Wilhelm Seidensticker

Wilhelm Seidensticker (* 30. November 1909 in Bochum; † 10. April 2003 in Essen)[1][2] war ein deutscher Architekt.

Leben

Seidensticker absolvierte ein Praktikum und studierte ab 1929 an der Technischen Hochschule Hannover bei Ernst Vetterlein und Otto Blum, mit einem Gastsemester an der Technischen Hochschule Graz. 1933 schloss er sein Studium mit dem akademischen Grad Dipl.-Ing. ab. Von 1934 bis 1937 war er beim Baudezernat der Stadt Bochum tätig, wo er u. a. die Trauerhalle am Freigrafendamm plante. 1936 promovierte er an der TH Hannover über Radwegeplanung unter besonderer Berücksichtigung des Ruhrgebietes. Im Jahr darauf machte er sich in Bochum selbstständig und betrieb bis 1941 ein eigenes Architekturbüro. Ab 1941 war Seidensticker als Regierungsbaurat bei der Luftwaffe in Norwegen und Finnland tätig.[3]

Er geriet in Kriegsgefangenschaft und kehrte 1947 nach Bochum zurück. 1948 war er am Wiederaufbauplan für Wattenscheid maßgeblich beteiligt.[3]

Später ließ er sich in Essen nieder. In den 1960er Jahren arbeitete er mit dem Diplom-Ingenieur Heinz Budde in einer Architektengemeinschaft zusammen.[4]

Seidensticker lebte in Essen und Südfrankreich; sein Nachlass liegt im Baukunstarchiv NRW.

Bauten

Veröffentlichungen

  • Umbau der Städte. Vulkan-Verlag, Essen 1959
  • Die City im Umbau. Vulkan-Verlag, Essen 1967
  • Umbau der Umwelt : humane Megalopolis?. Vulkan-Verlag, Essen 1973
Commons: Wilhelm Seidensticker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Historisches Architektenregister, auf www.kmkbuecholdt.de
  2. Traueranzeige. In: NRZ Neue Ruhr Zeitung. Nr. 90. Essen 16. April 2003.
  3. a b Hans H. Hanke: Erschütternd auf den Besucher wirken. In: archive.org. aus: Denkmalpflege in Westfalen-Lippe, Bd. 76/1998 der Zs. Westfalen, Münster 1999/2000, S. 402–441, 1998, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juni 2019; abgerufen am 3. Oktober 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bochum.de
  4. 100 Jahre Volkshochschule Essen. auf www.hv-essen.de
  5. Hanke, Hans H.: In schlechter Würde? Der Freigrafendamm und seine NS-Bauten (= Kortum-Gesellschaft Bochum [Hrsg.]: Bochumer Zeitpunkte. Heft 9). Bochum 2001, S. 3–6 (online [PDF]).
  6. Dietmar Bleidick: Bochum: Industriekultur im Herzen des Reviers. (PDF) Hauptfriedhof Bochum. Regionalverband Ruhrgebiet, abgerufen am 16. November 2022.
  7. Vortrag „Das Grillo-Theater 1950: Die Architekten Wilhelm Seidensticker und Johannes Dorsch“. Peter Brdenk berichtet anlässlich der Reihe „125 Jahre Grillo-Theater“ in Essen, auf bda-essen.de
  8. St. Mariä Geburt. Pfarrgemeinde St. Antonius, abgerufen am 20. Dezember 2019.
  9. a b c d e f Bund Deutscher Architekten (Hrsg.): Essen baut. Das Beispiel, Darmstadt 1960
  10. KuLaDig: Siedlung Kaldekirche in Schonnebeck
  11. a b Von der Versuchssiedlung – zum Scheiben Wohnhochhaus (Digitalisat)
  12. Denkmallisteneintrag vom 6. Juli 2004 (Digitalisat)
  13. Wohnhaus Kaupenhöhe in Essen: Ladies only!
  14. Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen: Wohnhochhaus, Hölderlinstraße, Essen; abgerufen am 20. Dezember 2019
  15. Rathaus Waltrop, auf bigbeautifulbuildings.de
  16. Bauten von Wilhelm Seidensticker in Bochum auf www.ruhr-bauten.de
  17. Tim Walther, Kein Denkmalschutz für die Nachkriegsmoderne?, auf www.ruhrbarone.de
  18. Karl-Heinz Krüger, Glückliche Lösung, in: Der Spiegel 11, 1982, S. 228–235, hier S. 228 (Digitalisat)