Wilhelm Schmidt (Politiker, 1898)
Wilhelm Schmidt (* 23. Dezember 1898 in Eisbergen; † 6. Juni 1945 im Internierungslager Recklinghausen) war ein deutscher Politiker (NSDAP).
Leben
Wilhelm Schmidt war ein Sohn des Malermeisters Wilhelm Schmidt. Sein jüngerer Bruder Fritz (1903–1943) war Generalkommissar in den deutschbesetzten Niederlanden. Er musste vom Frühjahr 1917 an Kriegsdienst leisten und war bei Kriegsende Unteroffizier. In seinem Heimatort war er 1919 Mitbegründer des Stahlhelmbundes und trat zum 1. Mai 1930 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 242.006).[1] Dort war er von 1930 bis 1934 Ortsgruppenleiter und Gemeindevorsteher (Bürgermeister). Am 1. Mai 1934 übernahm er das Amt des NSDAP-Kreisleiters im Kreis Minden, das er bis Ende September 1938 innehatte. Er war Kreisdeputierter und Mitglied des Kreisausschusses. Er wechselte anschließend in gleicher Funktion in den Landkreis Schaumburg-Lippe, wo er bis Juli 1940 im Amt blieb und dabei stellvertretender Landespräsident des Landes Schaumburg-Lippe war. Ende Juni 1941 wurde er auf eigenen Wunsch vom Reichsstatthalter aus diesem Amt entlassen. Im Anschluss wurde er Bezirkskommissar für die Provinz Limburg in den besetzten Niederlanden und erhielt in dieser Funktion am 6. Juni 1942 eine Anordnung des Reichskommissars Niederlande, Arthur Seyß-Inquart, über den Umgang mit Kulturgut und Hausrat aus jüdischem Eigentum.[2]
Dort war Schmidt bis zum Ende des Krieges tätig und kam nach seiner Festnahme in das Internierungslager Recklinghausen, wo er sich am 6. Juni 1945 das Leben nahm.
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 186 (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/38430493
- ↑ Dokument VEJ 5/141 in: Katja Happe, Michael Mayer, Maja Peers (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945 (Quellensammlung), Band 5: West- und Nordeuropa 1940–Juni 1942. München 2012, ISBN 978-3-486-58682-4, S. 390.