Wilhelm Franke (Politiker, 1875)
Wilhelm Franke (* 16. Juni 1875 in Dortmund; † 1. August 1963 ebenda) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).
Leben
Wilhelm Franke machte nach dem Besuch der Rektoratsschule in Lünen eine Maschinenbaulehre und schloss diese 1893 ab. Seine Familie verzog nach Hamburg, wo er 1901 die Prüfung zum Schiffsingenieur ablegte. Er fuhr 30 Jahre zur See und kehrte nach Westfalen zurück, wo er zum 1. März 1931 in die NSDAP eintrat (Mitgliedsnummer 489.011).[1] Zum 1. Juni des Jahres wurde er NSDAP-Kreisleiter in Lünen und hatte dieses Amt bis zum 1. Juli 1937 inne, als er hauptamtlicher Kreisleiter der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt wurde. Ende Oktober 1938 schied er aus Altersgründen aus diesem Amt. 1933 kandidierte er für den Preußischen Landtag und war Stadtverordneter in Lünen. Nach seinem Ausscheiden bezog er, neben der Rente aus der Reichsversicherung und der Versorgungskasse der Vereinten Reedereien Hamburg, eine Unterhaltshilfe der NSDAP.
Am 14. April 1945 wurde er festgenommen und in verschiedenen Lagern und Hospitälern, zuletzt im Internierungslager Recklinghausen-Hillerheide interniert. Am 22. Mai 1946 wurde er freigelassen. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er vom Hauptausschuss Lünen am 15. April 1948 in die Kategorie IV (Mitläufer) mit Vermögenssperre eingestuft. Das Verfahren wurde wieder aufgenommen, weil das Landgericht Dortmund in einem Urteil vom 31. Januar 1948 seine Beteiligung an der Reichspogromnacht 1938 in Lünen festgestellt hatte. Der Hauptausschuss stufte ihn deshalb in die Kategorie III b 1 ein. Am 24. Juli 1948 verurteilte ihn das Landgericht Dortmund wegen Landfriedensbruchs zu einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Seine Revision gegen dieses Urteil hatte nur einen Teilerfolg. Die Strafe wurde auf Bewährung bis zum 30. April 1952 ausgesetzt, allerdings wurde er zu einer Geldstrafe von 1000 DM verurteilt. Franke verstand es, die Zahlung solange hinauszuzögern, bis er 1950 nach den Bestimmungen des Straffreiheitsgesetzes aus dem Jahr 1949 amnestiert wurde. Er hatte lediglich Zahlungen in Höhe von 575 DM geleistet.
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 234 f. (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/9391250