Wilhelm Schreitmüller

Wilhelm Schreitmüller (* 26. Januar 1870 in München; † 13. April 1945) war ein deutscher Ichthyologe und Herpetologe, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche wichtige Beiträge zur Aquaristik und Terraristik lieferte.

Leben

Schreitmüller gehörte „über Jahrzehnte [...] zu den produktivsten und vielseitigsten Autoren“[1] seiner Fachbereiche und publizierte zahlreiche Artikel in den Blättern für Aquarien- und Terrarienkunde, in der Wochenschrift für Aquarien- und Terrarienkunde, in Das Aquarium, im Nachrichtenblatt für Aquarien- und Terrarien-Vereine sowie im Deutschen Almanach für Aquarien- und Terrarienfreunde. Als talentierter Zeichner steuerte er meist auch eigene Illustrationen zu seinen Abhandlungen bei. Er führte unzählige Kreuzungsversuche mit Fischen durch, beschäftigte sich aber auch mit der Zucht von anderen Tieren. So war er 1910 der erste, der nachweislich auf natürlichem Wege herbeigeführte Molchhybride präsentieren konnte. Im Jahr 1933 gelang ihm dann die Züchtung des Europäischen Schlammpeitzgers im Aquarium, was auch in der internationalen Fachpresse Beachtung fand.[1] Darüber hinaus unternahm Schreitmüller viele Exkursionen. Ertragreiche Touren führten ihn beispielsweise nach Nordfrankreich, wo er den Westlichen Schlammtaucher, die Wechselkröte, den Moorfrosch, den Bergmolch sowie die Europäische Sumpfschildkröte als neu für diese Region beschrieb.[1] Er sammelte dort auch 79 Molluskenarten, die er an Wissenschaftler und Naturkundemuseen in Deutschland sandte.

Wilhelm Schreitmüller war Mitglied der Herpetologenvereinigung „Salamander“ und der jeweiligen naturwissenschaftlichen Gesellschaften „ISIS“ in München und Frankfurt am Main.

Ehrungen

Im Jahr 1922 benannte Ernst Ahl eine erstbeschriebene, im Amazonas heimische Sägesalmlerart als Metynnis schreitmülleri. Eine ebenfalls im Amazonasbecken endemische Harnischwelsart, deren Holotypus Schreitmüller zur Verfügung gestellt hatte, benannte Johann Paul Arnold 1936 zu Ehren seines Kollegen als Farlowella schreitmuelleri. Vier Jahre später wurde Schreitmüller 1940 zum Ehrenmitglied der Münchner naturwissenschaftlichen Gesellschaft „ISIS“ gewählt.[1]

Publikationen (Auswahl)

Monographie

  • Schreitmüller: Leitfaden zur Pflege und Zucht von einheimischen und exotischen Zierfischen, Schnecken und Wasserpflanzen. Verlag von Georg Müller, 1928, 200 Seiten (bis 1934 zwei weitere, erweiterte Auflagen).
Commons: Wilhelm Schreitmüller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Werner Rieck; Gerhard Hallmann; Wolfgang Bischoff (Hrsg.): Die Geschichte der Herpetologie und Terrarienkunde im deutschsprachigen Raum. In der Reihe: „Mertensiella“, Band 12. Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde, 2001, ISBN 978-3-9806577-3-0, Seiten 589–592.