Wilhelm Heikhaus
Wilhelm Heikhaus (* 3. April 1892 in Gelsenkirchen; † 7. November 1957 ebenda) war ein deutscher Politiker (NSDAP).
Leben
Wilhelm Heikhaus wurde als Sohn eines königlichen Lokomotivführers geboren und meldete sich nach dem Besuch der Oberrealschule Gelsenkirchen bei der Kaiserlichen Marine, wo er die Prüfungen (Steuermann für Kleine Fahrt bzw. für Große Fahrt) ablegte und im Ersten Weltkrieg Deckoffizier und Steuermann eines Marineluftschiffs war. 1917 wurde er in Frankreich abgeschossen und, nachdem mehrere Fluchtversuche gescheitert waren, bis 1922 in Avignon interniert.[1]
Mit einer 40%igen Kriegsbeschädigung verließ er am 1. April 1923 die Reichsmarine und nahm eine Tätigkeit in der Großindustrie als Angestellter/Fremdsprachenkorrespondent bei der Zeche Rheinelbe, der Grubenholzbörse in Essen und bei der Glas- und Spiegelmanufaktur in Gelsenkirchen auf. Dort wurde er mit der Betriebsstilllegung arbeitslos. Am 15. Mai 1923 trat er nach eigenen Angaben in die NSDAP-Ortsgruppe Gelsenkirchen ein und schloss sich der neugegründeten Partei zum 23. Oktober 1926 erneut an (Mitgliedsnummer 46.555).[2] 1930 wurde er deren Ortsgruppenleiter und war daneben Mitglied im städtischen Wohlfahrts- und Fürsorgeausschuss. Zwischen Januar 1931 und 1933 stieg er zum Leiter des NSDAP-Bezirks Emscher-Lippe auf, war Gaupressewart im NSDAP-Gau Westfalen-Nord und wurde zum Jahresbeginn 1931 Bezirksleiter von Groß-Gelsenkirchen und 1932 Bezirksleiter Emscher-Lippe. Vom 1. Oktober 1932 an war er für kurze Zeit NSDAP-Kreisleiter im Kreis Recklinghausen und wurde von Herbert Barthel im Amt abgelöst. Seit 1933 saß er für den Wahlkreis Bottrop zudem im Provinziallandtag der Provinz Westfalen. In dieser Zeit kandidierte er ohne Erfolg für den Reichstag und für den Preußischen Landtag.
Im Mai 1933 wechselte er als Günstling von Gauleiter Alfred Meyer zum Reichssender nach Köln und wurde Leiter der Abteilung Politik und Wirtschaft, obwohl er keinerlei Rundfunk-Erfahrung hatte. Er führte durch Sendungen wie „Arbeitsschlacht im Westen“, „Stimme der Zeit“ und „Vom Tage“. Im Zuge einer Korruptionsaffäre im Kölner Reichssender wurde er 1935 entlassen und kehrte nach Gelsenkirchen zurück. Da seit Frühjahr 1935 Gerüchte in Gelsenkirchen kursierten, Heikhaus habe 60.000 Reichsmark unterschlagen, verhängte die Partei ein Redeverbot gegen ihn und wandte sich von ihm ab. Selbst der Gelsenkirchener Parteigenosse Karl Kossol versagte ihm Unterstützung.
Heikhaus war fast vier Jahre arbeitslos. In dieser Zeit veröffentlichte er die Autobiografie Hoffnung auf morgen, Schicksal von gestern zu seinen Erlebnissen als Soldat und Kriegsgefangener im Ersten Weltkrieg. Ab 1939 arbeitete er als Rechnungsprüfer auf der Zeche Consolidation, bis er im April 1945 aufgrund seiner NS-Belastung im Lager Staumühle bei Paderborn interniert wurde. Nach zwei Jahren Haft kam Heikhaus frei und wurde im Entnazifizierungsverfahren am 8. Juli 1947 durch den Hauptausschuss in die Kategorie III (Minderbelastet) eingestuft. Seine dagegen eingelegten Rechtsmittel bzw. Wiederaufnahmeanträge hatten keinen Erfolg. So blieb es letztlich bei dieser Entscheidung. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Angestellter in der Isoliermittelfabrik Roos in Gelsenkirchen.
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 153f(Digitalisat)
Weblinks
- Wilhelm Heikhaus, Gelsenkirchener Persönlichkeiten Digitalisat
Einzelnachweise
- ↑ Fritz Ibrügger: P.G., Feldgraue in Frankreichs Zuchthäusern. 1941 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/14231107