Wilhelm Hagemann (Medienpädagoge)
Wilhelm „Willi“ Hagemann (* 13. Februar 1939 in Vörden) ist ein deutscher Pädagoge und emeritierter Hochschullehrer für Medienpädagogik/Berufspädagogik in Paderborn.
Leben und Wirken
Wilhelm Hagemann, Sohn von Franziska Hagemann, geborener Schmereim, und des Tischlers Otto Hagemann, wurde 1939 in Marienmünster-Vörden in Ost-Westfalen geboren. Er besuchte die örtliche Volksschule, erlernte den Beruf des Heizungs- und Lüftungsbauers und war von 1954 bis 1958 als Schlosser tätig. Auf dem Zweiten Bildungsweg erwarb er 1962 in Köln das Abitur. Es folgte das Studium für das Lehramt an berufsbildenden Schulen an der Technischen Hochschule in Aachen, das er mit der Ersten (1966) und Zweiten Staatsprüfung (1973) abschloss. Nach Tätigkeiten als wissenschaftlicher Assistent von 1966 bis 1972 an Hochschulen in Aachen, Wien und Klagenfurt erfolgte 1972 in Aachen seine Promotion zum Dr. phil. mit einem medienpädagogischen Thema. Von 1973 bis 1980 war er im Forschungs- und Entwicklungszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen für objektivierte Lehr- und Lernverfahren (FEoLL) in Paderborn tätig, zuletzt als Leiter des Instituts für Medienverbund / Mediendidaktik. In diese Arbeit flossen auch Überlegungen zur sozial-moralischen Erziehung durch und mit Medien ein, die 1982 und 1985 publiziert wurden. 1980 erfolgte die Berufung als Professor für Medien- und Berufspädagogik an die Universität-Gesamthochschule Paderborn. Dort widmete sich Wilhelm Hagemann neben medienspezifischen Themen (veröffentlicht 1978, 1979, 1983 und 1996) insbesondere in mehreren Modellversuchen der Förderung benachteiligter Jugendlicher in der Berufsausbildung. Wilhelm Hagemann hat zudem historische Arbeiten zu seinem Geburtsort Vörden und seinem Wohnort Bad Lippspringe verfasst (erschienen 1995, 1997 und 2008).
Wilhelm Hagemann war katholisch, ab 1972 verheiratet mit Rita Hagemann, geborener de Longe, und hatte drei Kinder (Heidrun, Martin und Mechthild).
Buchveröffentlichungen
- Bedingungen und Entscheidungen in der Unterrichtsprogrammierung. Beitrag zu einer didaktischen Entscheidungstheorie. Aachen 1972.
- mit G. Carleer und Gerhard Tulodziecki: Einführung in die Differentialrechnung. Medienverbund für Fachoberschulen, Essen 1977.
- mit Gerhard Tulodziecki: Einführung in die Mediendidaktik. Köln 1978.
- mit Gerhard Tulodziecki: Unterrichtsplanung und Medienentwicklung. Köln 1979.
- mit Walter Neubauer, Gerhard Tulodziecki und D. Zimmermann: Medienpädagogik. Köln 1979.
- als Hrsg.: Kognition und Moralität in politischen Lernprozessen. Theoretische Ansätze, Forschungsergebnisse, Anwendungsmodelle. Opladen 1982.
- Medien in der betrieblichen Bildungsarbeit. Landau 1983.
- als Hrsg. mit Gerhard Tulodziecki: Lehren und Lernen im Politikunterricht. Entwicklungs- und lerntheoretische Ansätze. Bad Heilbrunn / Hamburg 1985.
- Vom Dorf zur Stadt: Lippspringe zwischen 780 und 1450. Festschrift zum 550. Jahrestag der Stadtrechtsverleihung. Bad Lippspringe 1995.
- mit Gerhard Tulodziecki, Bardo Herzig, S. Leufen und C. Mütze: Neue Medien in den Schulen. Projekte-Konzepte-Kompetenzen. Gütersloh 1996.
- 100 Jahre Bankgeschichte in Bad Lippspringe. Bad Lippspringe 1997.
- mit F. Gottesbüren und W. Göbel: Lippspringe im 20. Jahrhundert. Bad Lippspringe 1999.
- mit anderen: Vörden. Geschichte eine Ackerbürgerstadt im östlichen Westfalen. Paderborn 2008.
Literatur
- Hagemann, Wilhelm. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 440.