Wilhelm Thiele (Architekt)

Wilhelm Thiele (* 12. Juli 1873 in Halle an der Saale; † nach 1945 möglicherweise in Schliersee) war ein deutscher Architekt, Innenarchitekt und Hochschullehrer.

Leben

Thiele studierte an der Technischen Hochschule Dresden und an der Kunstgewerbeschule Dresden, wo er Mitglied des Corps Thuringia Dresden wurde.[1] Er legte das erste und das zweite Staatsexamen ab und wurde 1903 zum Regierungsbaumeister (Assessor in der öffentlichen Bauverwaltung) ernannt.[2] Er arbeitete im Staatsdienst des Königreichs Sachsen und fertigte u. a. Möbelentwürfe an, so etwa 1903/1904 für das Gebäude der Ministerien für Kultur, Justiz und Innere Angelegenheiten in Dresden, die von den Dresdener Werkstätten für Handwerkskunst ausgeführt wurden.[3] 1904 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Staatsdienst aus[4] und ließ sich in Frankfurt/M. nieder.[5] Zum 1. April 1907 wurde er Direktor der neu gegründeten Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld, deren Neubau er auch entwarf. Zum 1. Oktober 1912 wechselte er als Direktor an die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule (Berlin-)Charlottenburg. Von 1921 bis Ende 1924 war er Direktor der Kunstakademie Königsberg und ab 1926 Leiter der Werklehrerbildungsanstalten an der Staatlichen Kunstschule Berlin.

Er war Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB).

Literatur

  • Bericht der Handelskammer zu Bielefeld für das Jahr 1912. S. 152.
  • Kunstgewerbeblatt, Neue Folge, 24. Jahrgang 1913, S. 20. (Digitalisat der Universitätsbibliothek Heidelberg)
  • Hans Wichmann: Deutsche Werkstätten und WK-Verband 1898–1990. Aufbruch zum neuen Wohnen. 2. Auflage. Prestel, München 1992, ISBN 3-7913-1208-1, S. 347.
  • Roland Günter: Der Deutsche Werkbund und seine Mitglieder 1907–2007. Ein Beitrag des Deutschen Werkbunds zur Kulturhauptstadt Ruhr im Jahr 2010. Klartext, Essen 2009, ISBN 978-3-89861-861-8, S. 59, S. 73, S. 127.

Einzelnachweise

  1. Anschriftenliste des Weinheimer SC. Darmstadt 1928, S. 125.
  2. Amtliche Mitteilungen, Sachsen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 7, 1903, S. 42 (zlb.de).
  3. Astrid Nielsen (Red.): Jugendstil in Dresden. Aufbruch in die Moderne. Edition Minerva, Dresden 1999, S. 216 f. (Nr. 29).
  4. Amtliche Mitteilungen, Sachsen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 47, 1904, S. 297 (zlb.de).
  5. Paul Schumann-Dresden: Die dritte deutsche Gewerbeausstellung Dresden 1906. In: E. A. Seemann (Hrsg.): Kunstchronik. Band 17. E. A. Seemann, Leipzig 1906, S. 190 (Volltext in der Google-Buchsuche).