Wilhelm Fitzner (Kesselfabrikant)
Wilhelm Fitzner (* 8. Februar 1833 in Gleiwitz; † 3. Januar 1905 in Laurahütte) war ein deutscher Unternehmer.
Leben
Sein gleichnamiger Vater († 27. Februar 1878), ein Schmiedemeister aus Mittelschlesien, war 1836 nach Laurahütte gezogen, hatte in dem dort neu errichteten Hüttenwerk die Schmiedearbeiten übernommen und 1855 seine Kesselschmiede zur Kesselfabrik ausgebaut.
Der Sohn besuchte die örtliche Privatschule und die Realschule am Zwinger in Breslau. Als Primaner musste er die Schule verlassen und im väterlichen Betrieb arbeiten. Zur weiteren Ausbildung war er zunächst als Praktikant bei Borsig in Berlin tätig, und nach seinem Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger im Grenadier-Regiment Nr. 11 „König Friedrich III.“ in Breslau für ein Jahr bei der Maschinenbauanstalt Gustav Heinrich v. Ruffer in Breslau. Anschließend kehrte er in den Betrieb seines Vaters zurück.
1869 musste der Vater den alten Standort der Kesselschmiede aufgeben und überließ aus diesem Anlass dem Sohn diesen Betriebszweig zum Neuaufbau in eigener Verantwortung an einem neuen Standort. Fitzner begann im Jahr 1875, in größerem Umfang Gefäße und Rohre aller Art für Dampfheizungen, Gasleitungen sowie Bojen, Dükerrohre, Gefechtsmasten herzustellen.[1] Nachdem das russische Wirtschaftsministerium im Jahr 1877 zum wiederholten Mal die Zölle für Eisen und Eisenprodukte erhöht hatte, gründete er 1881 mit Konrad Gamper (1849–1899) aus Stetten (Thurgau)[2][3] eine zweite Kesselfabrik in Sosnowitz (auf russischem Staatsgebiet). Nachdem dieses Werk größer wurde als ursprünglich beabsichtigt, brachte er es 1895 an eine Aktiengesellschaft ein, um die finanziellen Mittel für weiteres Wachstum zu erlangen. Im Jahr 1892 führte er die hydraulische Nietung ein und sechs Jahre später die Wassergas-Schweißung – beide Verfahren waren zu dieser Zeit noch technisches Neuland.
Wilhelm Fitzner war 1861 dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und dem Oberschlesischen Bezirksverein des VDI beigetreten.[4] Er war auch Mitglied der Schiffbautechnischen Gesellschaft.[5]
Familie
Fitzner hatte sieben Söhne und sechs Töchter, darunter der Unternehmer Richard Fitzner († 26. Januar 1895)[6] sowie der Bergbau-Ingenieur und -Manager Otto Fitzner.
Auszeichnungen
- 1889: preußischer Kronen-Orden IV. Klasse[5]
- 1895: preußischer Ehrentitel Kommerzienrat[5]
- 1903: preußischer Kronen-Orden III. Klasse[5]
Literatur
- o. V.: Wilhelm Fitzner †. In: Stahl und Eisen, 25. Jahrgang 1905, Nr. 3 (vom 1. Februar 1905), S. 191.
- o. V.: Wilhelm Fitzner †. In: Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 49. Jahrgang 1905, Nr. 5 (vom 4. Februar 1905), S. 149 f.
- Conrad Matschoß: 50 Jahre Ingenieur-Arbeit in Oberschlesien. Julius Springer, Berlin 1907. (online als PDF (1,3 MB) auf den Seiten der Universität zu Köln)
- Alfons Perlick: Oberschlesische Berg- und Hüttenleute. (= Veröffentlichung der Oberschlesischen Studienhilfe, Band 3.) Holzner, Kitzingen (Main) 1953, S. 85. (DNB 453735495)
- Alfons Perlick: Fitzner, Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 218–219 (deutsche-biographie.de).
- Wojciech Saryusz-Zaleski: Dzieje przemysłu w b. Galicji ; 1804–1929. Ze szczególnem uwzgle dn. historji rozwoju S. A. L. Zieleniewski & Fitzner-Gamper. Kraków 1930, OCLC 29070456. (polnisch)
Weblinks
- Findbuch A. Borsig Zentralverwaltung GmbH online als PDF (1,1 MB) auf den Seiten des Landesarchivs Berlin
Einzelnachweise
- ↑ Werbeanzeige des Unternehmens Fitzner ( vom 27. April 2014 im Internet Archive)
- ↑ A. Borsig Zentralverwaltung GmbH - Findbuch. ( des vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 1,1 MB) auf: landesarchiv-berlin.de
- ↑ Konrad Gamper. im WikiZaglebie (polnisch)
- ↑ Angelegenheiten des Vereines. In: Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure. Band 5, Nr. 9, September 1861, S. 209.
- ↑ a b c d Unsere Toten. In: Jahrbuch der Schiffbautechnischen Gesellschaft, Band 7. Springer, Berlin 1906, S. 85–86.
- ↑ Todesanzeige für Richard Fitzner (PDF; 570 kB) In: Kattowitzer Kreisblatt vom 1. Februar 1895.